Teichfrosch in Gefahr

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Teichfrosch in Gefahr

Beitragvon chili04 » Fr Jun 27, 2008 10:32

Hallo!
Ich hoffe ich bin richtig in diesem Forum für mein Problem:
Ich wohne seit kurzem in einer Siedlung in deren Mitte sich ein Biotop befindet. Dort soll vor ca. 2 Jahren irgendwer einen Teichfrosch (hab ich mittlerweile herausgefunden, dass es sich darum handelt) ausgesetzt haben.
Das Tier ist alleine in diesem Biotop und quakt seit Anfang Juni relativ laut, vor allem Nachts. Mich stört das überhaupt nicht, im Gegenteil ich finde es nett...aber leider fühlen sich sehr viele Anwohner gestört davon. Mittlerweile haben schon ein paar angedroht den Teichfrosch zu töten, weil er sie so stört. Gott sei Dank ist bisher nichts passiert, aber ich mache mir ernsthaft Sorgen um das arme kleine Tier. Ich habe versucht mich zu informieren, was ich tun kann. Aber das Einfangen erweist sich als relativ schwierig (ich müsste es alleine schaffen und der Frosch ist sehr sehr flink und das Biotop ist recht groß).
Wo kann ich mich hinwenden? Gibt es irgendwelche Tierrettungsdienste die dieses Tier fachmännisch (ich hab nämlich auch Angst, ihn zu verletzen beim Einfangen) retten können und an einen andern Platz bringen können? Ich denke der Frosch muss sich auch ziemlich einsam fühlen und ist deswegen so laut - kann das sein?
Ich bin bereit die Kosten für einen Transport auf mich zu nehmen - ich will nur vermeiden, dass dem Tier was passiert.
Kennt sich auch wer mit der Rechtslage aus - Biotopschutz und dergleichen in Österreich? Ist das ein strafrechtliches Vergehen wenn ich den Frosch aus dem Bioptop der Siedlung wo anders hinbringe?
Das sind viele Fragen auf einmal, ich weiß, aber ich bin wirklich über jede Hilfe dankbar!
Vielen Dank im voraus,
Liebe Grüße
Kann mir wer weiterhelfen?

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Beitragvon Cornelia » Fr Jun 27, 2008 13:52

Hallo!

Deine Besorgtheit um den Frosch ehrt Dich!

Ich versuche mal eine Antwort:
Das Wegfangen ist eigentlich verboten, das Aussetzen allerdings auch.
Wo in Österreich ist denn das Biotop? Vielleicht findet sich ja jemand von unserer page, der in der Nähe wohnt und Dir helfen könnte.
Wenn der Frosch hier ausgesetzt wurde, dann sollte er dorthin zurück, wo er herkam!?
Ist der Frosch allerdings zugewandert, dann kommen später wieder welche und die kann man dann nicht mehr "wegfangen".

Vielleicht lassen sich ja auch Maßnahmen setzen, die den Schall dämmen: Sträucher, Naturholzwände o.ä., falls es daran liegt, dass der Schall z.B. durch Mauern verstärkt wird.

Meist ist es so, dass Frösche um so lauter werden, je mehr es sind.
Hast Du ein Foto von dem Frosch?
Cornelia

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Beitragvon chili04 » Fr Jun 27, 2008 14:06

Hallo Cornelia!
Vielen Dank für Deine Antwort und Dein Verständnis - ich hab mich wirklich schon unverstanden gefühlt, weil mich dort mittlerweile alle für eine radikale Tierschützerin halten...
Also es handelt sich um eine Siedlung in Wien, es wäre echt toll wenn mir wer helfen könnte.
Bedenken habe ich natürlich, wenn das Wegfangen verboten ist, was kann ich dann eigentlich überhaupt noch tun?
Ich hab mittlerweile herausgefunden, dass es das MA 22 für Umweltschutz gibt, dort werde ich am Montag mal anrufen, ich hoffe, die verstehen mich...von vielen höre ich nämlich, dass das lächerlich ist, wegen einem Frosch, aber ich denke eben nicht so - erst recht nicht, wenn es sich um eine gefährdete Art handelt.

Liebe Grüße

Foto werde ich noch machen

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Beitragvon andi » Fr Jun 27, 2008 16:36

Cornelia hat geschrieben:Hallo!

Vielleicht lassen sich ja auch Maßnahmen setzen, die den Schall dämmen: Sträucher, Naturholzwände o.ä., falls es daran liegt, dass der Schall z.B. durch Mauern verstärkt wird.



einzelne sträucher, aber auch hecken haben praktisch keine schalldämpfende wirkung (haben wir einmal an der uni in einem seminar untersucht). einzig und alleine schallwände bringen hier etwas. grundsätzlich gilt: je höher die wand, desto besser die schalldämpfende wirkung. ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist einen gartentümpel in einer siedlung mit einer schallmauer zu umbauen. schau hässlich aus und ist teuer.
ich würd mal nicht so zimperlich sein und den frosch lassen wo er ist. wenn er ohnehin nicht leicht zu fangen ist, dann wird ihm schon keiner was tun. die leute sagen übrigens bald mal was, wenn der tag lang ist.

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Beitragvon chili04 » Fr Jun 27, 2008 17:24

und glaubt ihr nicht, dass sich ein frosch so alleine nicht einsam fühlt? ich kenn mich da überhaupt nicht aus, aber ich schätz mal, dass er deswegen so laut quakt (vielleicht sehnt er sich nach einem weibchen?)
liebe Grüße

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Beitragvon andi » Sa Jun 28, 2008 16:31

chili04 hat geschrieben:und glaubt ihr nicht, dass sich ein frosch so alleine nicht einsam fühlt? ich kenn mich da überhaupt nicht aus, aber ich schätz mal, dass er deswegen so laut quakt (vielleicht sehnt er sich nach einem weibchen?)
liebe Grüße


ich kann dich da beruhigen. dein fröschlein fühlt sich sicherlich nicht einsam. im allgemeinen überschätzen die menschen tiere in ihren möglichkeiten wahrzunehmen und zu empfinden. den wenigsten tieren ist es möglich trauer oder einsamkeit zu empfinden. amphibien gehören nicht zu diesen tieren. ein frosch wird in seinem tun und handeln schlichtweg instinkt- und reflexionsgesteuert.

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Beitragvon Cornelia » So Jun 29, 2008 6:13

Also so was Ähnliches wollt ich auch schon schreiben, aber ich bin mir da nicht so sicher! Denke aber auch, dass deshalb nicht unbedingt gleich eingegriffen werden muss, ja in der Regel gar nicht eingegriffen werden kann - es also dem Lauf der Dinge überlassen werden kann / muss, was mit solchen Individuen geschieht (z.B. hat auch ein Graureiher oder eine Ringelnatter eine Daseinsberechtigung ...).
Dass wir trotzdem etwas unternehmen, betrachte ich allerdings nicht als "moralische" Schwäche, solange man sich des Stellenwertes der Notwendigkeit solcher Eingriffe bewußt bleibt und vor allem die Auswirkungen und die Zukunft solcher Umsiedelungen bedenkt.
Wir alle wünschen uns Einfühlsamkeit bei unseren Mitmenschen, und als Ausdruck dessen sehe ich es auch hier! (Solange man dieses Engagement auch Menschen gegenüber hat!)
Cornelia

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instinkt- und reflexionsgesteuert?

Beitragvon knallfrosch » Fr Aug 08, 2008 8:33

Vor gar nicht so langer Zeit glaubten wir das von den Ureinwohnern Afrikas bzw. Amerikas auch noch. Warten wir doch die nächsten 100 jahre ab, vielleicht werden wir dann auch darüber anders reden!

(Die angesprochenen hatten übrigens schon damals einen anderen Bezug zu Mitbewohnern dieses Planeten).

LG
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Beitragvon Cornelia » Fr Aug 08, 2008 8:59

Ich hab nicht verstanden, wie Du Deine Antwort gemeint hast.
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Beitragvon knallfrosch » Fr Aug 08, 2008 10:02

Sie war an deinen Vorredener gerichtet und bezog sich auf die Aussage, dass Amphibien lediglich instinkt- und reflexgesteuert sind und keine weiteren Empfindungen haben.

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