Hauskatzen

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Hauskatzen

Beitragvon klintzkopf » Mi Jan 30, 2013 14:23

"Ein Team von Biologen am Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington kam zu dem Schluss, dass Katzen eine größere Gefahr für die Artenvielfalt darstellen als landwirtschaftliche Pestizide oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen."

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... izide.html

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Re: Hauskatzen

Beitragvon Max Pöchhacker » Mi Jan 30, 2013 14:51

Hallöchen .. .

Man achte auf die Zeitschrift : " Die Welt " nämlich.
Diese ist nicht mehr und nicht weniger die Hauspostillie aller Spekulierer und Gierbanker in .de.

Die fallen immer wieder mit befremdlichen Standpunkten zu allen möglichen Dingen auf.

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Re: Hauskatzen

Beitragvon Christoph » Mi Jan 30, 2013 15:10

Beste Grüße

Christoph

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Re: Hauskatzen

Beitragvon klintzkopf » Mi Jan 30, 2013 18:19

Mir war nur eingefallen, hier im Forum mal zu gelesen haben, dass in der Schweiz ähnliche Zusammenhänge, sogar direkt in Bezug auf Kriechtiere, aufgedeckt worden waren. Das Ausmaß war mir so aber noch nicht bewusst.

Ach und Christoph danke für den Link!

(zuletzt bearbeitet 19:40 Uhr, 30.01.2013)

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Re: Hauskatzen

Beitragvon rennfahrersepp » Do Jan 10, 2019 13:39

Das Thema ist an anderer Stelle wieder aufgetaucht und ich wollte mal wissen, wie es hier in Österreich aussieht? Gibt es eine Studie, die den Einfluss der Hauskatzen belegt? Ich kann nur auf meine Beobachtungen verweisen, die ich seit Ende der 70er Jahre im Enns-Donau-Winkel mache. Rechtsufrig von Enns/Donau sind in den letzten 40 Jahren zwei Arten vollständig verschwunden: Laubfrosch und Kammmolch. Zwei Arten sind massiv zurückgegangen: Zauneidechse und Blindschleiche. In St.Valentin gab es in meiner Kindheit zwei grosse Populationen, eine beim Friedhof, eine im Bereich Verschiebebahnhof/Schrebergärten. Blindschleichen und Zauneidechsen waren bis in die 80er Jahre dort häufig. Heute findet man fast nichts, obwohl diese Habitate strukturell nahezu unverändert blieben.
Auch im Stadtgebiet von Enns ist die Zauneidechse praktisch verschwunden. Bei den Blindschleichen waren es überwiegend Totfunde (von Hauskatzen getötet und abgelegt). Interessant ist, dass beide Arten in Siedlungsnähe verschwunden sind, wohl aber im Freiland anzutreffen sind (Donaudämme, Augebiet,...)

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Re: Hauskatzen

Beitragvon chris82 » Mo Jan 14, 2019 13:55

hallo,

das thema und konkret der verdacht, dass hauskatzen vermutlich ungeahnten schaden bringen, beschäftigt mich schon länger im ornithologischen bezug.
ich unterstelle, dass diese entscheident mitverantwortlich sind, dass im allgemeinen bodenlebende tierarten zunehmend bedroht sind und z.b. wiesenbrüter darunter zusätzlich enorm zu leiden haben.
das ganze in zahlen zu fassen ist sicher schwer, jedoch kann man schreckliches erahnen. ich kenne viele erzählungen, wo die leute fast begeistert über die gebrachten stücke ihrer katzen erzählen.
dass reptilien auch zu leiden haben dürfte kaum zur debatte stehen.
wenn man sieht, was unsere bodenlebenden tiere schon durch andere raubtiere und schwarzwild zu leiden haben schaut es düster aus.
wenn ich sehe, wie regelmäßig die sauen auch meine kreuzotter-spots durchwühlen wird mir bang.
ich versuche den leuten immer klarzumachen, dass das dasein ihrer katze auch eine kehrseite hat.
der standart-spruch ist: "die fängt nur mäuse" :-(
MfG


Chris82

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Re: Hauskatzen

Beitragvon rennfahrersepp » Mo Jan 14, 2019 15:14

chris82 hat geschrieben:hallo,

das thema und konkret der verdacht, dass hauskatzen vermutlich ungeahnten schaden bringen, beschäftigt mich schon länger im ornithologischen bezug.



Zum ornithologischem Bezug kann ich Beobachtungen meines Vaters anführen: in seinem Garten waren Nistkästen, die regelmässig von Singvögeln bebrütet wurden. Es gab aber immer wieder Brutausfälle, weil Nachbars Katze die Nistkästen "bewachte". Auch eine Poistionsänderung der Kästen brachte nichts: die Katze saß in der Nähe der Kästen, die Jungvögel schrien im Kasten, aber der Altvogel flog nicht zum Kasten hin. Nachdem dreimal in Serie die Jungvögel verendet waren, entfernte mein Vater die Kästen.
Derartige Beobachtungen lassen mich auf eine hohe Dunkelziffer schließen: die Besitzer der Haustiere bemerken oft gar nicht, was die Tiere so alles anstellen. Oft genügt eine ständige Beunruhigung während der Paarungszeit/Brutzeit und der Bruterfolg bleibt aus.
Aber nicht nur Katzen sind die Übeltäter: bei uns in der Nähe befindet sich ein grosses Augebiet (Traun-Donau-Auen). Es ist zwar als Natura2000 Gebiet ausgewiesen, in den letzten Jahren siedelten allerdings ein paartausend Leute dort an. Das erzeugt einen unheimlichen Druck auf die Natur: Jogger, Radfahrer, Schwammerlsucher, Hundefreunde,....es ist ständig was los. Und ich beobachte auch immer wieder Hundeliebhaber, die ihre vierbeinigen Freunde ins Schilf lassen, bzw. mit Apporterl dazu ermuntern.....egal, ob im Schilf gerade Wasservögel brüten oder Amphibien ablaichen...

https://www.youtube.com/watch?v=qDkTwOLiZ5M

Zum Thema "die fängt nur Mäuse"...einfach mal das Netz durchforsten und schauen, was da so zum Thema "Katze, Eidechse" an Videos gepostet wird. Teilweise echt grausliche Sachen, wo der liebe Stubenkater trächtige Zauneidechsen bis zum Tode malträtiert und die Leute das "putzig" finden...

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