Tag 6 (09-Feb-2009): Richtung Saudi Arabien
Auch einige Reptilien finden zwischen den Ritzen der desolaten Mauern ihren Unterschlupf. Hier fanden wir eine ganz seltene Art der Gattung Pristurus, Pristurus gallagheri, der wie der größere Bruder des P. rupestris aussieht. Nicht weit entfernt davon, unter Müll, fanden wir Mabuya tessellata. Wir beschlossen diese, Stelle ein weiteres Mal zu besuchen, nämlich nachts.
Ausläufern der Rub Al-Khali Wüste
Wir fuhren weiter in Richtung Südwesten, um einen Blick auf Öltürme zu werfen, dort wo sie auf unserer Karte eingezeichnet waren. Allerdings hat sich dann herausgestellt, dass diese Ölförderanlagen doch gut 300 km weiter südlich sind, und so entschlossen wir uns, etwa 100 km von Nizwa entfernt, umzudrehen und an guten Stellen zu stoppen, um nach Reptilien zu suchen.
An der ersten Stelle, wo die weitläufige Kies-Ebene von einem schmalen Streifen mit verfestigtem Sand gekreuzt wird, fanden wir einen jungen Acanthodactylus opheodurus mit seinem typischen roten Schwanz. Diese Echsen bewohnen den gleichen Lebensraum wie A. blanfordi in der Batinah-Ebene. Großflächige, harte Sand-Lebensräume werden hauptsächlich von erwachsenen Tieren genutzt. Wir haben uns immer wieder gefragt, wo wir junge Acanthodactylus finden würden. Dieser Fund könnte darauf hindeuten, dass Jungtiere auf suboptimale Lebensräume „vertrieben“ werden.
Auf diesen großflächigen Sandflächen war diese Art sehr häufig, trotzdem nicht einfach zu fotografieren. Wenn sie flüchten, und das tun sie relativ schnell, dann meist zur nächsten Struktur, die Schutz bietet. Aussehen und Verhalten sind sehr ähnlich dem Acanthodactylus blanfordi. Die Rückenzeichnung, aus Längsstreifen und in Reihen angeordneten Punkten, ist bei Acanthodactylus opheodurus kontrastreicher. Im selben Habitat fanden wir auch noch den nachtaktiven Bunopus tuberculatus, tagsüber allerdings nur in seinen Verstecken bzw. selten auch im Schatten. A. opheodurus war eindeutig das häufigste Reptil an mehreren Stellen in diesem Gebiet. An einer Stelle fanden wir auch Mesalina adramitana und zum ersten Mal einen Pristurus minimus. Diese kleine Geckoart ist im Bereich um Nizwa selten zu finden, dafür weiter östlich sehr häufig.
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8. Feb 2012
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