Der Wintersportort Bakuriani

 

Karte Georgien, Quelle: Google Maps
Georgiens Wintersport-Hauptstadt Bakuriani

Bakuriani liegt auf 1700 m Seehöhe im Kleinen Kaukasus südwestlich des Kurorts Bordschomi. Der Tourismus, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stark gelitten hatte, beginnt sich langsam wieder zu erholen, wie einige Hotel-Neubauten bezeugen. Leider scheint sich der Ort keine Müllbeseitigung leisten zu wollen und so landen immer größere Mengen an Dreck in den umliegenden Wäldern – ein wahrhaft trauriger Anblick!


Während der Anfahrt blieben wir unterwegs mehrere male stehen um den Bus nicht zu überhitzen. An felsigen Straßenböschungen waren etliche Eidechsen zu sehen. Darevskia rudis obscura und Darevskia mixta kannten wir ja bereits von tiefer gelegenen Fundorten der Region. Hier oben war die dominante „Art“ aber die meist in größeren Gruppen lebende Armenische Eidechse (Darevskia „armeniaca“). Diese interessanten Tiere, die sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) fortpflanzen, sind Hybridklone, die aus Paarungen zwischen Darevskia valentini – einer, das Hochland bewohnenden Verwandten der Kielschwanz-Eidechse – und Darevskia mixta hervorgegangen sind. Alle sind Weibchen und legen unbefruchtete Eier, aus denen wieder nur weibliche Jungen schlüpfen. Wenn sie sich mit Männchen der Elternarten paaren (was bei gemeinsamem Vorkommen gelegentlich geschieht), kommt es hin und wieder auch zur Befruchtung der Eier, die Embryonen dieser Rückkreuzungen sind allerdings in den meisten Fällen nicht lebensfähig und sterben vor dem Schlupf ab, nur ganz ausnahmsweise schlüpfen sterile, triploide Jungtiere.


Darevskia "armeniaca" ist am Rücken bräunlich – olivfärbig mit schwarzen Punkten, die Bauchseite ist weißlich bis gelblich, die Körperseiten sind dunkler gefärbt und tragen interessanterweise oft leuchtend blaue Flecken. Die Jungtiere haben grüne Schwänze.

 

Bakuriani, Foto: Christoph Riegler
Bakuriani, auf 1.700 Meter, ist (war) DAS Wintersportzentrum in Georgien

 

In Bakuriani selbst lag noch teilweise Schnee, wahrscheinlich der Grund, warum es uns trotz unserer Bemühungen nicht gelang, in den Wäldern der Umgebung Pelodytes bzw. Mertensiella zu finden. Lediglich Kaukasische Braunfrösche (Rana macrocnemis macrocnemis) und Artwiner Eidechsen (Darevskia derjugini derjugini) waren zu sehen. Unter einem Baumstrunk fanden wir einen männlichen Bandmolch (Triturus (vittatus) ophryticus) noch in voller Winterstarre! Neben den Braunfröschen fanden wir in Tümpeln auch Laubfrösche und Teichmolche (Triturus vulgaris lantzi), die mit dem Laichgeschäft schon begonnen hatten.

 

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