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Die Rotbauchunke (Bombina bombina) ist ein von der Osthälfte Europas bis an den Ural und den Norden Kleinasiens beheimateter Vertreter einer urtümlichen Froschfamilie, der Unken und Barbourfrösche. Charakteristisch für die kleine, nur bis ca. 5 cm große, Art ist die auffällig orange bis gelbrote Fleckung der Unterseite. Diese spielen eine bedeutende Rolle im Abwehrverhalten, dem so genannten "Unkenreflex". Bei Bedrohung nehmen die Tiere eine kahnförmige Stellung ein und präsentieren die bunt gefärbten Bereiche an der Kehle, den Bauchseiten sowie den Unterseiten der Gliedmaßen. Von der nahe verwandten Gelbbauchunke lässt sie sich u.a. anhand der flacheren Warzen, dem geringeren gelben - bzw. roten Farbanteil der Unterseite sowie dem Vorhandensein von Schallblasen bei männlichen Tieren unterscheiden.
Rotbauchunke - Bombina bombina (Foto: Michael Duda © herpetofauna.at)
Die Rotbauchunke ist ein stark wassergebundener, tag- und nachtaktiver Froschlurch von bis zu 4,5 cm Kopf-Rumpflänge, mit abgeflachtem Körper und runder Schnauze. Das Trommelfell ist nicht sichtbar, die Pupille ist herzförmig, Ohrdrüsen fehlen. Die Rückenhaut wirkt glatt, kleine Warzen auf dem Rücken sind mit einer schwarzen Hornkuppe besetzt. Die Färbung der Oberseite ist ein dunkles grau- bis grünbraun. Im Nacken befindet sich ein dunkler, paarig angeordneter und bogenförmiger Drüsenkomplex.
Die Bauchseite ist schwarz bis bleigrau und mit winzigen hellen Pünktchen und deutlichen orangefarbenen bis roten Flecken besetzt. Die hellen Flecken der Unterseite der Extremitäten sind isoliert und stehen nicht in Kontakt mit Bauch- bzw. Brustflecken; Finger- und Zehenspitzen sind dunkel gefärbt. Die Männchen besitzen innere Schallblasen, so genannte Kehlblasen, und in der Fortpflanzungszeit, etwa im Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juni, Brunstschwielen an der Innenseite der Unterarme.
Verbreitungkarte: Rotbauchunke - Bombina bombina (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Die Rotbauchunke überwintert an Land im Umkreis von etwa 100 m um ihr Wohngewässer zum Bespiel in Erdhöhlen oder unter Totholz.
Die Rotbauchunke verlässt Ende März/Anfang April ihr Winterquartier und ist innerhalb eines Monats nach Beendigung der Winterruhe am Laichgewässer zu finden. Männchen treffen dabei früher ein. Kurz darauf beginnt die Paarungszeit, wobei die Hauptaktivitätszeit der Fortpflanzung von Mitte Mai bis Mitte Juni geht. Vereinzelt kommt es zu einer zweiten Laichperiode Mitte August.
Die Rufe der männlichen Rotbauchunke dienen der Revierabgrenzung und dem Anlocken der Weibchen: Durch pumpende Bewegungen des Mundbodens füllt das auf der Wasseroberfläche treibende Männchen seine Lungen mit Luft und presst sie danach in die Kehlblasen. Der Ruf entsteht beim anschließenden Zurückdrücken der Luft aus den Kehlblasen durch den stimmerzeugenden Kehlkopf in die Lungen. Während des Rufens sind Mund und Nasenlöcher verschlossen. Die Anzahl der Rufe je Minute liegt bei der Rotbauchunke unter 40. Ab Ende August ziehen sich die Tiere in ihre terrestrischen Überwinterungsquartiere zurück.
Rotbauchunken paaren sich ab Wassertemperaturen größer 16° im Wasser, wobei das Weibchen vom Männchen in der Lendengegend umklammert wird. Die Eier werden in Form von kleinen Laichklumpen an Wasserpflanzen angeheftet. Gelegegröße: 80-300 Eier. Entwicklungszeit der Larven: etwa 8- 12 Wochen.
Insekten und deren Larven, Würmer, Schnecken.
Text: Michael Duda |
2. Sept 2010
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