Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 3 (06-Feb-2009): Die Wadis der westlichen Hajar Berge GPS Track

 


Zwischen den Ortschaften Awabi und Rustaq kann man einige sehr schöne Wadis erkunden, die alle Wasser führten und an einigen Stellen bildeten sich Pools mit herrlich angenehmen Wassertemperaturen. Zuerst fuhren wird das Wadi Abiyad in Richtung Süden entlang. Die Schotterstraße endete bald nach dem letzten Dorf, danach ging es im Flussbett mit dem Allrad weiter.

Am ersten Pool stoppten wir und fanden schon kurz danach Bufo arabicus. Diese tagaktiven Kröten sind im geeigneten Habitat allgegenwärtig, oft in hohen Dichten, sehr aktiv und meist unterschiedlich gefärbt. Die Kaulquappen teilten die Gewässer gelegentlich mit einigen Süßwasserfischarten (Cyprinidae: Garra bareimiae, Cyprinion microphtalmus).

Bufo arabicus; CR

Bufo arabicus


Auf dem Weg flussaufwärts zu den größeren Pools fanden wir eine beeindruckende aber harmlose Schlange, Platyceps rhodorachis. Diese schöne Schlange kann mit unseren Natrix Arten in Europa verglichen werden. Sie sind meist im Gewässer oder in Gewässernähe anzutreffen und sind spezialisiert auf Fische und Kaulquappen als Beute. Diese Art ist schnell und wendig, ein guter Schwimmer, kann aber auch gut über Felsen klettern. In diesem Wadi fanden wir ein adultes Exemplar und ein Jungtier. Insgesamt haben wir 8 Individuen gefunden. Auch andere Touristen und Einheimische berichteten über Begegnungen mit dem Wadi Racer, so die zutreffende englische Bezeichnung. Ein weiterer Pseudotrapelus wurde auf einem Felsen gesichtet und natürlich war auch hier wieder Pristurus rupestris allgegenwärtig.


Nach diesem sehr empfehlenswerten Marsch durch das Wadi nahmen wir, während der Hitze um die Mittagszeit, ein entspannendes und angenehmes Bad in den Pools. Danach ging es wieder die ca. 3 km retour zum Auto.


Auf der Rückfahrt blieben wir noch an einer Palmenplantage stehen, wo wir nur die Arabischen Kröten fanden. Wir entschlossen uns, obwohl es schon etwas spät, war das nächste Wadi zu besuchen. Das Wadi Bani Kharus, in dem die Katzennatter schon beobachtet wurde, führt nach Norden direkt an die höheren Berge der westlichen Hajar Gebirges. In diesem Tal sind die alten Bewässerungssysteme, die so genannten falaj, gut erhalten und noch immer im Betrieb. Sie sind ein Nachweis einer ehemaligen hoch entwickelten Kultur.

Als wir das hinterste Dorf in diesem Wadi erreichten fielen noch die letzten Sonnenstrahlen in das Tal. Hier hatten wir die Möglichkeit eine Paarung von Bufo arabicus zu beobachten und den knarrenden Rufen der Männchen zu lauschen. Während wir die Kröten beobachteten, machte Hannes eine der wichtigsten Beobachtungen dieser Reise, er stolperte über einen kleinen Skink in einer kleinen Grasfläche direkt am Wasser. Bis heute sind nur wenige Aufzeichnungen über Ablepharus pannonicus aus dem Oman bekannt, die meisten aus Wadis in höheren Lagen. Der Lebensraum war vergleichbar mit denen von A. kitaibelii, der in unserm Fall allerdings etwas kleiner, kaum ein Quadratmeter groß, war.


Zurück im Hotel fanden wir noch einen Hemidactylus turcicus parkeri, der jetzt auch als Hemidactylus robustus bekannt ist. Die größeren H. flaviviridis suchen sie die besten Plätze in der Nähe von Lampen und so wird H. turcicus in andere Lebensräume verdrängt wie Holzgerüste oder sogar Bäume. In der Nacht besuchten wir noch einmal die Stelle an der wir am ersten Tag die Psammophis schokari beobachtet hatten und fanden einen weiteren nachtaktiven Gecko, Bunopus spatalurus hajarensis. Dieser zeichnet sich durch seine helle Farbe mit braunen Querstreifen und Pünktchen in parallelen Längslinien, aus.

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Bilder Tag 3: Die Wadis in den westlichen Hajar Bergen (40 Fotos)

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Tag 4 (07-Feb-2009): Der letzte Tag in der Bathina Ebene

 

Tagesübersicht und Karte

 

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