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Adscharien (Adschara)
Adscharien im Südwesten des Landes
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Nachdem Staatspräsident Eduard Schewardnadse zum Rücktritt gezwungen
worden war, proklamierte der damalige Parlamentspräsident Adscharas, Aslan
Abaschidse, die Loslösung der Teilrepublik von Georgien. Seine Absichten fanden
aber keine Zustimmung in der Bevölkerung, es kam zu Auseinandersetzungen
zwischen der Polizei und Demonstranten. Abaschidse wurde entmachtet
und ging ins russische Exil.
Die autonome Teilrepublik Adschara liegt im Südwesten Georgiens an der
Grenze zur Türkei. Die Hauptstadt Batumi (11.8000 Einwohner) ist – neben
dem nördlich gelegenen, nicht zu Adschara gehörenden Poti – die
wichtigste Hafenstadt Georgiens und verschifft neben land- und forstwirtschaftlichen
Produkten vor allem Erdöl vom Kaspischen Meer. Das feucht-warme Klima
der Region ist im Winter frostfrei und erlaubt den Anbau von Tee, Bananen und
Zitrusfrüchten.
Die schöne, gepflegte Altstadt von Batumi wird heute wieder von Touristen – meist
aus der ehemaligen Sowjetunion - besucht, Hotels und Strandpromenaden sind
häufig überfüllt, die nächtliche Beleuchtung, auch der
Nebenstraßen, ist beinahe schon zu hell. Noch vor relativ kurzer Zeit
waren Nachtspaziergänge ohne Taschenlampe ein gefährliches Unterfangen – weil
es leicht geschehen konnte, in einen nicht abgedeckten Kanal oder eine Baugrube
zu fallen! Unsere Unterkunft war ein kleines Hotel in zentraler Lage, welches
auch stundenweise genutzt werden konnte – ein weiteres Beispiel für
den Wirtschaftsboom in der Region!

Batumi
Eines unserer Tagesziele, der „weinende Berg“ Mtirala, im Nordosten
von Batumi gelegen, ist für die enormen Mengen an Niederschlägen – mehr
als 4000 mm im Jahresdurchschnitt - die hier fallen bekannt. Wir blieben zwar
bis auf einige Schauer vom Regen verschont, konnten aber die richtige Zufahrt
nicht finden, da Bertl, - der den Berg schon zwei mal bestiegen hatte – der
irrigen Auffassung war, es gäbe sowieso nur eine Einzige! Immer wieder
versuchten wir am dicht besiedelten Fuß des Berges, die
passende Abzweigung zu erwischen, wurden von den Einheimischen in die unterschiedlichsten
Richtungen gewiesen und zum Schnapstrinken eingeladen, aber schließlich
gab unser alter Ford Transit den Geist auf.
Wir beschlossen daher ein Tal, das vom Berg herabführte, aber leider gerodet
und mit Farndickicht und Hochstaudenfluren dicht bewachsen war, zu erkunden.
Unser erster Fund war eine zum Bersten vollgefressene Ringelnatter, die offenbar
zuvor eine Erdkröte (Bufo verrucosissimus) verspeist hatte.
In tiefer gelegenen Bachabschnitten dominierten noch die Seefrösche, die
in Adschara meist deutlich kleiner sind als ihre Verwandten z.B. im Raum Tiflis.
Möglicherweise handelt es sich hier schon um Vertreter des Kleinasiatischen
Seefroschs (Pelophylax bedriagae), oder um Mischpopulationen. Weiter
oben, bei abnehmender Wasserführung nahm die Anzahl der Kleinasiatischen
Braunfrösche
(Rana macrocnemis macrocnemis) gegenüber den
Seefröschen zu. Diese Braunfroschart ähnelt in ihrer typischen Form
sehr unserem Springfrosch, es kommen aber auch einzelne Tiere mit Dorsalstreifung
vor. Im Frühling ist die Bauchseite der Tiere meist mehr oder weniger
rötlich gefärbt.
In Bachnähe fanden wir einige Artwiner Eidechsen der lokalen Unterart
(Darevskia derjugini barani) und an den Felsen die hier vorkommende
Unterart der Kielschwanz-Eidechse (Darevskia rudis bischoffi), der
größten Vertreterin dieser Art bzw. der ganzen Gattung. Die Männchen
dieser prächtigen Eidechse, die sich durch ihre stark gekielten Schuppen
auszeichnet, haben zur Paarungszeit eine intensiv gelbgrüne Rückenfärbung,
blaue Flankenflecken und dottergelbe Bauchseiten.
Eine ganz junge Schlingnatter (Coronella austriaca), die sich eben
in einem vermoderten Baumstumpf verstecken wollte, konnte Bertl im letzten
Augenblick noch herausziehen. Merkwürdigerweise blieb es der einzige Nachweis
dieser Art während der gesamten Reise.
Unter den Rhododendronbüschen die zwischen den Farnen wuchsen und hier
meist der in Adschara häufigen, altrosa oder lila blühenden Art (Rhododendron
ponticum) angehörten, befanden sich auch einige wenige der hier endemisch
vorkommenden Art (Rhododendron ungernii), mit dicht behaarten Blatt-Unterseiten,
die aber noch nicht geblüht haben.
Mtirala - links oder rechts?
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Da wir den Gipfel des Mtirala nicht erreichen konnten - der überdies,
trotz der inzwischen angestiegenen Temperaturen, noch immer verschneit lag – hatten
wir auch keine Gelegenheit, die – am Mtirala endemische – Form
des Kaukasussalamanders (Mertensiella caucasica djanaschvilii)
zu sehen. Bei einem Besuch des von Buchenwald bedeckten Gipfelbereiches,
anlässlich
einer botanischen Exkursion im September 1997, konnte Bertl zahlreiche dieser
Tiere bei regnerischem Wetter beobachten. Alle waren einfärbig grau bis
bräunlichgrau und ungefleckt.
Clarks Eidechse, die an den Westflanken des Berges in tieferen Lagen
ihre nördlichste
Verbreitung erreicht sind wir diesmal hier ebenfalls nicht begegnet.
Ein weiterer Ausflug, den wir von Batumi aus unternahmen, führte uns
ins Hinterland Adscharas. Wir folgten zuerst dem Lauf des Tschorochi, der – von
der Türkei kommend – mit seinem Unterlauf georgisches Staatsgebiet
erreicht um schließlich im Schwarzen Meer zu münden. Die gebirgige
Landschaft hier ist das ganze Jahr hindurch in üppiges Grün getaucht.
Die artenreichen Wälder aus Buchen (Fagus sylvatica orientalis),
Esskastanien (Castanea sativa), Weißbuchen (Carpinus betulus),
verschiedenen Eichen (Quercus iberica, Quercus hartwissiana), Erlen
(Alnus barbata), Ulmen (Ulmus glabra), Linden (Tilia
begoniifolia), Walnuss (Juglans regia), in höheren Lagen
auch Orienttanne (Abies nordmanniana) und Orientalische Fichte (Picea orientalis).
Ähnlich wie in tropischen Regenwäldern gibt es hier ein zweites Stockwerk
aus weniger hoch wachsenden Bäumen, meist immergrüne Arten:
Pontische Alpenrose (Rhododendron ponticum), Lorbeerkirsche (Prunus
laurocerasus),
Stechpalme (Ilex aquifolium), Buchsbaum (Buxus sempervirens),
die hier Höhen von mehr als 15 Metern erreichen. Lianenarten (Smilax
excelsa, Periploca graeca) und die prachtvolle
Pfeifenblume (Aristolochia pontica) sind auf tiefere Lagen beschränkt,
Klettersträucher, wie der Kolchische Efeu (Hedera colchica)
wuchern überall.
Vor allem in höher gelegenen Gebieten kommen in der Strauchschicht
noch u.A. Gelbe Alpenrose (Rhododendron luteum) und Kolchische
Heidelbeere (Vaccinium arctostaphylos) hinzu. Die Bäume
sind dicht mit epiphytischen Moosen und Farnen bewachsen. Die beiden
anderen Rhododendron-Arten des Gebiets (Rhododendron smirnowii & Rh.caucasicum sind
auf die alpinen Lagen beschränkt, daher haben wir sie nicht gesehen.
Wir folgten nun dem wichtigsten Seitental des Tschorchi, dem des Adschariszkali
in östlicher Richtung ein Stück weit. Hier fanden wir zunächst
- neben den obligaten Seefröschen - einige
Laubfrösche von etwas kräftigerem Körperbau, als diejenigen,
die wir am Surami-Pass und im Kolchischen Flachland gesehen hatten beim
Laichen. Die Tiere hier hatten eine markantere Seitenzeichnung als jene,
aber ebenfalls reduzierte, bzw. fehlende Hüftschlingen. Die im Amplexus
verharrenden Männchen waren – wie die Kolchischen - sehr dunkel,
beinahe schwarz gefärbt. An den Felsen saßen unzählige
Kielschwanz-Eidechsen (ssp. boehmei) und ebenso viele Adscharische
Rotbaucheidechsen (Darevskia
parvula adjarica), die hier allerdings – im Gegensatz zu
den Populationen an der Küste weniger stark rot gefärbte
Bauchseiten hatten. Mehrere Blindschleichen (Anguis fragilis colchica),
Kaukasische Braunfrösche
und ein dunkel gefärbtes Männchen der Ringelnatter vervollständigten
das Ergebnis des Ausflugs.
An dieser Stelle scheinen uns nun einige Bemerkungen zu den Ringelnattern
Georgiens angebracht. Gemeinhin gelten die Ringelnattern der Kaukasus-Region,
sowie – nördlich
davon – diejenigen östlich des Dnjepr bis zum Baikalsee vorkommenden,
der „Unterart“ Natrix natrix scutata -
die sich von der Nominatform lediglich durch mehr orange bis mennigrote
Färbung
der Flecken am Hinterkopf unterscheiden soll - zugehörig.
Manchmal wird für den Kaukasus auch Natrix natrix persa angegeben.
Tatsächlich finden sich aber in diesem riesigen Gebiet höchst unterschiedliche
Färbungsvarianten. Es gibt - neben solchen, die man wohl kaum von mitteleuropäischen
Exemplaren unterscheiden kann – häufiger als bei uns voll- bzw.
teilmelanistische Tiere und mehr oder weniger deutlich längsgestreifte
Individuen. Die Flecken an den Kopfseiten können milchweiß, gelblich,
gelb, orange, mennig- oder lachsrot sein und nicht, teilweise oder gänzlich
von dunklen Pigmenten überlagert werden. Zudem findet sich eine ähnliche
Variabilität der Färbung keineswegs nur im östlichen Verbreitungsgebiet
der Art, sondern schon im östlichen Mittel- und Osteuropa.
Die Ringelnattern Ostgeorgiens haben dagegen fast immer zwei deutliche
helle Rückenstreifen und klare – oft orange oder rötlich getönte
Flecken an den Kopfseiten. Größere, dunkle Barrenflecken scheinen
bei den Ringelnattern Georgiens nicht vorzukommen. Die Validität von Natrix
natrix scutata erscheint uns somit fragwürdig!
Eine Form, die – von ORLOV & TUNIEV 1987 als eigenständige Art
beschriebene - Großkopfringelnatter (Natrix megalocephala)
existiert aber tatsächlich hier!

Ringelnatter aus Kobuleti mit typischer "scutata"-Färbung
Diese Tiere unterscheiden sich von anderen Ringelnattern durch den kürzeren
Körper, den – auch bei halbwüchsigen Männchen – deutlich
breiteren Kopf und den größeren Deckungsbereich der Frontal- & Parietalschilder.
Die Form ist anscheinend immer melanistisch und wurde bisher nur in den tieferen
Berglagen des westlichen und zentralen Großen – bzw. des westlichen
Kleinen Kaukasus gefunden, immer im Bereich immerfeuchter Wälder. In all
diesen Regionen kommen auch normale Ringelnattern mit schlanken Köpfen
vor, zu denen auch das bekannte schwarze Exemplar aus Hopa / Türkei gehört,
das JANDZIK in seinem Artikel in „Zoology of the Middle East 2005“ untersucht
hat. Wir teilen seine Vermutung, dass es sich bei „Natrix megalocephala“ wohl
nicht um eine eigenständige Art handeln dürfte. Wir sind solchen
Tieren zwar diesmal nicht begegnet, aber Fotos die Bertl - der mehrmals in
den Reliktwäldern gearbeitet hat - dort machen konnte, belegen die Existenz
dieser hier endemischen Form. Möglicherweise kam es während des Pleistozäns,
als das Kaspische- & Schwarze Meer nördlich des Großen Kaukasus
miteinander in Verbindung standen und die Kolchische Ebene, sowie große
Teile Ostgeorgiens überflutet waren, zur Entwicklung einer eigenen Subspezies
in der Kaukasus-Region, die heute, durch Zuwanderung anderer Formen aus den
umliegenden Gebieten wieder verschwindet. Von besonderem Interesse wären
Informationen darüber, ob die megalocephala-Form in den Hyrkanischen Wäldern
am Südufer des Kaspischen Meeres vorkommt, da Diese mit jenen der
Kolchis etliche Gemeinsamkeiten haben.
Nun aber zu unserem nächsten Exkursions-Ziel, dem Tal des Tscharnali,
eines kleineren südlichen Zuflusses des Tschorochi, der in Küstennähe
auf diesen trifft. Die Vegetation in diesem idyllisch gelegenen Tal gleicht
weitgehend jener der Tieflagen des Adschariszkali-Tals.
In allen Tälern Adschara´s sind die ersten Vertreter der dortigen
Herpetofauna die man antrifft, die in unbeschreiblichen Mengen vorkommenden
Seefrösche.
Weiters fanden wir auch am Tschorochi einige Laubfrösche, die hier wieder
etwas kräftiger gebaut waren und zum Teil breitere, zum Teil sehr schmale
Hüftschlingen hatten. In seitlichen Auskolkungen des Flusses fanden wir
Kolchische Erdkröten
(Bufo verrucosissimus) beim Ablaichen. Ob der Artstatus,
der diesen Tieren zuerkannt wurde, zu Recht besteht ist noch Gegenstand kontroverseller
Debatten. Die Weibchen dieser Erdkröte haben – im Gegensatz zu anderen
Formen – sehr dicht stehende, zugespitzte Warzen. Auffällig ist
auch die späte Laichzeit, die in den tieferen Lagen der Waldgebiete Adscharas
mit seinem warmen Klima im Mai ihren Höhepunkt hat.
In Wasserlachen am Weg fanden sich einige Weibchen des Bandmolches, die
aber hier wesentlich kleiner waren, als die Tiere am Surami-Pass. Schlammtaucher
(Pelodytes caucasicus) suchten wir vergeblich,
nur vorjährige Larven waren in einigen wassergefüllten Gräben
zu sehen.
An Eidechsen waren hier folgende Arten vertreten:
Die Feuchtigkeit liebende Artviner Eidechse (Darevskia derjugini barani),
an Felsen die Kielschwanz-Eidechse (Darevskia rudis bischoffi),
sowie die nur in den warmen, immerfeuchten Gebieten des Südwestens vorkommende
Clarks Eidechse (Darevskia clarkorum). Diese recht
scheue Art wurde hier von DAREVSKI unter dem Synonym Lacerta dryada beschrieben.
Die Männchen werden während der Paarungszeit am Rücken leuchtend
grün, waren aber zum Zeitpunkt unseres Besuchs noch nicht ausgefärbt.
Nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es uns am Ende doch, ein Paar für
unsere Fotodokumentation zu erwischen.
Rotbaucheidechsen scheinen in diesem extrem feuchten Tal-Abschnitt nicht
vorzukommen. Am Bachufer fanden wir einige Süßwasserkrabben
(Potamon sp.)
und kleine, braun gefärbte Skorpione (Euscorpius sp.)
Ein absolutes Highlight der Reise war Bertls Fang eines Pärchens
Kaukasusottern (Vipera kaznakovi). In der Nähe eines Ziegenstalls
wollten wir nach der pantomimischen Unterhaltung mit dem Hirten weiter
talaufwärts
ziehen. Christoph hatte seine Kamera auf einen Seefrosch gerichtet, als Bertl
plötzlich mit den Worten: „Nehmen wir lieber die da!“ - ein
gelb gestreiftes Weibchen nur 1 m daneben aus dem Farndickicht zog.

Vipera kaznakovi, die Kaukasusottern
waren sicher eines unserer herpetologischen Highlights
Auf Wunsch
des immer noch anwesenden Hirten, der klar zu erkennen gab, dass er mit
der Anwesenheit der Schlange in der Nähe des Stalls ganz und gar nicht einverstanden
war, steckten wir sie in einen Beutel, um sie in gehöriger Entfernung
zu fotografieren und anschließend wieder frei zu lassen. Etwas weiter
talaufwärts machte Bertl die Bemerkung, dass es gut wäre auch ein
Männchen zu fangen. Er verschwand im Gebüsch und kam - keine zwei
Minuten später – mit einem wunderschön blutrot gezeichnetem
Tier, tatsächlich einem Männchen wieder zum Vorschein! In der üppigen
Vegetation sind die bunten Tiere, die bei Annäherung sofort in einem der
zahlreichen Löcher der Kolchischen Schneemaus (Chionomys roberti)
verschwinden leicht zu übersehen. Trotzdem ist ihr Bestand in einigen
Gegenden durch fortwährendes Absammeln zurückgegangen. Ein noch größeres
Problem ist aber wahrscheinlich der Verlust an Lebensraum durch das Abholzen
der Wälder. Es bleibt sehr zu hoffen, dass die Bemühungen zum Schutz
möglichst vieler Waldflächen, bzw. deren schonende Nutzung
erfolgreich verlaufen!
Bei der Rückfahrt nach Batumi hielten wir am Unterlauf des Tschorochi,
nur wenige Kilometer vor der Mündung an einigen größeren Teichen
und fanden etliche Würfelnattern
(Natrix tessellata) bei
Paarungsaktivitäten.
Am Abend machten wir einen Abstecher an die Küste nach Sarpi, dem Grenzübergang
zur Türkei. Obwohl es schon recht spät geworden war, wimmelte es
an den Felsen der Straßenböschung von Rotbaucheidechsen (Darevskia
parvula adjarica), die hier ihrem deutschen Namen alle Ehre machten!

Blick über die türkische Grenze
bei Sarpi
Mitten unter Ihnen fanden sich auch etliche besonders prachtvolle Kielschwanz-Eidechsen
(Darevskia rudis bischoffi), die sich um ihre kleineren Kollegen überhaupt
nicht zu kümmern schienen!
Ein Ausflug nach Kobuleti, nördlich von Batumi, an der dort bereits flachen
Küste gelegen, brachte uns problemlos die gewünschten Kolchischen
Zauneidechsen (Lacerta agilis grusinica) ein, die als adulte
Tiere fast immer komplett grün gefärbt sind. Von allen Zauneidechsen
haben diese auch die schlanksten Köpfe. Syntop mit den Eidechsen fanden
wir auch etliche verschieden gefärbte
Ringelnattern und eine Blindschleiche.
Die Teiche hinter den Küstendünen waren voller Wasserfrösche
(Pelophylax sp.). Die meisten Wasserfrösche der Kolchischen Ebene ähneln
in Köpergröße, Größe des Fersenhöckers, Variabilität
der Färbung und Gesamthabitus eher unserem esculenta–Typ,
als den östlichen Seefröschen (Pelophylax ridibundus) – der
einzigen, aus Georgien bisher bekannten Art der Gattung. Könnte es sich
vielleicht um Hybridfrösche handeln?
Bei einem zweiten Stopp an einer Ruine am Straßenrand fanden wir wieder
zahlreiche Rotbauch- und Kielschwanz-Eidechsen. Gleich daneben, an einem kleinen
Gewässer saßen in den Büschen
am Ufer eine ganze Menge an Laubfröschen, die hier wieder klein und zart
waren und denen die Hüftschlingen komplett fehlten. Nun erst fiel uns
auf, dass die Tiere auch ganz anders quakten als gewöhnliche
Laubfrösche und wir machten Tonaufnahmen der Stimmen! Aus dem Gewässer
kescherten wir auch ein paar sehr schöne Bandmolche.
Adschara ist uns trotz des in die Hosen gegangenen Versuchs, den Mtirala zu
besteigen und des Verlusts einer Brille, die Franz beim Baden im Schwarzen
Meer abzunehmen vergaß, in bester Erinnerung geblieben!
Im Kleinen Kaukasus
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West! Nach Batumi an die Schwarzmeerküste
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