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Die Wasserfrosch Gruppe – Genus Pelophylax
Kleiner Wasserfrosch – Pelophylax lessonae (Camerano,
1882)
Teichfrosch – Pelophylax
kl. esculentus (Linnaeus, 1758)
Seefrosch – Pelophylax ridibundus (Pallas, 1771)
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Kleiner Wasserfrosch
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Teichfrosch
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Seefrosch
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Kleiner Wasserfosch
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Wasserfrosch
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Seefrosch
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Pool frog
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Edible frog
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Marsh frog
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Grenouille de lessona
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Grenouille verte
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Grenouille rieuse
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Rana verde pequeña
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Rana verde
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Rana verde comun
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Grenouille di lessona
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Rana verde
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Rana verde maggiore
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Die Wasserfroschgruppe (Gattung Pelophylax) ist in fast ganz Europa in mehreren Taxa verbreitet und besteht sowohl aus „guten Arten“ als auch aus „Kleptonen“ - welche aus Hybridisierungen von echten Arten hervorgegangen sind. Es handelt sich um mittelgroße – große Frösche, die meist grünlich gefärbt sind, daher spricht man auch von der Grünfroschgruppe. In Österreich kommen der Kleine Wasserfrosch und der Seefrosch vor, sowie der Teichfrosch, der aus Hybridisierung der beiden vorgenannten Arten entstanden ist.

Kleiner Wasserfrosch - Rana lessonae,
Pelophylax lessonae
(Foto:
Christoph Riegler © herpetofauna.at)
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Teichfrosch – Pelophylax
kl. esculentus (Foto: Johannes Hill © herpetofauna.at)
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Seefrosch – Pelophylax
ridibundus (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)
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| Klasse: |
Amphibia, Amphibien |
| Ordnung: |
Anura, Froschlurche |
| Unterordnung: |
Neobatrachia, Höhere Froschlurche |
| Familie: |
Ranidae, Echte Frösche |
| Gattung: |
Pelophylax, Wasserfrösche |
| Art: |
Pelophylax lessonae, Kleiner Wasserfrosch |
| Art: |
Pelophylax ridibundus, Seefrosch |
| Klepton: |
Pelophylax kl. esculentus, Teichfrosch |
Gemeinsame Merkmale:
Die österreichischen Wasserfrösche der Gattung Pelophylax (Wasser-
oder Grünfrösche) weisen etliche Gemeinsamkeiten auf, die sie zweifellos
dieser Gruppe zuordnen lassen. Wasserfrösche sind die einzigen europäischen
Frösche, die zwei seitliche Schallblasen besitzen und dadurch sehr laute
Rufe von sich geben. Die Grundfärbung der Wasserfrösche ist meist grün,
manchmal aber auch braun oder grau, sehr oft mit mehr oder weniger schwarzen
Rückenflecken und manchmal mit einem hellen Rückenstreifen. Die Unterseite
ist häufig ungefleckt, manchmal auch leicht gefleckt oder stark marmoriert.
Wie bei den Braunfröschen ist die Pupille waagrecht, die Augen stehen aber
weiter oben am Kopf als Anpassung an die aquatische Lebensweise. Die Schnauze
ist sehr breit und rund, die Nasenlöcher sitzen etwa in der Hälfte
zwischen vorderem Augenrand und der Schnauzenspitze.
Unterscheidungsmerkmale:
Natürlich ist es im Feld nicht möglich, genetische Untersuchungen durchzuführen,
um Artabgrenzungen von Wasserfröschen durchzuführen. Ebenso ist es
wenig hilfreich, die anatomischen Verhältniswerte von Zehenlängen zu
Fersenhöckerlänge oder Unterschenkellänge darzulegen, durch welche
deren Zugehörigkeiten festgestellt werden können. Wir beschränken
uns daher hier auf (die wenigen) für uns relevanten Unterschiede, die im
Feld untersucht werden können:
1. Größe und Färbung: Das sind Merkmale,
mit denen man die Frösche nicht eindeutig zuordnen kann, da fließende Übergangsformen
vorkommen (besonders bei juvenilen Tieren und während der Winterruhe).
- Seefrösche erreichen in Mitteleuropa bis zu 16 cm Kopf – Rumpf Länge
und haben häufig olivbraune, graue oder braune Färbung mit einer hellen
Schnauzenseite und dunkelbraunen Rückenflecken
- Der Kleine Wasserfrosch hingegen wird nur bis zu 7 cm groß und ist häufig
grasgrün, manchmal blaugrün oder gelbgrün mit schwarzen Rückenflecken.
Am hinteren Oberschenkel finden sich häufig gelbe Flecken. Im Verhältnis
zum Seefrosch fallen die verhältnismäßigen großen Augen
auf.
- Der Teichfrosch mit seinen intermediären Merkmalen wird etwa 10 – 12
cm lang, ist meistens grasgrün gefärbt, kann aber Merkmale von
beiden Elternarten ausbilden.
2. Form des inneren Fersenhöckers:
- Seefrosch: Der innere Fersenhöcker ist sehr flach und deutlich rechtsschief.
Die 1. Zehe ist sehr lang
- Kleiner Wasserfrosch: Der Fersenhöcker ist halbkreisförmig rund
und hoch (nicht rechtsschief), die 1. Zehe ist sehr kurz
- Der Teichfrosch hat einen leicht rechtsschiefen hohen oder einen flacheren
normal verteilten Fersenhöcker.
3. Rufe:
- Die Revierrufe des Seefrosches sind laute quakende Einzelrufe, während
die Paarungsrufe aus einer Serie von lauten keckernden Rufen bestehen. Sehr häufig
beginnen die Rufserien mit den Revierrufen und gehen dann in die typischen unverwechselbaren
Paarungsrufe über, die an Lachen erinnern.
- Kleiner Wasserfrosch: Die schnarrenden oder knarrenden Paarungsrufe werden
in immer lauter werdenden Intervallrufen (3-5 pro Intervall) abgegeben, sind
deutlich leiser als die vom Seefrosch und hören abrupt auf. Die Revierrufe
sind ebenfalls Einzelrufe, die aber kürzer als die Paarungsrufe sind.
- Der Teichfrosch ruft deutlich lauter als sein kleiner Verwandter. Es handelt
sich um verschiedenste schnarrende oder knurrende Einzelrufe, niemals aber
um keckernde, lachende Rufe wie beim Seefrosch.
4. Lebensräume:
- Der Seefrosch besiedelt Seen, Flüsse, Weiher und andere Gewässer
der flachen offenen Landschaft und fehlt im Gebirge. Im Süden gehören
auch Kleingewässer zum Lebensraum, die oft von Jungtieren bewohnt werden.
- Der Kleine Wasserfrosch besiedelt eher kleinere vegetationsreiche Gewässer
in Wäldern oder an Waldrändern, in Mooren, Au- und Bruchwäldern
im Flach- und Hügelland.
- Der Teichfrosch ist recht anspruchslos in der Wahl seiner Wohngewässer
und besiedelt sowohl kleine als auch große Gewässer, wo er häufig
mit einer seiner Elternarten vorkommt, selten jedoch mit beiden.
Der Seefrosch ist eine ost- und südosteuropäische Art, die im Bereich
der großen Flüsse und Ströme bis Mittel- und Westeuropa vordringt.
In Ostösterreich kommt der Seefrosch in großen Dichten entlang der
Donau und seiner größeren Nebengewässer vor. Im Süden
und Westen werden nur die größten Flüsse, wie Mur, Drau, Gail,
unterer Inn, Salzach und das Rheintal in Vorarlberg besiedelt.
Der Kleine Wasserfrosch kommt von West- bis Osteuropa vor und fehlt in Südeuropa,
wo andere Vertreter der kleineren Wasserfrösche an seine Stelle treten.
In Österreich kommt er in allen Bundesländern vor und besiedelt Gewässer
in Mooren, Wäldern, an Waldrändern sowie Bäche und Flüsse.
In einigen Moorweihern oder Hügellandgewässern kommen reine Populationen
vor, wie z.B. im Mühl- und Waldviertel oder im Wienerwald.
Der Teichfrosch kommt im gleichen Verbreitungsgebiet wie der Kleine Wasserfrosch
in Europa vor. In Südeuropa kommen andere Kleptone vor. Der mit Abstand
häufigste Vertreter der Wasserfrösche in Österreich kommt bis
auf wenige Spezialstandorte, wo die Elternarten in reinen Populationen vorkommen, überall
mit einer seiner Elternarten, selten mit beiden, vor. Fast alle Arten von stehenden
oder fließenden Gewässern werden besiedelt.

Verbreitungkarte: Wasserfrösche -
Pelophylax lessonae,
Pelophylax
kl. esculentus und Pelophylax
ridibundus (Datenstand
1996)
© Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Alle Wasserfrösche sind sehr stark an aquatische Lebensräume gebunden
und besiedeln sowohl stehende als auch fließende Gewässer aller
Art im Flach- und Hügelland sowie in größeren Gebirgstälern.
Während der Seefrosch große Gewässer, wie Seen, Flüsse
und Ströme, Altarme, Weiher etc. bevorzugt, beschränkt sich der Kleine
Wasserfrosch, der auch Tümpelfrosch genannt wird, auf kleinere Gewässer
wie Teiche, Tümpel, Moorgewässer, Bäche und Kolke. Generell
besiedeln Seefrösche eutrophere Gewässer als die Tümpelfrösche.
Der Teichfrosch ist wenig spezialisiert und kann fast die gesamte Palette der
Gewässer besiedeln, in denen auch die Elternarten vorkommen.
Obwohl Grünfrösche sehr stark ans Wasser gebunden sind, können
sie neu entstandene Gewässer, die weit von den nächsten Vorkommen
entfernt sind, überraschend schnell besiedeln. Besonders Jungfrösche
zeigen starke Ausbreitungstendenzen – wandernde Tiere trifft man vor
allem während regnerischer Nächte oft weitab von jeglichem Gewässer
an. Besonders in Südeuropa gilt der Seefrosch als ausgesprochene
Pionierart.
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Lebensweise und
Fortpflanzung
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Während See- und Teichfrösche überwiegend unter Wasser überwintern,
hibernieren die meisten Kleinen Wasserfrösche an Land. In Österreich
tauchen Wasserfrösche gegen Ende März oder zumeist im April am Laichgewässer
auf. Die Männchen besetzen Reviere im Gewässer und verteidigen diese
gegen Konkurrenten. Die Hauptlaichzeit der sowohl tag- als auch nachtaktiven
Frösche fällt in den Mai, wobei die Mehrzahl der Weibchen während
einer Schönwetterperiode den Laich in mehreren Ballen an Pflanzen oder
Strukturen unter Wasser anheftet. Beim Kleinen Wasserfrosch liegt die maximale
jährliche Eizahl bei ca. 3.000, beim Teichfrosch bei 10.000 und beim Seefrosch
bei etwa 15.000. Rufe werden erst ab ca. 12 – 15 Grad Wassertemperatur
ausgestoßen und neben den knarrenden, schnarrenden oder keckernden Revier-
und Paarungsrufen sind auch noch Einzelrufe zu hören, die als Abwehrrufe
gedeutet werden.
Nach der Paarung halten sich die meisten Wasserfrösche am Gewässerufer
auf, wo sie auf Beute lauern und sich kaum mehr als 10 Meter von Wasser entfernen,
sodass sie bei Störung oder Gefahr mit einem oder wenigen Sprüngen
das Wasser erreichen.
Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach wenigen Tagen oder Wochen
und die ersten Jungfrösche gehen bereits im Juli an Land, während andere
erst im Oktober die Metamorphose vollziehen. Einige Kaulquappen können sehr
groß werden, besonders jene, die eine Überwinterung hinter sich haben.
Ab Oktober ziehen sich die Frösche wieder in ihre Winterquartiere zurück.
Alle Wasserfrösche gelten als gierige Fresser und schnappen nach allem,
was sie verschlingen können. Sie machen nicht einmal vor ihren eigenen
Artgenossen halt – Kannibalismus unter Wasserfröschen ist häufig,
aber auch andere Amphibien, besonders Molche und Laubfrösche werden gefressen.
Nicht selten verursacht eine starke Wasserfroschpopulation eine deutliche Dezimierung
der restlichen Herpetofauna. Die „normale“ Kost besteht aus allerlei
Wirbellosen wie Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Fliegende Insekten,
wie Libellen, werden häufig im Sprung geschnappt.
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Allgemeines
und Besonderheiten
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Wasserfrösche sind meist grüne, laut rufende, aquatisch lebende
Amphibien, die im Flach- und Hügelland Österreichs vorkommen und
in einigen Alpentälern ins Bergland eindringen. An größeren
Gewässern sind sie häufig die dominierenden Amphibien und können
durch Prädation andere Amphibienbestände gefährden.
Wasserfrösche sind durch Gewässerverschmutzung, Eutrophierung und
Verbauung gefährdet. Allerdings kommen trotzdem an vielen Gewässern
kopfstarke Populationen vor und besonders beim Seefrosch werden aktuell starke
Ausbreitungstendenzen festgestellt. Hingegen sieht die Situation des Kleinen
Wasserfrosches gänzlich anders aus, da seine Biotope, wie Hoch- und Niedermoore,
Waldtümpel, Bombentrichter etc. immer seltener werden.
Weiters ist zu bemerken, dass es derzeit zu einer artlichen Verschiebung der
Wasserfrösche von esculentus-lessonae hin zu ridibundus oder ridibundus-esculentus
Populationen kommt und dadurch die konkurrenzschwächeren Kleinen Wasserfrösche
verdrängt und immer seltener werden.
Ein aktuelles Problem stellen zu Gartenteichen zugewanderte Wasserfrösche
dar, da es häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten aufgrund des nächtlichen
Chörgesanges kommt. Auf der anderen Seite stellen gerade diese künstlichen
Gewässer wichtige Ersatzlebensräume in der heute stark verbauten
Landschaft dar.
Hingegen stellt der Fang der Wasserfrösche zum Verzehr der Froschschenkel
in der heutigen Zeit zumindest in Österreich keine Gefahr mehr dar.
Text: Thomas Bader
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