Kreuzkröte - Bufo calamita, Epidalea calamita (LAURENTI, 1768)

 

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Crapaud calamite
Rospo smeraldino
Rospo smeraldino

 

Die Kreuzkröte (Bufo calamita, Epidalea calamita) ist eine mittelgroße echte Kröte, die im ozeanisch geprägten Teil Europas heimisch ist. Sie kommt von Portugal und Spanien im Westen über ganz Frankreich, Deutschland, Tschechien bis Polen, Weißrussland, die baltischen Staaten und die Westukraine im Osten vor. Sie erreicht an der Nordgrenze Südskandinavien, England und Irland, wo nur noch Restpopulationen bis heute überlebt haben. Das Verbreitungsbebiet streift Österreich nur am Nordrand.

 

Kreuzkröte - Bufo calamita

Kreuzkröte - Bufo calamita (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)

 

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Die Kreuzkröte ist etwas kleiner als die Erd- und die Wechselkröte. Sie fällt besonders durch ihre mäuseartig laufende Fortbewegung im Gegensatz zu ihren meist springenden Verwandten auf. Weiters gehört Bufo calamita, die auch durch den meist vorhandenen Rückenlängsstreifen zu erkennen ist, zu den lautesten Amphibienarten unserer Breiten, deren knarrende Laute während der Paarungszeit weit hörbar sind.

 

 

Systematik

 

Klasse: Amphibia, Amphibien
Ordnung: Anura, Froschlurche
Unterordnung: Neobatrachia, moderne Froschlurche
Überfamilie: Bufonoidea
Familie: Bufonidae,  Kröten
Gattung: Bufo, Echte Kröten
Art: Bufo calamita, Kreuzkröte

 

 

Beschreibung

 

Mittelgroßer (Männchen bis 5 - 7 cm, Weibchen bis 6 - 9 cm), vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Froschlurch; Rückenfärbung variabel gemustert, warzig, braun – grau – (gelb)grün, waagrechte Pupillen, gelbe oder grüne Iris; der am Rücken verlaufende helle Längsstrich fehlt nur selten; weiße bis graublaue Bauchseite; Männchen mit großer Schallblase und sehr lauten Rufen, die im Chor bis zu 2 km weit hörbar sein können; sehr kurze Beine, die nur mäuseartiges Laufen erlauben. Paarige Gelenkhöcker an der Zehenunterseite. Fersenprobe: Fersen erreichen bei den Männchen das Auge, bei den Weibchen die Achsel.

 

Verbreitung in Österreich


Waldviertel - Niederösterreich: Die Art erreichte über das Budweiser Becken die Grenzgegend Gmünd – Nagelberg, wo sie Abbaustellen mit sandigem Untergrund bewohnt.


Lechtal - Tirol: Im untersten Lechtal von Reutte bis zur Grenze bei Füssen konnte die Art in Auwäldern und Steinbrüchen nachgewiesen werden. Die Kreuzkröte ist im grenznahen bayrischen Raum aufgrund von intensiver Flussverbauung bereits verschwunden.

 

Verbreitungskarte Kreuzkröte in Österreich

Verbreitungkarte: Kreuzkröte - Bufo calamita (Datenstand 1996)

© Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

 

 

Lebensräume


Die Art ist eine ausgeprägte Rohbodenbesiedlerin, die auf das Vorhandensein von anstehendem Gestein sowie grabbarem Substrat angewiesen ist. Aufgrund der großteils verbauten Flüsse und der fehlenden Dynamik kommt die Kreuzkröte im niederösterreichischen Verbreitungsgebiet nur noch in anthropogen gebildeten Sand- und Schottergruben, Steinbrüchen, sowie den angrenzenden Ruderalflächen vor.

 

Lebensraum der Kreuzkröte im Waldviertel

Lebensraum der Kreuzkröte in Niederösterreich: Stehendes Gewässer mit Verlandungszone und mäßig ausgeprägter Vegetation

Die Gewässer auf solchen Standorten dienen der Art als Laichhabitat, solange sie sich noch in einem initialen Zustand befinden. Bei zunehmender Eutrophierung werden die Gewässer nicht mehr angenommen.

 

Im Tiroler Lechtal besiedelt die Art sowohl primäre Habitate entlang des Wildflussabschnittes, als auch sekundäre Habitate wie Steinbrüche und Schottergruben. Der angrenzende lichte Auwald ist von Lechüberschwemmungen und natürlicher Dynamik geprägt. Im niederschlagsreichen Tirol nimmt die Art hauptsächlich Kleinstgewässer wie Pfützen, Lacken und Spurrinnen als Laichgewässer an, größere oder tiefere Gewässer werden gemieden.

 

 

Lebensweise


Die Aktivität der Kreuzkrötebeginnt in Österreich recht bald nach der Winterruhe, in Gmünd meist im März, im Lechtal aufgrund des deutlich raueren Klimas erst im Mai. Die Kreuzkröte gilt als mobile Art, die über 2 km wandern kann und dabei als Pionierart neue Habitate besiedelt. Die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Art ernährt sich hauptsächlich von Kerbtieren, Würmern und Spinnen, wobei Ameisen eine wichtige Rolle im Nahrungsspektrum zukommt. Beobachtungen während des Tages kommen vor, sind aber vergleichsweise selten. Bereits im September suchen die Kröten ihre Winterquartiere auf und graben sich dabei bis in frostsichere Tiefen mit überraschender Geschicklichkeit und Geschwindigkeit ein. Juvenile Tiere suchen meist erst etwas später das Winterquartier auf.

 

Fortpflanzung

 

Die Fortpflanzungsaktivitäten werden oft durch warme Regennächte ausgelöst und ziehen sich über mehrere Monate bzw. 2-3 Laichperioden hin. In günstigen Jahren kann sich die Fortpflanzung bis in den August erstrecken, während in sehr trockenen Jahren eine oder mehrere Laichperioden komplett ausfallen können. Die Männchen treffen an den Laichgewässern bereits vor den Weibchen ein, die hier deutlich in der Unterzahl sind. Während männliche Kröten während die Paarungszeit mit ihrer Aktivität stark an den Paarungsplatz gebunden sind, nehmen die Weibchen nur sehr kurz, meist nur eine Nacht lang, am Paarungsgeschehen teil, solange bis sie ihre Laichschnur in Flachwasserzonen abgelegt haben. Die einzelnen Weibchen erscheinen nicht jedes Jahr am Laichgewässer.

 

Allgemeines & Besonderheiten

 

Die Kreuzkröte ist das seltenste Amphib Österreichs. Sie ist vom Aussterben bedroht, da sie ohne menschliche Aktivität kaum noch Lebensräume vorfände. Auch aufgrund des stark schwankenden Reproduktionserfolges dieser Art besteht ein sehr hohes Aussterberisiko.

 

Text: Thomas Bader


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