S8 Marchfeld-Autobahn soll schon 2012 gebaut werden!

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S8 Marchfeld-Autobahn soll schon 2012 gebaut werden!

Beitragvon kathi » Mi Jul 20, 2011 20:38

Hört denn dieser Betonierungswahnsinn zur Verkehrsvermehrung niemals auf? Eine Autobahn (und eine 4-spurige Schnellstraße ist in Wahrheit nichts anderes) durch die March-Thaya-Auen, südlich von Marchegg will NÖ bauen! Und das obwohl 20km weiter parallel bereits die Autobahn nach Bratislava verläuft!
Und nächste Woche soll schon die Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen? Was ist da umweltverträglich? Ein Amphibienteich ist angeblich in Gefahr.
Mir graut.

Kennt sich schon aus
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Beitragvon bogi » Do Jul 21, 2011 2:04

Nicht nur ein Amphibienteich ist in Gefahr. Hier steht fast die gesamte Lange Luss am Spiel, eins der letzen noch unregulierten Abschnitte der March, die neben Knoblauchkröte, Wechselkröte, Rotbauchunke und Donaukammolch, auch bedeutende Vorkommen von Urzeitkrebsen und seltenen Vögeln wie dem Wachtelkönig darstellen.
Hoffentlich nützt das Projekt vom WWF was :http://www.unsere-au.at/
lg Tobi

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Beitragvon 7088maxi » Do Jul 21, 2011 8:01

Was soll diese SCHEISSE! Schon wieder eine Strasse sind die Wahnsinnig!!! Bei uns ist ja jetzt auch die Autobahn und ich kann euch sagen dort fahren relativ wenig Leute! Wenn schon wieder eine Autobahn dann sollen diese A********** doch ein paar Mrd. für Tunnelbau drauflegen! Ich hoffe das das verhindert werden kann! (Entschuldigung für die Ausdrücke!)

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Beitragvon 7088maxi » Do Jul 21, 2011 8:16

Ich nochmal! Was mich auch aufregt ist das sie dann in ihren Umweltschutzberichten reinschreiben wie sie sich um die Arten "kümmern" und Schutzbedürftige Gebiete "schützen"! Schön und gut aber wenn ich bisher erst einen Grube neben einem Fluss gesehen habe und das dann als Naturschutzprojekt bezeichnet wird dann frag ich mich schon! Hier bei uns im südlichen Weinviertel ist es sowieso am schlimmsten ständige Bauwut, Straßenbau usw. Auch hier bei uns gibts seltene Arten aber interessieren tut die niemand... Diese Naturschutzgebiete sind wahrscheinlich auch alle nur öffentlichkeitsarbeit..

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Beitragvon kathi » Do Jul 21, 2011 17:05

ja, ich denke auch dass diese Umweltverträglichkeitsprüfungen sehr geschönt sind, und das Ergebnis von oben vorgegeben wird. Nicht umsonst war die UVP NÖ für den Bahn-Semmeringbasistunnel negativ, für alle Straßenbauprojekte jedoch zuletzt positiv.

Des weiteren ist ja zB auch in einem Bericht der Asfinag vermerkt, dass mit dem Bau der S1 die Tier- und Pflanzenwelt in der Umgebung (insbesondere das Gebiet um Leopoldsdorf mit seinen Teichen) nicht beeinträchtigt wurde....

Mich ärgert, dass man so machtlos zuschauen muss..

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Beitragvon 7088maxi » Do Jul 21, 2011 18:50

@Kathi: Hoffen wir bloß das der WWF diesen Mist verhindert. Ich würde jedenfalls einen Quadratmeter kaufen... Ich denke da an Hainburg.. :idea:

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Beitragvon pleurodeles » Fr Jul 22, 2011 0:45

Es mag zwar nur ein Tropfen auf den Heißen Stein sein, aber ich finde diese Aktion vom WWF dennoch sehr schön, denn sie regt zum Nachdenken an, weshalb man die Aulandschaften nun tatsächlich so schätzt, wie wir es tun - vielleicht kann sich ja auch hier jemand für einen kurzen Kommentar erwärmen... http://www.unsere-au.at/de/gruende/ - Tobi hat´s ja auch schon gepostet, aber doppelt hält besser..;)
Vor allem der erste Kommentar ganz unten berührt mich ganz besonders - das ist es, worauf´s ankommt!

LG,
Günther

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Beitragvon Muralis » So Jul 24, 2011 8:52

Ich hab mich kürzlich für einen Kommentar erwärmt :wink:
Und der Einsatz für diese Sache ist auch wichtig und richtig. Unbemerkt bleiben aber die enorm fatalen zerstörerischen Eingriffe in weniger prominenten Gebieten, die aber nichtsdestoweniger ebenfalls Biodiversitäts-Hotspots sind.

Beispiel: ich fahre gestern über den Luftpass nach Kirchberg/Pielach/NÖ rüber. Dieser erste Höhenzug der Randalpen ist gerade noch dieses Scherzel an Kalkalpen, was mein Heimatbezirk Melk aufzuweisen hat. Und natürlich wimmelt es in diesen Kalkmagerwiesen, Buchenwäldern, Heckenzeilen... von floristischen und faunistischen Kostbarkeiten.

Vor 12 Jahren ist das Bauunternehmen Thir draufgekommen, dass man da prima Kalksteinbrüche machen kann und sprengt an 2 Stellen ganze Hügelspitzen mit Weißrückenspechtrevieren und Orchideenwiesen weg.

Und gestern endlich sehe ich an der letzten Straßenkehre vor der Lufthöhe eine steile Rodungsfläche, und genau an der Stelle, wo ich am 3. Juli 1988 die einzige Bienen-Ragwurz des Bezirks Melk gefunden habe und wo das einzige Vorkommen von Gelbem Lein im Bezirk ist, lehnt eine große Thir-Tafel. Hurra! Das genehmigt also der Bezirk, der mir letztlich auch die Herausgabe einer Melker Bezirksflora (wo ich die Thir-Steinbrüche eh schon angeprangert habe) und einer Bezirks-Libellenfauna ermöglicht hat! Einfach deprimierend.

Und am Hubertusteich, einem Moorlibellenparadies an der nordwestlichen Bezirksgrenze im Waldviertel genehmigen die Behörden einem Großindustriellen die Errichtung eines abgesperrten Privatparadieses mit monatelangem Ablassen des Teichs im Hochsommer, Austrocknung und Abtötung 10000er Libellenlarven, Austrocknung von Hektaren von Moorflächen und Errichtung riesiger Betonfundamente im Teich. Was jetzt die vielen Bergeidechsen dort dazu sagen, ist unbekannt. Da werden natürlich eigene Landesgesetze krass missachtet, wie genereller Schutz von Moorflächen oder umfangreicher Schutz von Tierarten aus der nö. Artenschutzverordnung.

Da diese entlegenen Orte der Allgemeinheit vollkommen unbekannt sind, bleibt dies im Normalfall auch unbemerkt und Behörden, Bürgermeister, Thir, Großindustrieller, Bauern (die ihre Grundstücke und damit Heimat zu überhöhten Preisen verhökern können) können ihre Spielchen spielen. Und gleichzeitig werden noch neue Rote Listen nach internationalen Kriterien (welche Politiker haben die eigentlich verordnet?) herausgegeben, wo alle Arten abgewertet werden, weil die jeweilige Art irgendwo auf 1 Prozent der Landesfläche eh ungefährdet ist.

Einfach zum Nachdenken!

VG Wolfgang

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Beitragvon 7088maxi » So Jul 24, 2011 9:27

Hallo Wolfgang!
Du hast natürlich vollkommen recht! Bei unsrem Haus im südlichen Weinviertel herrscht auch eine unglaubliche Bauwut und auch bei uns gibts einige seltene Arten wie zum Beispiel Wechselkröte oder Rotbauchunke... Doch hab ich dort jemals eines dieser Naturschutzprojekte gesehen wie es Sie in Deutschland manchmal gibt wo Teiche zur Erhaltung der Art gebaut werden? Nein! Es gibt lediglich einen Teich der für Biber angelegt wurde anscheinend ist das eh schon viel Naturschutz... :roll:. Man sollte mal eine Organisation gründen die sich speziell um diese kleinen unglaublich wertvollen Gebiete kümmert... Unlängst konnte ich bei uns sogar diese Prachtlibellen und Ziesel entdecken! :shock: Und glaubt ja nicht auf Naturschutzgebiet..... :shock: Die Arten sollten schon gefördert werden solange Sie noch häufiger existieren und nicht erst wenns nur noch 10Tiere weltweit gibt! Ausserdem regt es mich auf das Baufirmen ganze Auen zerstören dürfen und unsereins dürfte nichtmal Frösche anfassen lächerlich sowas.. :?

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