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Der einfarbig schwarze Alpensalamander (Salamandra atra) ist nicht mit anderen Arten zu verwechseln. Sein Auftreten in höheren Gebirgslagen ist bei günstiger Witterung (hohe Luftfeuchtigkeit) mancherorts häufig. Seine Fähigkeit, bereits fertig entwickelte Jungtiere zur Welt zu bringen, macht ihn vom Wasser unabhängig. Bei Gefahr sondert er ein giftiges Sekret ab.
Alpensalamander - Salamandra atra (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)
Alpensalamander sind einfarbig schwarz, manche Tiere auch bräunlich. Ihre Gesamtlänge beträgt bis 15 cm, die Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa das 1,5-fache der Schwanzlänge. Links und rechts der Rückenmittellinie verlaufen zwei Drüsenleisten mit porenartigen Öffnungen. Hinter den Augen erheben sich die großen, markanten Ohrdrüsen (Parotiden). Entlang der Körperseite erkennt man deutliche Querfalten, die von den darunterliegenden Rippen vorgewölbt werden. Die Kloake wölbt sich bei den männlichen Tieren deutlicher vor. In Österreich findet sich die Unterart Salamandra atra atra (LAURENTI, 1768).
Verbreitungkarte: Alpensalamander - Salamandra atra (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Als Tagesverstecke werden hohlliegende Steine, verlassene Kleinsäugerbauen, Baumholz, Moospolster und angesammeltes Laub genutzt, wobei sie sehr ortstreu sind. Trotzdem der Alpensalamander kein Gewässer zur Fortpflanzung aufsuchen muss, hält er sich oft in Gewässernähe auf, meidet jedoch Staunässe. Als Winterquartiere suchen die Alpensalamander vermutlich sehr tief im Boden gelegene Verstecke auf.
Bei der Fortpflanzung nimmt der Alpensalamander eine Sonderstellung unter den Schwanzlurchen ein. Alpensalamanderweibchen bringen fertig metamorphosierte Jungtiere zur Welt. Die Fortpflanzung ist daher vom Aufsuchen eines Gewässers unabhängig.
Die Geschlechtsreife erreicht der Alpensalamander mit 3-4 Jahren und er wird bis zu 15 Jahre alt. Die Paarung erfolgt im Frühjahr an Land. Dabei wird das Weibchen zuerst vom Männchen verfolgt, welches dann versucht aufzusteigen und seine Kehle an der Kopfoberseite des Weibchens zu reiben. Danach unterkriecht das Männchen das Weibchen von der Seite und umklammert von hintern die Vorderbeine des Weibchens. Durch Schwanzwurzelreiben bringt das Männchen das Weibchen in Stimmung und setzt dann unter Abdrücken des Hinterleibes ein Samenpaket (Spermatophore) auf dem Untergrund ab. Danach schiebt das Männchen seinen Hinterleib vom Weibchen weg und dieses nimmt mit der Kloake das Samenpaket auf. Der Samen wird vom Weibchen gespeichert und nach der Ovulation werden meist 1-2 gallertumhüllte Eier befruchtet.
Die Entwicklung der Larven erfolgt zur Gänze im Uterus (Gebärmutter) des Muttertieres. Die Ernährung erfolgt über so genannte Nähreier, die vom Weibchen gebildet werden und über vom Uterus abgeschilferte Zellen. Die voll entwickelten Jungen werden nach 2-5 Jahren Tragzeit geboren und sind 4-6 cm groß.
Das Nahrungsspektrum ist recht unspezifisch und breit. Im Prinzip wird alles gefressen was überwältigt werden kann, z.B. Regenwürmer, Insekten, kleine Nacktschnecken und Insektenlarven.
Als typisches Abwehrverhalten zeigen Alpensalamander eine S-förmige Krümmung des Körpers. Bei Berührung erfolgen schlagende Bewegungen mit dem Kopf und die Absonderung von weißlichem Sekret aus den Ohrdrüsen. Das Sekret enthält giftige Alkaloide und sollte nicht auf Schleimhäute gebracht oder geschluckt werden. Erwärmung, z.B. durch das Halten in der Hand oder erzwungenem Aufenthalt in der Sonne, schadet den Tieren rasch.
Durch die Aufschließung von Waldwegen und Bergstraßen werden vermehrt Tiere überfahren. Ausgebrachter Kunstdünger oder konzentrierte Jauche (Sommerdüngung) verätzen die Tiere. An geeigneten Strukturen erreicht der Alpensalamander stellenweise hohe Dichten.
Günter Diesener, Josef Reichholf, Steinbachs Naturführer, Lurche und Kriechtiere, Gunter Steinbach (Hrsg.), 1986, Mosaik Verlag, München, ISBN 3-570-01273-5
Andreas und Christel Nöllert, Die Amphibien Europas, Bestimmung - Gefährdung - Schutz, Kosmos Naturführer, 1992, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, ISBN 3-440-06340-2
Friedo Berninghausen, Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer, Herausg. NABU (Naturschutzbund Deutschland), 1998, Hannover, ISBN 3-925815-25-2
Antonia Cabela, Heinz Grillitsch, Franz Tiedemann, Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich, Umweltbundesamt, 2001, Wien, ISBN 3-85457-586-6
Burkhard Thiesmeier, Kurt Grossenbacher, Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Schwanzlurche IIA und IIB, 2004, Aula-Verlag, Wiebelsheim, ISBN: 3-89104-673-1, ISBN: 3-89104-674-X
Text: Cornelia Gabler |
17. März 2010
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