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Die Kreuzkröte (Bufo calamita, Epidalea calamita) ist eine mittelgroße echte Kröte, die im ozeanisch geprägten Teil Europas heimisch ist. Sie kommt von Portugal und Spanien im Westen über ganz Frankreich, Deutschland, Tschechien bis Polen, Weißrussland, die baltischen Staaten und die Westukraine im Osten vor. Sie erreicht an der Nordgrenze Südskandinavien, England und Irland, wo nur noch Restpopulationen bis heute überlebt haben. Das Verbreitungsbebiet streift Österreich nur am Nordrand.
Kreuzkröte - Bufo calamita (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)
Die Kreuzkröte ist etwas kleiner als die Erd- und die Wechselkröte. Sie fällt besonders durch ihre mäuseartig laufende Fortbewegung im Gegensatz zu ihren meist springenden Verwandten auf. Weiters gehört Bufo calamita, die auch durch den meist vorhandenen Rückenlängsstreifen zu erkennen ist, zu den lautesten Amphibienarten unserer Breiten, deren knarrende Laute während der Paarungszeit weit hörbar sind.
Mittelgroßer (Männchen bis 5 - 7 cm, Weibchen bis 6 - 9 cm), vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Froschlurch; Rückenfärbung variabel gemustert, warzig, braun – grau – (gelb)grün, waagrechte Pupillen, gelbe oder grüne Iris; der am Rücken verlaufende helle Längsstrich fehlt nur selten; weiße bis graublaue Bauchseite; Männchen mit großer Schallblase und sehr lauten Rufen, die im Chor bis zu 2 km weit hörbar sein können; sehr kurze Beine, die nur mäuseartiges Laufen erlauben. Paarige Gelenkhöcker an der Zehenunterseite. Fersenprobe: Fersen erreichen bei den Männchen das Auge, bei den Weibchen die Achsel.
Waldviertel - Niederösterreich: Die Art erreichte über das Budweiser Becken die Grenzgegend Gmünd – Nagelberg, wo sie Abbaustellen mit sandigem Untergrund bewohnt.
Verbreitungkarte: Kreuzkröte - Bufo calamita (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Die Gewässer auf solchen Standorten dienen der Art als Laichhabitat, solange sie sich noch in einem initialen Zustand befinden. Bei zunehmender Eutrophierung werden die Gewässer nicht mehr angenommen. Im Tiroler Lechtal besiedelt die Art sowohl primäre Habitate entlang des Wildflussabschnittes, als auch sekundäre Habitate wie Steinbrüche und Schottergruben. Der angrenzende lichte Auwald ist von Lechüberschwemmungen und natürlicher Dynamik geprägt. Im niederschlagsreichen Tirol nimmt die Art hauptsächlich Kleinstgewässer wie Pfützen, Lacken und Spurrinnen als Laichgewässer an, größere oder tiefere Gewässer werden gemieden.
Die Fortpflanzungsaktivitäten werden oft durch warme Regennächte ausgelöst und ziehen sich über mehrere Monate bzw. 2-3 Laichperioden hin. In günstigen Jahren kann sich die Fortpflanzung bis in den August erstrecken, während in sehr trockenen Jahren eine oder mehrere Laichperioden komplett ausfallen können. Die Männchen treffen an den Laichgewässern bereits vor den Weibchen ein, die hier deutlich in der Unterzahl sind. Während männliche Kröten während die Paarungszeit mit ihrer Aktivität stark an den Paarungsplatz gebunden sind, nehmen die Weibchen nur sehr kurz, meist nur eine Nacht lang, am Paarungsgeschehen teil, solange bis sie ihre Laichschnur in Flachwasserzonen abgelegt haben. Die einzelnen Weibchen erscheinen nicht jedes Jahr am Laichgewässer.
Die Kreuzkröte ist das seltenste Amphib Österreichs. Sie ist vom Aussterben bedroht, da sie ohne menschliche Aktivität kaum noch Lebensräume vorfände. Auch aufgrund des stark schwankenden Reproduktionserfolges dieser Art besteht ein sehr hohes Aussterberisiko.
Text: Thomas Bader |
4. Feb 2012
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