Tag 13 (16-Feb-2009): Highlights an der Ostküste
Varanus griseus
Zuerst fanden wir nur die im Osten Omans häufigen Arten Pristurus carteri und P. minimus. Nach kurzer Suche konnte Gerald schließlich auch einen der selten beobachteten Stenodactylus arabicus ausmachen. Dieser filigrane (verlieren den Schwanz sehr leicht) nachtaktive Gecko hat mit “Schwimmhäuten” versehene Zehen und kann sich somit sehr einfach im Sand fortbewegen.
Nach dem Mittagessen in einem kleinen Dorf beschlossen wir, wieder zu jener uns schon bekannten Stelle zu fahren, wo Christoph zwei Tage zuvor eine „seltsame“ Eidechse gefunden hatte. Werner vermutete hinter diesem Tier einen uns noch nicht bekannten Fransenfinger. Zuerst fanden wir wieder jene Arten, mit welchen wir schon vertraut waren, wie beispielsweise A. schmidti, P. arabicus und die häufigeren Geckos. Nach langer Zeit intensiven Suchens konnten Gerald und Christoph schließlich eine der schon beobachteten Eidechsen fangen – sie stellte sich nach näherer Begutachtung als Acanthodactylus haasi heraus - eine sehr seltene, im Zentraloman und in den angrenzenden Emiraten endemische Fransenfingerart, über deren Lebensweise nur sehr wenig bekannt ist. Bei Gefahr fliehen diese Eidechsen in Grashorste sowie kleine Büsche und klettern dort aufwärts, wohingegen die meisten anderen Eidechsen am bzw. im Grund zwischen den Wurzeln Deckung suchen.
Den Weg zurück in den Norden bewältigten wir über eine Piste etwas weiter im Landesinneren, in der Hoffnung, eventuell noch ein weiteres großes Reptil wie den Waran vom Morgen zu finden. Nachdem einiges an Strecke zurückgelegt wurde rief Gerald plötzlich, dass wir stehenbleiben sollen, da er eine Dornenschwanzagame (Uromastyx aegyptius microlepis) gesehen habe, die sich in ihre Höhle verkrochen hatte. Wir wussten, dass diese Tiere während der heißesten Stunden des Tages aktiv sind, und da es mittlerweile später Nachmittag war, war dies vermutlich die letzte Gelegenheit, eine dieser Agamen zu Gesicht zu bekommen.
Nach kurzer Suche fanden wir das Loch, in welchem sie verschwunden war und warteten gespannt auf ihr nochmaliges Auftauchen, was allerdings leider nicht geschah. Nachdem der Geduldsfaden gerissen war, versuchten wir unser Glück im Schaufeln. Wegen des harten Bodens und der fortgeschrittenen Zeit, wurde die Chance das Tier noch zu Gesicht zu bekommen, zunehmend geringer eingeschätzt. Hinzu kam noch, dass Thomas angeblich nicht graben konnte, weil er einen entzündeten und geschwollenen Finger hatte und Hannes angeblich vom Mittagessen noch immer schlecht war. Folglich werkten Gerald und Christoph alleine in der Hitze des Nachmittages für ca. zwei Stunden, während Werner und Hannes immer wieder auf die Aussichtslosigkeit dieses Vorhabens hinwiesen. Aber – gut Ding braucht Weile, und nachdem sich die beiden insgesamt ca. 6 Meter durch das sehr harte Bodensubstrat, noch dazu nur mit einem kleinen Spaten ausgerüstet, geschaufelt hatten, hatten wir einen großen Uromastyx mit ca. 75cm Gesamtlänge ausgegraben. Als wir ihn in den Händen hielten war er überraschend lethargisch – Dornschwanzagamen scheinen, einmal aus ihrer bekannten Umgebung entnommen, kein spezifisches Abwehrverhalten zu besitzen. Während des Fotografierens kam dann noch plötzlich ein Einheimischer. Reflexartig versteckten wir das Tier in einem Busch, da diese großen Echsen ebenso wie die Warane als Delikatesse gelten. Als der Mann den Graben sah fragte er uns, wo wir den „Dhabb“ hätten. Die Antwort, nämlich dass er davongelaufen sei, nahm er uns vermutlich nicht so ganz ab – und so dauerte es noch einige Zeit und viele Ausführungen, wie delikat diese Tiere doch seien, bis er schließlich weiter fuhr. Nachdem wir noch ein paar Fotos geschossen hatten, ließen wir das Tier schließlich bei einer der vielen Bauten in der Umgebung frei.
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