Substratrassen bei Hornottern (Kalk, Granit, Porphyr)

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Substratrassen bei Hornottern (Kalk, Granit, Porphyr)

Beitragvon Snake23 » Mi Jan 13, 2010 11:38

Reseptor hat mir im Sommer diesen Link zukommen lassen.
Stelle das hier herein, weil ich diese Bezeichnungen eigendlich so nicht kannte, bzw. nicht zuordnen konnte.
Grüße
Snake23

http://81.10.184.26:9001/pdf/OEKO_1983_2_0029.pdf

Bild

Einen schönen Überblick gibt's natürlich auch hier:

Geographic variability and taxonomy of the nosehorned viper
http://www.vipersgarden.at/Species/Spec ... AmmAmm.htm

Kennt sich schon aus
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Beitragvon Werner » Mi Jan 20, 2010 21:37

Ich finde den Begriff Substratrasse ziemlich blöd, weil er zu unterstellen scheint, dass sich die Tiere farblich an den Untergrund angepasst haben. Hornottern sind (fast) überall ungemein variabel in der Färbung, in Südtirol aber, wo sie auf rotbraunem Porphyr leben, sind sie sehr einheitlich und fast weiß! Noch auffälliger ist nur eine Krähe im Schnee! Dass es bei gewissen Populationen einen Trend zu bestimmten Farben und Mustern gibt, ist daher sicher nicht als Anpassung zu werten.

Werner

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Beitragvon Mamba » Do Jan 21, 2010 10:28

Ich halte den Begriff "Substratrasse" auch mindestens für etwas überstrapaziert.
Wie verlässlich sind jedoch die Ausführungen von DE SMEDT (2001), der zur Färbung der Südtiroler Hornotter anführt, dass diese Tiere nicht auf "frischen", rötlichen, sondern auf älteren Geröllhalden leben, deren Steine von einer weissen Moosschicht (oder Flechten?) überzogen sind?
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Beitragvon Vipersgarden » Do Jan 21, 2010 11:11

Also, jeder der schon einal in Südtirol Hornottern gesucht - und auch gefunden hat, wird die Bezeichnung Substratrasse als nicht so zutreffend, oder wie Werner schrieb, als blöd, empfinden.
Ja, stimmt schon, die Porphypfelsen sind zu einem Gutteil (30 - 50%) von silbergrauen Flechten überwachsen. Und die Hornottern leben ja nicht direkt auf den "freien Flächen" der Halden, sondern an deren Rändern, also oft auf und zwischen trockenem Eichenlaub. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, man sieht die Viecher ganz leicht aus mehereren Metern Entfernung. Viel besser als zum Beispiel in SW Kärnten oder dem karstigen Kroatien.
Aber vielleicht meinte unserer Erich Sochurek ja was ganz anderes:
Der dunkle Porphy heizt sich unter Sonneneinstrahlung ja sehr schnell und sehr hoch auf. Warum soll dann die Viper eine dunkle Farbe haben und damit den "Thermo-Effekt" noch verstärken.
Als fast weiße Schlange brauch ich länger bis zum Überhitzungszeitpunkt und kann so länger draußen bleiben.
Und Ihr glaubt immer, der Herr Sochurek hat so viel Blödsinn geschrieben, dabei hat er ja dabei nur an die Physiologie der Vipern gedacht! :lol:

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Beitragvon reseptor » Sa Jan 30, 2010 21:01

Ich hab Snake23 mal im Sommer danach gefragt nachdem ich in MAMBAS
Reptilienzoo war und dort Jungtiere in Terrarien waren die als Kalk und andere Junge ich glaube als Kristall beschriftet waren.

Inzwischen werden ja alle Tiere in Österreich als Vipera ammodytes geführt, wenn ich die von mir in der Schütt beobachteten Tiere, mit welchen aus dem restlichen Kärnten vergleiche die viel dunkler und größer sind, kommt bei mir als LAIE der Verdacht auf das es vielleicht doch irgendwie in der Schütt eine Unterart gibt (vielleicht die illyrica)!!!

Würde mich über viele Beiträge und Belehrungen freuen, das Thema interessiert mich brennend :!: :!: :!: :!:

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Beitragvon Mamba » Sa Jan 30, 2010 23:27

dort Jungtiere in Terrarien waren die als Kalk und andere Junge ich glaube als Kristall beschriftet waren.


Das stimmt so nicht ganz.
Beide Formen sind als Vipera a. ammodytes beschriftet.
Die Trivialnamen Kalk- resp. Kristallinhornotter sowie die entsprechenen Synonyme V. a. illyrica resp. gregorwallneri werden daneben erwähnt und auf die aktuelle Systematik verwiesen.
Gruss
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Beitragvon reseptor » So Jan 31, 2010 11:55

@Mamba

Danke für die Antwort,-- wie siehst du das (wenn du den Wissenschaftlichen aspekt weglässt) sind die Tiere aus der Schütt anders als die Tiere aus dem restlichen Teilen Kärntens und der STmk.

Hab irgendwo mal ein Bild eines Tieres aus Kirschentheuer gesehen (ich glaub auf Vipersgarden HP "ein gelbliches Tier") das ja wieder auf der Karawankenlinie(südl. der Drau) liegt und wieder ganz anders aussieht als die Tiere der Schütt!!

Gib uns doch mal deine Sichtweise bekannt, du hast ja einige Tiere bei dir im Zoo und kannst das recht gut am "Material" beurteilen!!

danke Rlaph

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Beitragvon Vipersgarden » So Jan 31, 2010 12:07

Ja, die Vipern aus der Schütt, bzw. aus SW-Kärnten sehen wirklich viel heller aus als die weiter östlich verbreiteten. Sie wurden deshalb von Sochurek auch zur UA illyrica gestellt.
Eventuell hat das auch etwas mit einer Selektion bezüglich des Untergrundes zu tun, dass die Vipern auf Kalkgestein meist viel heller und kontrastärmer sind, als solche, die auf Urgestein oder zumindest in vegetationsreicheren Gebieten leben.
Aber sie sind deswegen ja keine Unterarten.
Und das "knallorange" Tier aus Kirschentheuer auf meiner Webseite ist ja nur eine Ausnahmerscheinung. Alle anderen dort in der Umgebung von mir gefundenen, waren "normale" Hornottern.

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Beitragvon reseptor » So Jan 31, 2010 12:10

@Vipersgarden
Hoffe ich darf hier den link posten????

http://www.vipersgarden.at/Species/Spec ... AmmAmm.htm

wunderschönes Tier, einfach nur wunderschön!!

Ralph

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