Ringelnatter-Habitat mit Beton aufgefüllt

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Ringelnatter-Habitat mit Beton aufgefüllt

Beitragvon Hyalinobatrachium » Mo Apr 14, 2008 20:11

Hallo!

Hab eine Frage, da mich gerade etwas äußerst ärgert.

Ich habe letztes Jahr an einem Damm in der Korneuburger Au eine schöne Ringelnatter Massenpaarung filmen können. Über die ganze Saison habe ich an der Stelle mit ziemlicher Sicherheit zahlreiche Tiere finden können. Sie suchten vor allem Schutz zwischen lockeren Steinen am Ufer direkt an der Rückseite des Damms.

Heute hat mir meine Freundin erzählt, dass sie diese Steine und ihre Zwischenräume einfach mit Beton aufgefüllt haben??! Ich verstehe nur den Sinn dabei nicht ganz, denn der Damm wurde anscheinend weder erhöht noch durchgehend verbreitert.

Ich wollte fragen, ob jemand von euch weiß wer für solche Baumaßnahmen verantwortlich ist oder diese durchführt?

Vielen Dank!
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Beton vs Ringelnattern

Beitragvon Max Pöchhacker » Di Apr 15, 2008 6:27

Hallo

Für mich sieht das nach einem Tierhasser-Projekt aus.
Im Detail kommt es darauf an ob die Mauer auf einem Privatgrundstück wie einem Kraftwerksbetreiber oder auf Gemeindegrund steht. In letzterem Fall sollte man eher einen Schuldigen herausfinden können. Sonst hilft in so einem Fall nur Lobbying in Sachen Herpetologie. Das ist mühsam und braucht Menschen mit viel Engagement und großer Ausdauer welche de facto rar sind. ( die die es nur gut meinen klammere Ich hier aus, ich spreche von Menschen die es gut machen ) Ein Anfang wären ein oder besser viele Zeitungsartikel über die Zerstörung um dann mit den Stimmen der derart aufmerksam gemachten Menschen ein Umdenken bei der örtlichen Politik und den anderen Entscheidungsträgern herbeizuführen. - Eine große Aufgabe

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Beitragvon Hyalinobatrachium » Di Apr 15, 2008 9:19

Hallo!

Danke schon einmal für deine Antwort! Tierhasser- Projekt ging mir auch schon durch den Kopf, weil auf dem Damm öfters Angler sitzen und vielleicht sind die Fischfresser ihnen ein Dorn im Auge?

Privatgrund ist es aber glaub ich keiner. Die Wälder herum wurden und werden zum Teil vom Militär als Spielwiese genutzt. Ansonsten tippe ich eher auf Gemeindegrund.

Ob ich die Ausdauer habe da einen Aufstand anzuzetteln weiß ich noch nicht. Zunächst möchte ich einfach einmal mit jemandem reden, der mir sagt aus welchem Grund das gemacht wurde. Obwohl ich glaube, dass kein Grund für mich gut genug sein wird.

Schöne Grüße
Hyalinobatrachium
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Beitragvon Cornelia » Di Apr 15, 2008 10:58

Hi!
Natürlich kenne ich die wahren Gründe nicht, aber normalerweise, glaube ich, werden solche Dinge aus anderen "Notwendigkeiten" getan. Es gibt reichlich gesetzliche Auflagen für die Sicherung / Personenschutz / Unfallvermeidung bzw. auch technische Anforderungen bei derartigen Bauwerken. Und es zählt einfach mehr, wenn jemand kommt und sagt, er hätte Angst, dass sein Kind da hinunterfällt, als dass jemand eine Schlange schützen will, die ja auch daneben auf einem geeigneten Steinhaufen (den allerdings dann wieder niemand freiwillig anlegt - solche Bauwerke sind teuer) leben könnte. Um das Errichten von geeigneten Ersatzhabitaten zu fordern, wäre es notwendig, dass die Schlange einen wirtschaftlich berechtigten Anspruch an die Gestaltung ihres Lebensraumes nachweisen kann... und da tut sie sich einfach schwer, besonders, wenn sie nicht der Grundbesitzer ist.
Selten ist es wahrscheinlich einfach böser Wille - der bestenfalls dadurch entsteht, dass vorab bereits die Nutzungsabsichten der Berechtigten (Fischer) durch Liebhaber (Naturschützer) in Frage gestellt wurden.
Leider ist das wohl nicht so einfach zu entscheiden, will man fair sein - in meinem Garten lass ich mir auch nicht vorschreiben, welche Pflanzen da wachsen und welche Fische im Teich schwimmen - genau so sieht das auch der Fischer, der ja Geld bezahlt hat, um die Fischgründe zu nutzen.
Soll nicht heissen, dass ich gegen öffentlich erzwungenen Naturschutz bin, aber ich meine, es ist einfach schwer, immer gerecht zu entscheiden.
Mir tut das auch in der Seele weh, wenn solche Plätze zerstört werden.
Cornelia

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