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Seinen Namen hat der Springfrosch von seiner enormen Sprungkraft - bis zu 2 m weit reichen seine Sprünge. Als Braunfrosch zeichnet er sich durch seine spitze Schnauze und seine schlanke Gestalt aus, einzelne Tiere bestechen durch ihre rotbraune Färbung und durch gelbe Flanken . Während der Paarungszeit bleibt er eher unentdeckt, da die Männchen am Gewässergrund sitzend rufen und das Laichgeschäft innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen ist. Als Bewohner von trockeneren Lebensräumen kommt er fast überall im Flachland Österreichs vor. Er fehlt in den Alpen.
Springfrosch - (Rana dalmatina) Foto: © herpetofauna.at
Unter den Braunfröschen fällt der Springfrosch vor allem durch seine langen Beine auf. Mit ihnen kann er Fluchtsprünge bis zu 2 m Länge ausführen. Wenn man das Hinterbein des Frosches vorsichtig nach vorne streckt, reicht bei erwachsenen Tieren die Ferse bis deutlich über die Schnauzenspitze hinaus (Fersenprobe). Auf der Rückseite ist der Springfrosch lehmfarben bis rotbraun gefärbt mit einer meist schwach ausgeprägten dunkelbraunen Zeichnung. An den Flanken kann eine gelbe Färbung auftreten, der Bauch und die Kehle sind weißlich und meist ungefleckt.
Männliche Tiere erreichen eine Länge von etwa 6,5 cm, Weibchen können bis 9 cm lang werden. Im dunkelbraunen Schläfenfleck ist das Trommelfell oft schwer abzugrenzen, es liegt nahe am Auge (Abstand geringer als der halbe Trommelfelldurchmesser) und erreicht knapp dessen Größe. Die Schnauze ist im Vergleich zum Grasfrosch deutlich spitzer.
Der Springfrosch ist in Österreich ein Bewohner des Flachlandes bis 400 m NN, mancherorts kommt er auch bis 700 m NN und darüber vor. In den tieferen Lagen von Niederösterreich, dem Burgenland, der Oststeiermark sowie den Randbezirken von Wien ist der Springfrosch weit verbreitet und ist dort die häufigste Braunfroschart. In Oberösterreich, Salzburg und Kärnten ist er auf die Tallandschaften beschränkt, in Tirol und Vorarlberg fehlt er.
Verbreitungskarte: Springfrosch - Rana dalmatina (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Besonders Waldgebiete, wie Flußauen und andere Laubwälder, werden vom Springfrosch bevorzugt bewohnt. Er hält sich vor allem in der dichten Krautschicht auf und ist im Vergleich zu den übrigen Braunfröschen auch noch in relativ trockenen Landschaften zu finden. Als Laichgewässer bevorzugt der Springfrosch größere mitteltiefe Gewässer wie Altarme, Seen, Teiche und Stillwasserzonen an Flüssen, laicht aber auch in kleineren Gewässern. Während des Landaufenthaltes findet man ihn häufig in der Nähe von Flüssen, Bächen und stehenden Gewässern.
Der Springfrosch ist vorwiegend nachtaktiv. Als einer der ersten trifft er im Frühjahr (ab Mitte Februar) am Laichgewässer ein. Die Weibchen verlassen das Gewässer bald nach dem Ablaichen, die Männchen bleiben einige Wochen. Danach entfernen sich Springfrösche relativ weit vom Laichgewässer. Die Männchen wandern dann schon im Herbst wieder in die Nähe des Gewässers.
Schon im zeitigen Frühjahr (Februar bis März) - oft ist das Gewässer noch teilweise mit Eis bedeckt - finden sich die ersten Springfrösche beim Laichgewässer ein. Oft kommt es einige Wochen später noch einmal zu einer vermehrten Zuwanderung. Die Männchen rufen meist unter Wasser am Gewässergrund sitzend, die leisen Rufe klingen wie "wog wog wog …". Weibchen erkennt man vor der Eiablage an ihrem großen Leibesumfang. Das Weibchen wird vom Männchen in der Achselgegend geklammert und der Laichballen in für den Springfrosch typischer Weise an dünnen Zweigen im Wasser gefestigt. Die kugeligen Ballen sehen dann aus, wie wenn sie aufgespießt wären und enthalten 450 - 1800 Eier.
Wie auch andere Froschlurche ernährt sich der Springfrosch von allerlei Kleingetier wie Insekten, Spinnentieren, Weichtieren und sicher auch von kleinen bzw. jungen Wirbeltieren. Bei Magenanalysen wurden vor allem Käfer, Fliegen, Ohrwürmer, Schlupfwespen und Spinnen gefunden.
Wie bei allen Amphibien gehen auch die Bestände beim Springfrosch aufgrund des Mangels an geeigneten Laichgewässern und Lebensräumen stetig zurück (Schutzstatus: Rote Liste Österreich: „near threatened“ („Gefährdung droht“) Rote Liste Niederösterreich: „gefährdet“ FFH-Richtlinie: Anhang IV ).
Seine Toleranz für trockene Lebensräume ermöglicht ihm aber eine weitere Verbreitung als anderen mehr feuchtigkeitsgebundenen Arten. Die Einrichtung und Reaktivierung von Waldtümpeln kommt besonders dem Springfrosch zugute.
Andreas und Christel Nöllert, Die Amphibien Europas, Bestimmung - Gefährdung - Schutz, Kosmos Naturführer, 1992, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, ISBN 3-440-06340-2
Günter Diesener, Josef Reichholf, Steinbachs Naturführer, Lurche und Kriechtiere, Herausg. Gunter Steinbach, 1986, Mosaik Verlag, München, ISBN 3-570-01273-5
Axel Kwet, Reptilien und Amphibien Europas, 2006, Franckh-Kosmos, Stuttgart, ISBN: 3-440-10237-8
Antonia Cabela, Heinz Grillitsch, Franz Tiedemann, Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich, Umweltbundesamt, 2001, Wien, ISBN 3-85457-586-6
Text: Cornelia Gabler |



