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Die Erdkröte (Bufo bufo) ist eine mittelgroße bis große echte Kröte, die fast überall in Europa vorkommt. Sie fehlt in Irland und Nordskandinavien sowie auf den Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien, den Balearen, Malta und Kreta. Die anpassungsfähige Kröte zählt in vielen Gebieten Europas zu den häufigsten und verbreitesten Amphibienarten.
Erdkröte - Bufo bufo (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)
Die dunkel- bis rötlichbraunen Erdkröten fallen durch plumpe Gestalt, warzige Haut und rötliche Iris auf. Männliche Tiere bleiben um etwa ein Drittel kleiner als die bis zu 15 cm langen Weibchen. Die Kröten laichen zeitig im Frühjahr in großen stehenden Gewässern ab. Beim Anwandern zu den Gewässern werden diese „Explosionslaicher“ nicht selten Opfer des Straßenverkehrs.
Die Männchen der Erdkröte erreichen 7 - 9 cm Länge, díe Weibchen 9 - 11 cm, in Südeuropa bis 15 cm. Es sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive plumpe Froschlurche mit kurzem breitem Maul und kurzen Hinterbeinen, die nur kurze Sprünge zulassen. Die Rückenfärbung ist meist bräunlich, gelb, grau oder oliv; variabel gezeichnet mit warzig trockener Haut, die Bauchseite ist weiß bis grau und dunkel marmoriert. Die Pupille ist waagrecht geschlitzt, Iris rötlich – golden gefärbt. Die Männchen haben keine Schallblase und stoßen leise metallische Rufe aus, oft auch als Befreiungsrufe. In der Paarungszeit haben die Männchen dunkle Brunstschwielen an den Fingern. Fersenprobe: Die Fersen erreichen das sichtbare Trommelfell.
Die Nominatform (Bufo bufo bufo) lebt in Mittel-, Nord- und Osteuropa. In Süd- und Südosteuropa werden die Erdkröten in die Unterart B. b. spinosus gestellt, die sich durch ihre enorme Größe von der Nominatform unterscheidet. Auf der iberischen Halbinsel kommen auch Übergangsformen beider Unterarten vor, wobei die Stellung noch nicht zur Gänze aufgeklärt ist – weitere Untersuchungen sollten hier Klarheit bringen. Vom spanischen Gredos Gebirge wurde die Unterart B. b. gredosicola beschrieben, die sich durch ein dunkel marmoriertes Zeichnungsmuster auszeichnet.
Verbreitungkarte: Erdkröte - Bufo bufo (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
In den ersten frostfreien Regennächten kommen zuerst die Männchen, etwas später die Weibchen – meist schon verpaart – zum Laichgewässer. Die Männchen umklammern sehr intensiv die Weibchen, aber auch bereits verpaarte Kröten und andere Amphibien oder sogar Fische. Der Laich wird in Doppelsträngen um Pflanzen oder andere Strukturen gewickelt. Pro Weibchen werden 1000 – 6000 Eiern abgelegt, aus dem je nach Temperatur nach wenigen Tagen bis zu zwei Wochen die Kaulquappen schlüpfen. Die Jungtiere gehen nach 60 – 80 Tagen an Land. In Mitteleuropa gibt es nur eine Laichperiode, die sich allerdings in dynamischen Lebensräumen auch verschieben kann.
Die Erdkröte ist das häufigste und am weitesten verbreitete Amphib Österreichs. Noch ist die Art fast überall häufig, allerdings sind starke Gefährdungen durch Lebensraum- und Gewässerzerstörung sowie den zunehmenden Straßenverkehr zu verzeichnen. Durch ihre breite ökologische Amplitude – sie kann sich z. B. als einzige Art in Fischteichen entwickeln - kann sich die Art aber noch besser als andere Amphibien halten.
Text: Thomas Bader |
9. Feb 2010
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