Schutz der Hornotter in Kärnten

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Beitragvon pleurodeles » So Jan 31, 2010 14:01

Wenn ich sowas lese (den orf.at-Beitrag), bekomm ich jedesmal SOLCHE Kabeln!
Das beginnt schon mit dem Photo einer Art, um die es hier gar nicht geht.. Dass sie für "Singvögel" (zu denen sie ja auch selbst zählen) eine ernstzunehmende Gefahr darstellen, ist meines Wissens nicht belegt, es gibt auch genügend andere Nesträuber (die nicht nur unter den Vögeln zu finden sind). Damit, dass sie die Brut von zur Jagd ausgesetzten Fasanen gefährden, gefährden sie wohl eher den Jagderfolg vieler schießwütiger Jäger...
Dass es keine natürlichen Feinde für Krähen gibt, wag ich auch zu bezweifeln. Wenn man meint, unbedingt Habichte etc. abknallen zu müssen, dann gibt es natürlich wirklich bald keine mehr, das is klar...

Die absolute Höhe ist unter dem Link "Krähenplage: Vögel dürfen gefangen werden" der Satz
"Ein Bescheid des Landes erlaubt nun aber, Vögel zu fangen und anschließend artgerecht zu töten." Artgerecht töten?!? Was bitte ist denn damit gemeint?? Sanft in den Tod schießen? Betäuben und anschließend mit der Giftspritze daniederstrecken?!!

Und wo hierzulande Kolkraben eine Plage sein sollen, muss mir erst mal jemand zeigen...
Zuletzt geändert von pleurodeles am So Jan 31, 2010 14:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Snake23 » So Jan 31, 2010 14:11

Hab den ORF-Link ja auch "vosichtig" kommentiert - eben "auch ganz interessant".
Grüße
Snake23

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Beitragvon pleurodeles » So Jan 31, 2010 14:22

Hab mich ja auch nur auf den orf-Beitrag bezogen..
Der Orf als öffentlich-rechtliche Einrichtung hat einen Bildungsauftrag, und mit solchen schlecht und einseitig recherchierten Artikeln erfüllt er den meiner Meinung nicht gerade vorbildlich.

Aber ursprünglich ging´s ja um ammodytes, sind inzwischen doch recht weit vom ursprünglichen Thema abgedriftet :wink:

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Beitragvon reseptor » So Jan 31, 2010 15:47

...da ich ja mit den Rabenvögeln angefangen habe möchte ich noch eine Episode aus dem April 09 erzählen, einer meiner Freunde bei den "Vogelwuzis" hat mir einen Brutplatz von einem Uhupaar gezeigt der seit gut 50 Jahren besetzt ist, seit 3 Jahren aber ist kein Junguhu mehr zu sehen, die Alte brütet zwar aber es sind dann nur mehr gebrochene Eierschalen zu sehen und die Brut wurde aufgegeben (Greife haben kein Nachgelege)!
2009 bei meiner Besichtigung hatten wir das Glück(Pech) mitzuerleben das 2 Kolkraben das brütende Weibchen solange traktieren bis sie vom Horst abflog und die Kolkis sich über die Eier hermachten, das war auch die Erklärung das seit 3 Jahren keine Jungen mehr aufgekommen sind, und ich bin mir sicher, das sich das Drama heuer wiederholen wird, die Kolkraben sind einfach zu schlau um sich so einen Leckerbissen entgehen zu lassen, --- ausser es geht Ihnen wie dem Mäusebussard dessen Klaue ich in einem Gewölle nahe dem Brutplatz gefunden habe!!!! :)

Die Natur kann auch grausam sein -- Fressen und gefressen werden!!

Sprichwort des Uhu`s nütze die Nacht!! :D :D

Bild


gruß Ralph

PS: Natürlich können wir nicht alle Schuld den Rabenvögeln zuschieben

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Beitragvon Srutl » So Jan 31, 2010 19:51

Im oberen Lechtal hat sich vor 4 Jahren an einem künstlich durch Schotterentnahme entstandenen Gewässer ein Schwanenpaar (Verbreitungsgrenze) angesiedlet. Jedes Jahr brüten die Schwäne dort und jedes Jahr führen sie einige Junge. Mein Freund Andi Moosbrugger beobachtet das Paar seit damals. Kein einziger Jungvogel ist je flügge geworden, da allesamt von Uhus, die in einer nahe gelegenen Felswand brüten, gerissen wurden.
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Beitragvon reseptor » So Jan 31, 2010 20:16

..ist natürlich auch eine sehr traurige Geschichte, wenn sich eine Meute hungriger Uhu`s sich auf das kleine hilflose Schwänchen stürzen und es zerfleischen und es zu Ihrem Felshorst schleifen!! :D :D
..tut mir leid den hab ich mir jetzt nicht verkneifen können!!

Spass beiseite, die Natur ist oft grausam, siedelt sich endlich eine seltene Art an wird sie durch eine ander Art bedroht!

Uhu`s beginnen mit der Brut schon im März das heist die Jungen sind im Sommer schon flügge, und Uhu`s ernähren sich nach der Brut zu 80% von kleineren Nagern, das passt irgendwie nicht und die Erwachsenen Schwäne die immer in der Nähe sind sind sehr wehrhaft, Marder und Fuchs wären da naheliegender, hast du für die Uhu-attace vielleicht beweise???
Federn die am Schaft abgebissen sind deuten z.B auf den Fuchs oder einen Hund zu, Greife rupfen Ihre Opfer das sieht dann wie ausgerupft aus und die Federn sind unbeschädigt!! frag mal bei deinem Freund nach od er da noch was weiss!!

lg. Ralph

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Beitragvon Richard » Mo Feb 01, 2010 10:36

reseptor hat geschrieben:Greife rupfen Ihre Opfer das sieht dann wie ausgerupft aus und die Federn sind unbeschädigt!!


Hallo Ralph,

Das "unbeschädigt" würde ich so nicht unterschreiben. Beim Rupfen mit den scharfen Schnabelkanten werden die Federn manchmal regelrecht abgeschnitten. Bei Füchsen, Mardern usw. sieht man meist die Bissstellen. Bei Greifvögeln sind die Federkiele unten entweder ganz abgetrennt oder man kann zumindest die Rillen von den Schnabelkanten erkennen. Mit etwas Übung lässt sich das schon unterscheiden.

Liebe Grüße,
Richard

(Ja, ich weiß - off topic. Aber um diese Jahreszeit ... :D )

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Beitragvon reseptor » Mo Feb 01, 2010 18:56

@ Richard

Ja da gebe ich dir volkommen Recht, was da beim Rupfen auch passieren kann, was ich damit sagen wollte ist, das bei einem Fuchs das Ganze dann sehr durchgekaut aussieht und dadurch leicht zuzuordnen ist!!!



@ Srutl

Nicht Böse sein --is jo Fosching!! :D :D

lg. Ralph

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Beitragvon Srutl » Mo Feb 01, 2010 21:10

Hallo Reseptor!

Wieso sollte ich böse sein, ich wollte nur ein Beispiel bringen, welches Deinem Raben - Uhu Beispiel etwas entgegen setzt. Auch bei Bartgeiern ist das ja so, dass unerfahrene Bartgeier bei lästigen Rabenattaken ihre Brut aufgeben - sowas würde auf Dauer eine Art zum Aussterben bringen...

Konkret konnte mir mein Kollege nur erzählen, dass er den Uhu zweimal in der Dämmerung über dem See direkt im Bereich der Schwäne beobachten konnte. In diesen Jahren waren die Jungschwäne innerhalb von 5-6 Tagen immer alle verschwunden. Er hat nur den Uhu als Prädator vermutet, es ist also nicht sicher. Zumindest gab es niemals eine Spur von Federn oder Überresten. Kurzzeitig wurden auch Menschen verdächtigt. (tja off topic - aber es ist ja Fasching)

ps. Der Kollege ist ausgebildeter Jagdaufseher, übt diesen Beruf aber nicht mehr aus, sondern engagiert sich für bedrohte Tier- und Pflanzenarten
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Beitragvon Vipersgarden » Di Feb 02, 2010 10:16

:lol: :lol: :lol: birding forum? :lol: :lol: :lol:
Mario Schweiger

http://www.vipersgarden.at
.. und das neue englischsprachige Feldherpetologen-Forum - FIELDHERPING.EU

Kennt sich schon aus
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Beitragvon bogi » Di Feb 02, 2010 14:29

Wie schön im Winter werden die Herpetologen zu Ornithologen :D :D

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Beitragvon Snake23 » Mi Feb 03, 2010 16:53

Zeigt aber auch, wie vielseitig alle hier sind !
Grüße
Snake23

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Re: Schutz der Hornotter in Kärnten

Beitragvon Alpinist » Mo Feb 27, 2012 1:53

ich bin früher - vor ~ 20 Jahren - bei meinen Wandertouren in Kärnten noch regelmäßig Hornottern begegnet. In den letzten Jahren jedoch immer seltener bis gar nicht mehr. Aufgrund merkbarer Veränderungen der Landschaft generell und anderer wohl bekannter Negativfaktoren erwarte ich ach nicht viel anderes.
Daß das Wegfangen von Kärntner Tieren zu Geschäftszwecken – wie es oft zitiert wird – ein wesentlicher Bedrohungsfaktor sein soll, scheint mir unlogisch. Bekanntlich sind ja beispielsweise Montenegrinische Tiere viel „schöner“ (bunter und kontrastreicher), aus diesem Grunde in den vergangenen Jahren häufig nach Mitteleuropa geholt worden und nun massenhaft in Terrarien gezüchtet, sodass eine Ammodytes, welche nicht wirklich besonders seltene Merkmale aufweist, gegenwärtig keinen Marktwert mehr hat.
Trotzdem bin ich der Auffassung, dass jeder seine Fundorte für sich behalten sollte.
Meine Fragen nun an euch: Gibt es in Kärnten noch Vorkommen, welche populationsdynamisch und genetisch eine Zukunft haben und genießen ihre Lebensräume auch ausreichenden Schutz? Gibt es eine entsprechende Lobby, die sich dieser Problematik ernsthaft annimmt? und bestehen angemessene Schutzprojekte?
Zuletzt geändert von Alpinist am Sa Mai 05, 2012 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schutz der Hornotter in Kärnten

Beitragvon Snake23 » Fr Mär 02, 2012 17:37

Alpinist hat geschrieben:... und genießen ihre Lebensräume auch ausreichenden Schutz? Gibt es eine entsprechende Lobby, die sich dieser Problematik ernsthaft annimmt? und bestehen angemessene Schutzprojekte?


Teilweise ! Ich war gestern das erste mal in diesem Jahr in einem Gebiet in der Schütt, wo mich fast der Schlag getroffen hat. Da war voriges Jahr noch eine uralte Stromleitung, mit diesen alten Holzstehern. Die Leitung ist jetzt weg, und die Kelag hat wohl gemeint, daß auch diese Steher wegmüssen. Anscheinend sind die hier mit einem Bergepanzer mitten durch ein tolles Hornottergebiet gedonnert. Das Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt. Hinter der Kuppe oben geht das ganze noch weiter. Das hab ich gar nicht mehr fotografiert, sondern bin angefressen nach Hause gegangen.
Grüsse
Harald
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Re: Schutz der Hornotter in Kärnten

Beitragvon DON.HISTER » Fr Mär 02, 2012 18:36

Die KELAG wird um eine Antwort nicht verlegen sein , etwa " Maschinen - Einsatz ist kostengünstiger als Handarbeit " u. s. w.
Aber wieso hat der Grundbesitzer diese Verwüstung erlaubt ? ( Land ? Bund ? Privat ? )
Und schliesslich befürchte ich , die Stromleitung wäre unter der Panzerspur in den Boden verlegt worden ?
Wie es auch sei : mir graust ! Ich habe die Wut eines Veteranen von 1984 .
Meine erste Idee war , dort hinzufahren und rasch die Spur zu verwischen bevor es wärmer wird .
Denn diese Spur der Verwüstung muss ja die Wanderer animieren , dort entlang zu gehen - gut für die Tourismus-industrie .

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