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Der Teichmolch (Lissotriton vulgaris; Syn.: Triturus vulgaris) ist der kleinste der einheimischen Molche (bis 11 cm). Er besitzt eine unscheinbar braune und dunkel gefleckte Fleckung. In seinem Verbreitungsgebiet in Österreich (überwiegend unter 600 m) bewohnt er die unterschiedlichsten Gewässer und Landlebensräume. Noch ist sein Vorkommen als häufig anzusehen.
Teichmolch - Lissotriton vulgaris - oben Männchen, unten Weibchen (Fotos: © herpetofauna.at)
Der Teichmolch ist ein schlanker, feingliedriger, relativ kleiner Molch mit einer Gesamtlänge von bis zu 11 cm (Männchen) und 10,4 cm (Weibchen).
Das Männchen trägt am Kopf 5 dunkle Längsstreifen, am Rücken und an den Seiten finden sich helle Brauntöne als Grundton, mit dunkler, meist rundlicher und üppiger Fleckenzeichnung. Die Unterseite ist weißlich mit orangefarbener bis roter Mittelzone und schwärzlicher Fleckung. Im Hochzeitskleid (Wassertracht) zeigt das Teichmolchmännchen eine Körperfärbung wie an Land, aber alle Farben erscheinen viel intensiver. Das auffälligste Kennzeichen der Wassertracht ist ein hoher, zwischen oder hinter den Augen beginnender, gezackter oder gewellter Rückenkamm, der ohne Unterbrechung in einen ebenfalls gezackten oder gewellten Schwanzsaum übergeht. Die untere Schwanzkante ist auffallend orangerot und blau gefärbt. Zwischen den Zehen der Hinterfüße befinden sich schwärzliche, sehr breite Hautlappen.
Weibchen sind oberseits meist einfarbig gelblich lehmfarben oder braun, oft mit kleinen, dunklen Flecken, seltener mit heller Rückenmittelzone. Die Bauchseiten sind häufig leicht goldglänzend, die Bauchmitte ist gelblich bis rötlich und in der Regel mit kleinen, dunklen Flecken versehen. In Österreich ist die Unterart Lissotriton vulgaris vulgaris (LINNAEUS, 1758) anzutreffen.
Verbreitungkarte: Teichmolch - Lissotriton vulgaris (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Landhabitat: Als bevorzugte Landlebensräume ist Auwälder, Laub- und Mischwälder, Grünland, Gärten, Feuchtwiesen und Ruderalflächen zu nennen, wobei der Teichmolch auch hier nicht so anspruchsvoll ist, wie andere Arten.
Winterquartiere: Adulte L. vulgaris überwintern überwiegend an Land, gelegentlich auch im Wasser. Eine Überwinterung der Larven im Gewässer scheint relativ häufig vorzukommen. An Land sind die Tiere dann in Steinhaufen oder Legesteinmauern, Bergwerksstollen, unter der Laubschicht von Gebüschen, in Holzhaufen oder Nagerbauten zu finden.
Teichmolche erreichen mit etwa 2-3 Jahren die Geschlechtsreife und werden durchschnittlich etwa 5-6 Jahre alt, können aber auch ein Alter bis zu 10 Jahren erreichen.
Die Fortpflanzung findet im Wasser statt. Nach dem Einwandern in das Gewässer ab Anfang April bilden die Männchen die Wassertracht aus und die Paarungsaktivitäten beginnen. Nach der Balz durch das Männchen mit dem typischen Schwanzwedeln folgt das Weibchen dem Männchen. Dieses setzt nun das Samenpaket (Spermatophore) ab. Das Samenpaket wird vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen. Danach beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Es werden die Eier (100-300 pro Weibchen) einzeln in Blätter von Wasserpflanzen eingewickelt. Die Eiablage erfolgt bis in den Juni. Die kiementragenden Larven schlüpfen nach 20-30 Tagen, danach brechen die Vorderbeine und dann die Hinterbeine durch.
Die Larvenentwicklung dauert etwa 3 Monate; die metamorphosierten Jungtiere gehen meist im August mit einer Gesamtlänge von 3-4 cm an Land. Über die Lebensweise der Jungtiere an Land ist wenig bekannt. Nur wenige der Nachkommen erreichen die Geschlechtsreife. Beim Teichmolch wird oft von Funden neotener Tiere (diese haben die Metamorphose noch nicht abgeschlossen, sind aber bereits geschlechtsreif) berichtet.
Das Wasserliebesleben des Teichmolchs - ein Film von Eric Eggerer
Bei der Nahrungswahl sind Teichmolche Generalisten. Es werden Insektenlarven, Krebstiere, Würmer, Schnecken und Amphibienlaich im Wasser aufgenommen. Während des Landlebens dienen vor allem Insekten, Würmer und Schnecken als Nahrung.
Wird der Teichmolch unsanft berührt, so gibt er quiekende Laute von sich.
Allgemein gilt der Teichmolch noch als häufig. Er ist dennoch, wie alle Amphibienarten, durch die Zerstörung seiner Lebensräume, Gewässerverschmutzung, Lebensraumzerschneidung, Pestizideinsatz und Fischbesatz in Laichgewässern gefährdet.
Günter Diesener, Josef Reichholf, Steinbachs Naturführer, Lurche und Kriechtiere, Herausg. Gunter Steinbach, 1986, Mosaik Verlag, München, ISBN 3-570-01273-5
Andreas und Christel Nöllert, Die Amphibien Europas, Bestimmung - Gefährdung - Schutz, Kosmos Naturführer, 1992, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, ISBN 3-440-06340-2
Friedo Berninghausen, Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer, Herausg. NABU (Naturschutzbund Deutschland), 1998, Hannover, ISBN 3-925815-25-2
Antonia Cabela, Heinz Grillitsch, Franz Tiedemann, Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich, Umweltbundesamt, 2001, Wien, ISBN 3-85457-586-6
Burkhard Thiesmeier, Kurt Grossenbacher, Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Schwanzlurche IIA und IIB, 2004, Aula-Verlag, Wiebelsheim, ISBN: 3-89104-673-1, ISBN: 3-89104-674-X
Text: Cornelia Gabler |
2. Sept 2010
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