Gift in der Pharmazie

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Gift in der Pharmazie

Beitragvon Kinderriegel86 » Mo Nov 01, 2010 17:03

Habe gehört das unter anderem das Gift von Schlangen in der Pharmazie gebraucht wird...Wollte euch dazu fragen, inwiefern etwas, dass sonst für den Menschen tödlich ist als Heilmittel eingesetzt werden darf...
Kommt es da auf die Dosierung an? Und in welchen Bereichen wird Schlangengift verwendet?
Gruß

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Beitragvon Poskok - gw92 » Mo Nov 01, 2010 20:45

hallo,
bei so ziemlich allen giften kommt es auf die dosierung an. schlangengift wird in erster linie dazu verwendet, gegengift (serum) herzustellen. schlangengift besteht aus unterschiedlichen enzymen, die z.B. in anderer zusammenstellung und niedriger dosierung auch positive dinge bewirken können. das gift mancher schlangen kann dazu verwendet werden -natürlich in niedrieger dosierung- den blutdruck zu senken oder schmerzen bei manchen kranken zu lindern, die unheilbar krank sind.
andere wissen dazu aber sicher mehr..
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Beitragvon Snake23 » Di Nov 02, 2010 13:53

Hallo, im Netz findet man ja sehr viel darüber. Anbei drei links zu dem Thema. Wobei der erste Bericht nach einigen Seiten fast "unlesbar" oder "unverständlich" wird (für mich).

http://www.smw.ch/docs/pdf/1999_06/1999-06-366.PDF
http://www.gesundheit.de/medizin/naturh ... endes-gift
http://www.vet-magazin.com/wissenschaft ... ngift.html

Grüße
Snake23

Kobragift bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Kobragift blockiert Prionen-Erkrankung [Medizin]

EDINBURGH (Großbritannien) – BSE, Creutzfeld-Jakob (CJD) oder Scrapie: Gegen Krankheiten, die durch Prionen ausgelöst werden,
gibt es bislang keinen effektiven Wirkstoff. Schottischen Forschern vom Institute for Animal Health in Edinburgh gelang es nun mit dem Gift
einer Kobra, den Ausbruch der Prionenkrankheit Scrapie bei Mäusen zu verhindern oder zumindest für 30 Tage herauszuzögern.

Dabei blockiert das Schlangengift einen Schritt in der Immunabwehr, der für die Prioneninfektion von großer Bedeutung ist. Einmal in den
Körper eingedrungen, müssen sich die fehlerhaft gefalteten Proteine erst einmal vermehren. Dazu müssen sie in die so genannten dendritischen
Zellen eindringen. Diese Zellen des Immunsystems bereiten körperfremde Moleküle für die Zerstörung etwa durch Fresszellen vor.
Das gelingt jedoch nur, wenn die fremden Moleküle in einem ersten Schritt der Körperabwehr mit einem so genannten Komplement markiert werden.
Exakt diese Markierung unterbindet das Kobragift.

Die Folge ist, dass die Prionen die Immunabwehr nicht mehr für ihre eigene Vermehrung missbrauchen können. Allerdings setzte eine höhere
Prionen-Dosis diesen Schutzeffekt wieder außer Kraft. Zudem wirkt das Gift nur relativ kurz nach einer Prionen-Infektion. Die Bestimmung
dieses Zeitpunkts wird durch die für gewöhnlich sehr lange Inkubationszeit sehr schwer zu bestimmen sein. Dennoch hoffen die Wissenschaftler,
aufbauend auf diesen Erkenntnissen, auch ein wirksames Mittel gegen CJD beim Menschen entwickeln zu können. (wsa010404jol2)

Autor/-in: Jan Oliver Löfken
Quelle: Nature Medicine

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