ACHTUNG LURCHE AUF DER WANDERSCHAFT

 

Bedingt durch die warme Witterung der letzten zwei Wochen steht die Zeit der Kröten- und Froschwanderungen unmittelbar bevor. Während es in den meisten Gebieten Österreichs in normalen Jahren erst Mitte bis Ende März zu den Massenanwanderungen der Amphibien zu ihren Laichplätzen kommt, dürfte dieses Jahr das Laichgeschehen bereits zwei Wochen früher einsetzen. Beim ersten warmen Nachtregen (etwa ab einer Lufttemperatur über fünf Grad Celsius) ist mit dem vermehrten Auftreten von den früh laichenden Amphibien auf Straßen und Fahrwegen (vor allem in der Nähe von Gewässern) zu rechnen.

 

Zu den früh laichenden Lurchen zählen in Österreich vor allem die Braunfrösche (Grasfrosch – kommt auch in mittleren und höheren Lagen vor; Springfrosch – im Tiefland und in mittleren Lagen bis etwa 600-700m Seehöhe; Moorfrosch - vor allem entlang von Flusstälern und in Augebieten, aber auch in den namensgebenden Moorgebieten) und die Erdkröte, deren Massenwanderungen am bekanntesten sein dürften. Einzelne Populationen dieser Arten, deren Laichgewässer in der Nähe von Straßen liegt bzw. deren Wanderstrecken zu den Laichgewässern über Straßen führen, werden jedes Jahr um tausende Individuen dezimiert.

 

Daneben sind auch die verschiedenen Molche und - aufgrund der zuletzt sehr warmen Witterung - vereinzelt auch später laichende Arten wie Laubfrosch, Wechselkröte oder die Wasserfrösche anzutreffen.

 

Kopfportrait Kreuzotter - (c) Christoph Riegler

Die Wanderungen finden vor allem nachts ab dem Beginn der Dämmerung bis etwa ein, zwei Uhr früh statt. Dringend wird von einem Benutzen gewässernah liegender Straßen in diesen Zeiten abgeraten. Es sollte für jeden Verkehrsteilnehmer eine Selbstverständlichkeit sein, im Bereich von Amphibienwanderstrecken das Fahrtempo zu drosseln und den wandernden Tieren bestmöglich auszuweichen - nicht nur aus dem Aspekt des Amphibienschutzes (alle einheimischen Arten gelten als zumindest potentiell gefährdet) sondern auch aus Selbstschutz. Durch das massenhafte Auftreten der Tiere erhöht sich – bei rücksichtsloser Fahrweise durch die zahlreichen getöteten Tiere - natürlich auch die Unfallgefahr. Auch die starke Verschmutzung des Fahrzeugs und der Straße durch die toten bzw. sterbenden Tiere stellt nicht nur ein Ärgernis dar, sondern kann im Fall der beeinträchtigten Verkehrsfläche auch andere Verkehrsteilnehmer (Auto-, Motorrad-, Radfahrer,...) gefährden. Außerdem ist auch auf eventuell vorhandene Tierschützer Rücksicht zu nehmen, die den Lurchen das Überqueren der Straßen erleichtern.

 

Am besten wären solche Straßen mit bekannten Wanderstrecken zu den angegebenen Zeiten völlig zu meiden (vereinzelt gibt es gesperrte Straßen). Bitte beachten Sie auf jeden Fall Hinweistafeln an den bekannten Straßenabschnitten und helfen Sie uns, die heimischen Lurche zu schützen. (Franz Rathbauer)