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Go West! Nach Batumi an die Schwarzmeerküste
Im Norden begleitet vom Großen- im Süden vom Kleinen Kaukasus, fuhren wir (jetzt mit eigenem Fahrer Murtasi und dessen Ford Transit) entlang der Kura in Richtung Westen, vorbei an Gori, der Geburtsstadt Stalins. Nachdem wir den Lauf der Kura, die sich an dieser Stelle von Süden her in das fruchtbare Becken von Schida Kartli ergießt, bei Chaschuri verlassen hatten, mussten wir den Surami-Pass überqueren, der das niederschlagsreiche Westgeorgien vom trockenen Osten des Landes trennt. Während die alte Straße über den Pass führt, benutzten wir den Tunnel, um schneller an unseren Zielort Batumi am Schwarzen Meer zu gelangen. Da es gerade Mittagszeit war, hielten wir nach Verlassen des Tunnels Ausschau nach einem geeigneten Wirtshaus (Sasadilo), wo wir unseren Hunger stillen könnten. Während wir die Passtraße hinunter fuhren und die ersten, im Wald aus Buchen (Fagus sylvatica orientalis), Esskastanien (Castanea sativa), Weißbuchen (Carpinus betulus) und Traubeneichen (Quercus iberica) verstreut wachsenden, leuchtend gelb blühenden Rhododendren (Rhododendron luteum) bewunderten, bemerkten wir ein geeignet erscheinendes Etablissement mit nahe gelegenen Weihern und einigen kleinen Felsen an einer Straßenbiegung und hielten an.
Noch vor dem Essen, das uns dann vorzüglich schmeckte, konnten wir in den Weihern nach kurzer Zeit riesige Molche entdecken, die sich zunächst alle als Kammmolche (Triturus karelinii) erwiesen. Bereits wenige Kescherversuche beförderten mehrere Weibchen an Land, die Männchen erschienen nach der Beunruhigung kaum mehr an der Oberfläche. Erst nach vielen weiteren Versuchen gelang es uns endlich, einen wahren Brocken zu keschern. Die Östlichen Kammmolche übertreffen alle unsere heimischen noch an Körpergröße. Wir konnten diese Art außerdem noch in einem Graben am Supsa-Terminal in der Kolchis nachweisen.
Unser nächster Stopp, das Adschameti-Reservat, liegt unmittelbar südlich der zweitgrößten Stadt Georgiens, Kutaisi am nördlichen Ufer des Rioni und ist – für uneingeweihte Besucher – wegen seiner Lage zwischen Verbindungsstraßen, dem fehlen größerer Wildtiere und seiner geringen Ausdehnung – durchaus nichts Bemerkenswertes.
Stopp am Weg nach Batumi an die Schwarzmeerküste. Kühe auf der Straße sind ganz alltäglich.
Tatsächlich handelt es sich dabei aber um ein wahres Kleinod unter den Naturschutzgebieten Georgiens, weil hier die Zusammensetzung des Waldes ungefähr den - fossil überlieferten – Hartauwäldern des Spät-Tertiärs Europas entspricht! Das Reservat dient vor allem dem Schutz der Zelkove (Zelkova carpinifolia) einem Baum aus der Familie der Ulmengewächse, der hier in Vergesellschaftung mit Orient-Traubeneiche (Quercus iberica), einer endemischen Stieleiche (Quercus imeretina), Weißbuche (Carpinus betulus), Orient-Weißbuche (Carpinus orientalis) u.A. wächst. Im Unterwuchs finden sich z.B.: Mäusedorn (Ruscus), und gelb blühender Rhododendron (Rhododendron luteum).
Durch Bertls Berichte von zarten, rein grünen Laubfröschen ohne Seitenzeichnung, die er bei früheren Exkursionen im Gebiet des - an der Küste bei Poti gelegenen – Paleostomi-Sees fotografieren konnte und unseren eigenen bisherigen Beobachtungen an kolchischen Laubfröschen neugierig geworden, hielten wir an einem, mit Schilf bewachsenen Gewässer an der Straße zwischen Lantschchuti und Supsa noch einmal kurz an und begannen zu suchen. Der einzige Laubfrosch, den wir im Licht der fortgeschrittenen Dämmerung noch finden konnten, flüchtete allerdings vor Franz, der sich im Übereifer zu schnell bewegt hatte und landete – vor unseren Augen – im Magen eines der allgegenwärtigen Seefrösche.
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17. Mai 2012
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