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Der weithin bekannte und unverwechselbare Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra) erfreut sich wegen seiner unverwechselbaren schwarz-gelben Zeichnung großer Beliebtheit. Der typische Lebensraum des Feuersalamanders ist der feuchte Laubmischwald. Dort findet man ihn an kleinen Bächen und Quelltümpeln. Vom Weibchen werden fertig entwickelte Larven geboren und im Wasser abgesetzt. Zur Abwehr sondert der Feuersalamander ein giftiges Hautsekret ab.
Feuersalamander - Salamandra salamandra (Foto: Gerald Ochsenhofer © herpetofauna.at)
Durch seine charakteristische Gelbfärbung auf lackschwarzem Grund ist der Feuersalamander unverwechselbar. Die Fleckung ist sehr variabel, regional unterschiedlich ausgeprägt und außerdem individuell verschieden. Die Farbe des Untergrundes während der Larvenentwicklung hat einen Einfluss auf die Ausdehnung der Gelbzeichnung. Der relativ große und kräftig gebaute Salamander wird 14-17 cm lang. Auf dem Kopf, direkt hinter den Augen, befinden sich die charakteristischen Ohrdrüsen (Parotiden). Eine Drüsenleiste erstreckt sich seitlich am Rücken von den Parotiden bis auf den Schwanz. Die Seiten des Rumpfes sind unregelmäßig gefurcht. Die Larven zeigen an den Ansätzen der Vorder- und Hinterbeine immer vier helle Flecken, in der späteren Entwicklungsphase oft gelb werden. Der in Österreich zu findende Feuersalamander gehört zur Unterart Salamandra salamandra salamandra (LINNAEUS, 1758).
Verbreitungkarte: Feuersalamander - Salamandra salamandra (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Besonders häufig werden Larven in quellnahen Gewässerabschnitten gefunden, da dort die Temperaturen sehr konstant sind. Die Larven sitzen am Grund in ruhiger durchströmten Bereichen des Gewässers. Als Tagesverstecke werden von den adulten Tieren vor allem Erdspalten oder -anrisse an Baumstümpfen, Böschungen, Wegen oder natürlichen Abrutschungen benutzt. Weiters findet man ihn unter größeren Steinen, Totholz oder Falllaub. Die Quartiere werden oft über mehrere Jahre beibehalten. Als Winterquartiere werden auch alte Bergwerkstollen und Höhlen aufgesucht in die die Tiere tief eindringen und in denen sie oft in größeren Ansammlungen anzutreffen sind.
Der Feuersalamander erreicht mit 5 Jahren die Geschlechtsreife und kann 20 und mehr Jahre alt werden. Die Paarung erfolgt von März bis September, bei Regen. Dabei wird zuerst das Weibchen vom Männchen verfolgt, dann kriecht das Männchen unter das Weibchen und versucht die Vorderbeine des Weibchens zu umklammern.
Vor dem Absetzen des Samenpaketes (Spermatophore) führt das Männchen seitliche Wellenbewegungen aus. Nach einer Seitwärtsbewegung des Männchens wird das Samenpaket durch das Weibchen aufgenommen. Die Spermien können bis zu zwei Jahre lang im Körper des Weibchens konserviert werden. Feuersalamander bringen Larven zur Welt, bei denen Vorder- und Hinterextremitäten bereits ausgebildet sind.
Die Larven (30-80 pro Weibchen) werden im Frühjahr (März bis Mai) in Flachwasserbereichen abgesetzt, z.B. in Quelltöpfen. Die Jungtiere verlassen mit 5-6 cm Länge von Mitte Juli bis Mitte September das Gewässer. Sie können aber auch im Gewässer überwintern.
Gefressen wird alles, was überwältigt werden kann: Vor allem Schnecken, Spinnentiere, Tausendfüßer, Würmer und Käfer. Jungtiere fressen im Durchschnitt kleinere Beute wie zum Beispiel Springschwänze. Auch die Larven leben räuberisch von Insektenlarven und Kleinkrebsen.
Lautäußerungen kommen als Abwehrverhalten vor. Bei unsanfter Berührung wird ein giftiges Sekret abgesondert / abgespritzt, das Alkaloide enthält und beim Verschlucken zu Krämpfen, Lähmungen und Erbrechen führen kann.
Der Feuersalamander ist durch folgende Eingriffe gefährdet: Lebensraumzerstörung, Müllablagerungen in Quellbereichen, Quellfassung, Bachregulierungen, Fischteiche im Verlauf von Quellbächen, Einleitung von mit Abwässern vermischtem Regenwasser in Bäche, Versauerung der Bäche, Düngemittel, Pestizide, Herbizide, Fichtenmonokulturen, Waldrodungen, Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen, Bebauung von Bachtälern und Fischbesatz. Durch Rückbau von regulierten Bächen, Ableitung von Regenwasser über die Kanalisation und Schutzmaßnahmen an Straßen kann dieser Entwicklung an manchen Stellen entgegengesteuert werden.
Günter Diesener, Josef Reichholf, Steinbachs Naturführer, Lurche und Kriechtiere, Herausg. Gunter Steinbach, 1986, Mosaik Verlag, München, ISBN 3-570-01273-5
Andreas und Christel Nöllert, Die Amphibien Europas, Bestimmung - Gefährdung - Schutz, Kosmos Naturführer, 1992, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, ISBN 3-440-06340-2
Friedo Berninghausen, Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer, Herausg. NABU (Naturschutzbund Deutschland), 1998, Hannover, ISBN 3-925815-25-2
Antonia Cabela, Heinz Grillitsch, Franz Tiedemann, Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich, Umweltbundesamt, 2001, Wien, ISBN 3-85457-586-6
Burkhard Thiesmeier, Kurt Grossenbacher, Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Schwanzlurche IIA und IIB, 2004, Aula-Verlag, Wiebelsheim, ISBN: 3-89104-673-1, ISBN: 3-89104-674-X
Burkhard Thiesmeier, Der Feuersalamander, 2004, Laurenti-Verlag, Bielefeld ISBN: 3-933066-21-2
Text: Cornelia Gabler |
11. März 2010
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