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Karte Georgien, Quelle: Google Maps
Rückfahrt über Gori (westl.) nach Tiflis (östl.)

Dem Lauf der Kura in östlicher Richtung folgend stoppten wir in Gori (46.000 Einwohner), der Geburtsstadt Stalins, der dort noch immer in hohem Ansehen steht, wie eine riesige Statue im Stadtzentrum bezeugt. Sein Geburtshaus wurde mit einer Art Tempel überbaut, daneben liegt ein ihm gewidmetes Museum und auch seinen Privatwaggon kann man in der gepflegten Parkanlage davor besichtigen.

 

Wenige Kilometer östlich der Stadt thront auf einem Felsen am linken Ufer der Kura die sehenswerte Höhlenstadt Uplisziche, deren älteste Teile schon in antiker Zeit in den weichen Fels geschlagen wurden. Die kahlen Felsen bieten einen reizvollen Kontrast zum Grün des umgebenden Kulturlandes und werden von zahlreichen Kaukasusagamen bewohnt. Unter Steinen fanden wir auch etliche Wechselkröten, während sich die – hier ebenfalls vorkommenden – Schnellen Wüstenrenner (Eremias velox caucasica) wegen des wieder kalt gewordenen Wetters nicht sehen ließen.

 

Opferritual in Uplisziche
3x wurde der Hahn ums Kloster getragen

Wie überall an ähnlich exponierten Plätzen in Georgien gab es auch hier eine Kapelle, die uns Zeugen eines weitverbreiteten Brauchs aus vorchristlicher Zeit werden ließ: Eine Frau umkreiste mit einem lebenden Hahn dreimal die Kapelle. Nach jeder Umrundung wurde das Christusbild geküsst, anschließend wird das Opfer geköpft und zu Hause verspeist.


Ein Ausflug in die Flussauen war wegen des Hochwassers nicht möglich. Nach dem Mittagessen, das diesmal aus Lobio (Bohnen) bestand und uns allen vortrefflich geschmeckt hat, fuhren wir weiter nach Mzcheta, der – am Zusammenfluss der Kura mit dem vom Großen Kaukasus kommenden Aragwi gelegenen - alten Hauptstadt Georgiens.


Das auf einem Berg hoch über der Stadt liegende Dschwari-Kloster aus dem 6. Jahrhundert wurde unser nächstes Exkursionsziel. Die Umgebung des Klosters ist mit Schibljak – dem kontinentalen Gegenstück zur mediterranen Macchia – bewachsen. Dieser Vegetationstyp verdankt seine Entstehung der Abholzung der ursprünglichen Wälder aus Traubeneiche und Orient-Weißbuche und anschließender Überweidung. Neben einzelnen Kümmerformen der beiden genannten Arten besteht die Vegetation hier in der Hauptsache aus Christusdorn (Paliurus spina-christi), Jasmin (Jasminum fruticans), Kreuzdorn (Rhamnus pallasii), Spierstrauch (Spiraea salicifolia), verschiedenen Wacholderarten (Juniperus foetidissima, J.polycarpus), Meerträubel (Ephedera procera) u.A. Zwischen den Sträuchern wuchsen violett blühende Königskerze (Verbascum phoeniceum) und Kleines Knabenkraut (Orchis morio).


Neben etlichen Wechselkröten fanden wir hier eine Unmenge an Maurischen Landschildkröten (Testudo graeca ibera) in allen Größen und Formen. In Ostgeorgien war diese Landschildkröte neben dem Scheltopusik das am häufigsten angetroffene Reptil, das hier wirklich noch in guten Beständen vorkommt.


Weiters fanden wir ein Jungtier der Roten Springnatter (Dolichophis schmidti) welches naturgemäß jungen D.caspius bzw. D.jugularis sehr ähnlich sah. Der rötliche Schimmer, der für diese Art charakteristisch ist, war aber auch bei unserem Exemplar schon zu bemerken. Im Osten des Landes fanden wir die Art noch öfter. Einige adulte Tiere zeigten eine imposante, feuerrote Färbung, andere waren weniger leuchtend gefärbt.

Unter Steinen fanden wir hier (und an weiteren trockenen Stellen in Ostgeorgien) auch Skorpione (Mesobuthus sp.) und Walzenspinnen (Galeodes sp.).

 

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