kreuzotterquartier auf der koppel

Kreuzotter, Sandotter, Wiesenotter

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kreuzotterquartier auf der koppel

Beitragvon shate » Mo Sep 08, 2008 22:52

hallo schlangenfreunde.....

seit letztem jahr bewohnen wir ein haus in alleinlage im waldviertel, bezirk zwettl in ca. 900 m höhe.......da das grundstück, fast 5 ha, in den letzten 30 jahren sehr verwildert ist, fanden etliche eidechsen, frösche, kröten und auch schlangen bei uns ein zu hause......ich sichtete bis anfang august ca. 3 verscheidene kreuzottern.......zwei bräunliche tiere auf dem weg zwischen den koppeln und ein fast schwarzes tier auf dem zufahrtsweg......kein problem, im gegenteil, wir freuten uns riesig darüber in solch einem intakten paradies gelandet zu sein.......auf unser großen koppel befindet sich ein kleiner felsen bei welchem ich anfang august beim abmisten der wiese fast auf eine kreuzotter trat.......am nächsten tag fand ich ein natternhemd vor dem baum auf der wiese und beim aufheben von diesem schlich sich ein winziger kollege in schwarz, unmittelbar neben mir davon....nach 1 tag beobachtung stellten wir fest, dass mehrer tiere in dieser höhle wohnen....genau ausmachen konnten wir zwei ausgewachsene (1 braun, 1 schwarz, jedoch mit erkenntlichem kreuzband) und 3 jungtiere (2 dunkelbraune, 1 schwarzes), zusätzlich die 3 anderen gesichteten tiere......nachdem die vipern kein fluchtverhalten an den tag legen, wie man es von schlangen kennt, begann ich mich dann doch ein wenig zu sorgen......trotz festen schrittes inklusive holpern und klappern der scheibtruhe passierte es mir 3 weitere mal, das ich im hohen gras fast auf eine schlange trat......auch der einsatz vom motormäher rund um den felsen veranlasste die kollegen nicht zur flucht in ihre höhle......bei pflegearbeiten im blumenbeet taucht 3 m neben mir eine kreuzotter auf und schlängelt ohne hast über den weg.......trotz meiner tierliebe ist mir nicht mehr so wohl, da sich das ganze in unmittelbarer hausnähe abspielt...... ich setzte mich mit einem experten für würgeschlangen in verbindung......dieser riet mir, mich an den amtsveterinär zu wenden, was ich auch tat......erfolglos natürlich im waldviertel, da die kreuzotter hier sehr häufig vorkommt........die nachbarn raten zu mord, was für uns nicht in frage kommt......nun bin ich auf der suche nach einem experten, der uns eventuell helfen kann......meine größte sorge gilt natürlich unseren tieren (pferden, zwergziegen, katzen, hund) und nachdem auch kröten und frösche den weg ins haus und in den stall finden, hätte ich gern gewusst, wie sich das bei vipern verhält.......suchen die bei kälteinbruch die wärme, oder bleiben sie in ihrem winterquartier ?........besteht die möglichkeit einer umsiedelung, denn ein stück weiter weg vom haus hätte ich schon kein problem mehr mit den kollegen.....ich freue mich über jeden ratschlag und bedanke mich im voraus für eure ideen....

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Beitragvon Cornelia » Di Sep 09, 2008 8:06

Bin zwar kein Schlangenexperte, aber ich will versuchen, ein paar Antworten zu geben:
Zuerst einmal freut es mich, dass Du den Tieren so positiv begegnest!
Ins Haus: Von Kreuzottern im Haus hab ich noch nie was gehört.
Zum Umsiedeln: Eine Möglichkeit um Schlangen einen bestimmten Platz unangenehm zu machen, ist, diesen Platz zu beschatten (Dach, Sonnenschirm, schnell wachsender Strauch). Schlangen brauchen warme Plätze (Steine, Baumstämme) um sich aufzuwärmen und Löcher um sich gleich dort auch zu verkriechen. Vielleicht lässt sich an einem geeigneten Platz ein Schlangenquartier einrichten, siehe auch:
http://www.herpetofauna.at/forum/viewtopic.php?t=1691
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Beitragvon S.a.m. » Di Sep 09, 2008 15:32

Hallo shate

Um die Pferde und Zwergziegen brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die Katze ist glaube ich zu flink, als dass eine Kreuzotter die erwischt. Ich würde mir eher Sorgen machen, dass die Katze keine Kreuzotter erbeutet. Katzen sind in so einem Reptilienparadies ziemlich gefährlich. Durch ihren Jagdtrieb erbeuten die auch ganz gerne Eidechsen, oder auch kleinere Schlangen. Solange du keinen Chihuahua oder ähnlich winzige Hunde hast, ist das mit dem Hund kein soo großes Problem.
Wie Cornelia schon empfohlen hat, könnte man bestimmte Bereiche nah am Haus für die Reptilien unbrauchbar machen, indem man sie schattiert oder jegliche Deckung entfernt (englischer Rasen o.ä.). Andere Bereiche des Grundstücks sollten dann für die Reptilien hergerichtet werden. Du könntest zum Beispiel Steinhaufen hinschütten oder eine Lesesteinmauer.
Könntest du vielleicht ein paar Fotos von den Reptilien machen?

MfG S.a.m.
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Beitragvon pleurodeles » Mi Sep 10, 2008 21:15

Hi shate!

Ich finde es auch super, dass Du den Rat Deiner Nachbarn nicht befolgst! Das ist wirklich ein richtiges Paradies bei Dir!!!
Über Kreuzottern im Haus würde ich mich weniger wundern. Ich weiß zumindest aus Kärnten, dass sich dort Hornottern in Häusern einfinden, warum soll das also bei Kreuzottern nicht auch so sein...
Ein Englischer Rasen wäre sicher eine Möglichkeit, aber wer will das schon haben... Außerdem glaube ich nicht, dass Beschattungen so viel helfen. Erstens sind Kreuzottern keine Schlangen, die Schatten absolut meiden (sie sind sogar sehr oft an Tagen ohne Sonne anzutreffen) und zweitens ist es glaube ich nicht möglich, einen ganzen Garten zu beschatten (anscheinend sind sie bei Dir ja überall).
Wenn Du Dir wirklich (wie ich meine nicht ganz unberechtigte) Sorgen um Deine Haustiere machst, würde ich schon versuchen, die Schlangen einzufangen und einige Kilometer weiter in einen geeigneten Lebensraum zu verfrachten (ich weiß durchaus von Fällen, in denen Haustiere gebissen wurden). Ich hoffe, ich fange mir mit diesem Ratschlag nicht zu viele Antipathien ein, aber das ist, wie ich denke, eine legitime Option. Natürlich ist das alles andere als eine Garantie, dass Du dann für immer völlig schlangenfrei lebst (was ich auch nicht anstreben würde), aber zumindest wäre die "Gefahr" dann vorerst vielleicht etwas gebannt.

LG,
Günther

P.S. Interessant, dass Du auch "winzige" schwarze Kreuzottern hast. Ich dachte bis jetzt, alle werden mit Zeichnung geboren und färben sich erst im Laufe der nächsten Jahre zu schwarzen Tieren um... Wie groß waren diese Winzlinge?

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Beitragvon shate » Di Sep 16, 2008 22:28

hallo ihr lieben......
hatte letzte woche einen beitrag geschrieben, der wohl nicht angekommen ist......
....also erst einmal dank für die antworten........die idee mit der beschattung des felsens kommt bei uns leider nicht in frage, da die bande dann einfach 3 m weiter unter die nächste fichte umsiedelt (trotzdem noch auf der koppel)........eine neue behausung müssen wir auch nicht bauen, da die kollegen etliche andere unterschlupfmöglickeiten finden.......um die tiere mache ich mir trotzdem sorgen, da ein biss bei pferden zwar nicht tödlich endet, eventuelle symptome wie schwellungen usw. trotzdem tierärztlich behandelt werden müssen......bei den katzen bin ich mir nicht sicher, denn sie hätten bei dem aufkommen an anderem getier oft genug die möglichkeit gehabt schleichen oder dergleichen zu fangen, was sie bisher jedoch noch nicht getan haben, hätte ansonsten tote tiere auf dem grundstück gefunden......wenn ein biss für einen großen schweren hund tödlich ausgehen kann, dann sicherlich auch für zwergziegen, die nur 25 kg auf die waage bringen......es ist auch nicht wirklich angenehm, bei jedem schritt und jedem handgriff mordsmäßig aufzupassen.......ich bin für tierschutz und artenerhalt und genau aus diesem grund suche ich auch hier nach rat......das starke aufkommen der kreuzotter jedoch in unmittelbarer hausnähe beunruhigt mich......
....aufgrund des verursachten lärms durch fräsen eines farnfeldes auf besagter koppel sind die kollegen nun offensichtlich in den misthaufen übersiedelt.......weiterer fund eines natternhemds unter der fichte neben dem misthaufen und sichtung einer ca. 10 cm kleinen braunen.......haben den einen teil des mistes auf gefräste fläche ausgebracht und 3 tage lang dort gewerkt......am dritten tag erwischte ich leider einen der kollegen beim mistaufladen mit der gabel, mein mann musste sie von ihren leiden erlösen.....hat mir furchtbar leid getan.......nun weiß ich wenigstens, dass sie sich im misthaufen einquartiert haben und muss mir keine sorgen mehr darüber machen, dass sie die hauswärme suchen (eine angrenzende nachbarin hatte schon einmal 2 ringelnattern unterm küchentisch)........
......fotos kann ich schon machen, jedoch nur analog......

....und für günther: es war ein schwarzer winzling und der mass ca. 25 cm länge... sie war schwarz, jedoch war das kreuzband auf dem rücken deutlich erkennbar.......

schlängelnde grüße von shate

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Beitragvon Christoph » Mi Sep 17, 2008 7:45

Einen sicheren Rat, wie Du die Kreuzottern loswerden kannst, wird es nicht geben. Es würde vermutlich nur eines übrig bleiben, eine radikale Zerstörung der jetzt idealen Lebensräume, also Zerstörung der Sonnenplätze und der Winterquartiere. Asphaltflächen, dichte Fichtenmonokulturen usw. sind garantiert keine geeigneten Habitaten.

Aber wer will das schon, glaube Du nicht und niemand hier, das ist auch sehr gut so!

Wegfangen bring auch nicht viel, sie werden wieder kommen. Ich denke Du wirst damit leben müssen, wenn Du dich entschieden hast in einem Kreuzotterngebiet zu wohnen. Aber Du sprichst von Pferden, Hunden, Katzen, Mäh- und Fräsgerätschaften, an und für sich Störfaktoren genug, vielleicht wandern die Kreuzottern ja eh freiwillig ab.

Von Kreuzottern die sich vor dem Winter in Häuser zurückziehen hab ich noch nichts gehört, wenn dann von Äskulapnattern.

Sicher ein Interessantes Gebiet, vielleicht können wir uns im Frühjahr einmal im Waldviertel treffen.
Beste Grüße

Christoph

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Beitragvon shate » Mi Sep 17, 2008 16:57

hallo christoph......

......los werden wollen wir die kollegas auf keinen fall, sind ja froh, dass sie bei uns so ein paradies haben.......mich sorgt eben nur das starke aufkommen, wenn es ein paar weniger wären wär`s auch okay......also wenn du lust hast, dann bist du im frühjahr gerne zum kreuzottern entdecken eingeladen........haben ansonsten auch noch ne menge kröten, frösche, schleichen und eidechsen.....
liebe grüsse von shate

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Beitragvon Max Pöchhacker » Do Sep 18, 2008 10:50

Hi Shate

shate hat geschrieben:
......los werden wollen wir die kollegas auf keinen fall, sind ja froh, dass sie bei uns so ein paradies haben.......mich sorgt eben nur das starke aufkommen, wenn es ein paar weniger wären wär`s auch okay......


Ich melde mich mal, auch auf die Gefahr hin Prügel zu beziehen.
Ich sehe durchaus eine Chance das Berus-Aufkommen bei Dir einzuschränken.
Ich spreche von der Nahrungsgrundlage der Berus, nämlich Kleinsäugern wie Wühlmäusen & Konsorten .. .
Wenn Du einen Weg findest deren Präsenz zu reduzieren, wird sich auch die Berus-Population verringern.
Vielleicht könntest Du deine Katzen irgenwie motivieren mehr Mäuse auf ihren Speiseplan zu setzen.

Max

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Beitragvon shate » Do Sep 18, 2008 22:11

hallo max....

gute idee, nur leichter gesagt als getan.......die kitten fangen ne menge mäuse.......jedoch dachte ich immer, dass die leibspeise von ottern kleine braunfrösche und dergleichen wären, davon haben wir jedenfalls mehr als alles andere....naja, werden sehen, wie sich die geschichte entwickelt......jetzt steht ja dann erst einmal der winter vor der tür

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Beitragvon shate » Sa Mai 02, 2009 22:45

hallo.....
hier neues aus dem otternparadies.......habe den stein, auf dem sich die freunde letztes jahr sonnten von der grasnarbe befreit, die unteren äste der fichte abgesägt und somit die versteckmöglichkeiten auf der koppel ein wenig reduziert......die erste otter - eine schwarze - entdeckte ich vor ca. 2 wochen in der nähe eines kleinen strauches ca. 20 m neben unserem grillplatz......täglich besuchte ich ottilie otto und sah ihr bei ihem schläfchen im schatten zu.....da die temperaturen zur zeit in unseren höhenlagen nicht sehr einladend sind, ließ sich o.o. in den letzten tagen nicht blicken......bei weiteren sichtungen werde ich euch informieren...liebe grüße von shate

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Fangen

Beitragvon Lobatis » Fr Jul 10, 2009 18:01

Wenn eine Schlange ins Haus kommt einfach einen Reptilien Experten oder Kammerjäger allgemein anrufen.
Zuletzt geändert von Lobatis am So Jul 12, 2009 19:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon pewter » Fr Jul 10, 2009 20:37

ganz klasse, erst im ganzen forum verbeiten wie harmlos ein biss einer kreuzotter ist und dann ahungslose noch dazu anstiften sie mit der bloßen hand zu fangen.
sich selbst aber sorgen machen wie doll der biss einer schlingnatter wohl weh tut.

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Beitragvon Snake23 » Fr Jul 10, 2009 21:55

Eigendlich wollte ich jetzt was "treffendes" dazu schreiben, aber "pewter" hat's eh schon richtig formuliert.
Grüße
Snake23

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kreuzotterbiss

Beitragvon Lobatis » So Jul 12, 2009 19:15

sorry geht manchmal etwas mit mir durch. :oops:

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Beitragvon Weana » Di Jul 14, 2009 14:07

Zum Fang von Kreuzottern, und Bezug nehmend auf das nun wieder verschwundene Video, möcht ich noch bemerken, dass ich dringend davon abraten würde, die Tiere mit bloßer Hand fangen zu wollen. Darauf gehen bei uns wahrscheinlich die meisten Bissunfälle zurück.
Ich selbst hab jetzt zwei Jahre mehr oder weniger intensiv mit Kreuzottern gearbeitet (Diplomarbeit), dabei etliche Tiere gefangen (Natürlich mit Genehmigung) und würd mich trotzdem niemals trauen, sie mit bloßer Hand anzugreifen. Der Schädel der Schlangen ist so extrem beweglich, dass sie fast aus jeder Position den Oberkiefer irgendwie so rüberwinden können, dass ein Giftzahn zum Einsatz kommen kann. Ich weiss, es gibt sicher einige, die solche Schlangen auch mit bloßen Händen fangen können, aber das erfordert sicher viel Erfahrung und vor allem eine ganz sichere Hand.
Sollte sich, wie oben angesprochen, eine Otter ins Haus verirren, so ist die sicherste Methode sie zu fangen m.M. nach, sie einfach mithilfe eines Stocks vorsichtig in einen großen Kübel zu bugsieren und dann nach draußen zu verfrachten.

Schöne Grüße
W

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