Europäische Hornottern ohne ENDE?

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Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Snake23 » Di Jun 17, 2014 15:14

Wird Zeit, daß ich mir meinen Frust wegschrei(b)e.
Das Bild stelle ich deßhalb herein, weil das Gebiet leider seit Jahren bekannt ist (gab ja leider auch hier im Forum vor zwei Jahren ein nettes Bild)!

20140615_Bärenbrücke1.JPG


In diesem Sinne für alle jene, die hier seit 2 Jahren vermehrt Steine bewegen muß ich schon sagen - Hut ab vor Euch, was ihr hier alles bewegt. Ihr klaubt und schichtet schon fast Tonnenmäßig herum und wollt vielleicht daß die schwarzen Schüttersteine die im Schatten liegen wieder rosarot werden, oder ob die weißen Sonnensteine im Schatten wieder nachdunkeln ? keine Ahnung, aber sicher wissenschaftlich sehr interessant?
Auf Schritt und Tritt sieht man Eure Spuren.

20140615_Bärenbrücke2.JPG

20140615_Bärenbrücke3.JPG

20140615_Bärenbrücke4.JPG

20140615_Bärenbrücke5.JPG

20140615_Bärenbrücke6.JPG

20140615_Bärenbrücke7.JPG

20140615_Bärenbrücke8.JPG

20140615_Bärenbrücke9.JPG


Und falls ihr bei Euren Steinbewegungen auf eine Hornotter treffen solltet brauchts Euch nicht erschrecken, ist sicher eine Schlingnatter. Die Ammos gibt es dank Eurer tollen steinbewegenden Unterstützung in diesem Gebiet so gut wie nicht mehr. Bis die wieder da sind, dauert es dann ungefähr solange bis die rosa Schüttersteine wieder weiß oder schwarz sind (ca. 15 Jahre)

Vielleicht sollte man auch diesen Schädel gegen einen anderen austauschen.
20140615_Bärenbrücke9_9.JPG


Trotzdem noch etwas leicht giftiges aus diesem Gebiet - das einzige !

20140615_Bärenbrücke11.JPG

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Mamba » Mi Jun 18, 2014 8:59

Ich versteh' Deinen Frust, und mir sind diese Spuren auch schon aufgefallen.
Ob Deine Zeilen hier allerdings an die richtige Adresse gelangen?
Ich denke nicht, dass solche Leute hier im Forum unterwegs sind.
Nirgendwo ist das Umdrehen von Steinen, resp. das "Nachgraben" nach entwischten ammodytes sinnloser als auf der Schütt. Sollte man eigentlich nach wenigen Versuchen selbst bemerken - unterm Stein geht's meistens immer noch weiter - abwärts!
Eine Viertelstunde Warten bringt meist den gewünschten Erfolg, denn in aller Regel tauchen die Tiere bald wieder auf - falls man eben nicht "nachgebaggert" hat.
Ich denke aber nicht, dass die Hornottern durch solch' chaotisches Treiben abwandern, hier siehst Du wohl etwas zu schwarz.
Ich habe im heurigen Frühjahr bei einigen Begehungen genau in diesem Gebiet schon einige Exemplare gesehen, inkl. mehrmaligen Wiederfunden an der selben Stelle.

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon BloodRed » Mi Jun 18, 2014 9:15

Ärgerlich und total unnötig. Ich kann Peters Einschätzung aber auch teilen, letzten August konnte ich bei 2 Begehungen auch noch 3 Tiere in Aktion finden - ohne zu "graben".

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon reseptor » Do Jun 19, 2014 21:11

Hallo Harry

...ich schließ mich den beiden an, glaub auch nicht das das einer aus unseren Reihen war, wie Peter schon geschrieben hat, wäre das Suchverhalten dann höchst unprofessionell.
In der Schütt nachzubudeln ist ein aussichtsloses Vorhaben - denke eher das das wieder rücksichtslose Menschen waren die die Schönheit des Gebiets nicht erkennen können!!

LG. Ralph
PS: schöne Beiträge die du heuer schon erstellt hast - besonders die Kletteräskulap!! :D

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Viridis » Fr Jun 27, 2014 7:51

Hallo,

ich glaube nicht, dass der oder die "Steineumdreher" menschliche Wesen waren. Der herpetologisch Interessierte lüftet den Stein und lässt ihn in der Regel anschließend wieder in seine Ausgangslage gleiten, es sei denn, er findet darunter das ersehnte Objekt, was bekanntermaßen so häufig nicht vorkommt.

Ich vermute eher, dass es sich um das Werk eines Bären handelt. Dein beilegendes Bild mit der Bärenwarnung spricht sehr dafür. Bären suchen gerne unter Steinen nach Leckereien und für sie ist es kein Problem auch einen großen Brocken schnell mal umzudrehen, was ich selbst schon beobachten konnte.

Umgedrehte Steine gelten in Bärengebieten als eindeutige Hinweise auf deren Aktivitäten. Bitte mal in der Umgebung auf weitere Hinweise achten, die auf einen Bären schließen lassen. Das sind z.B. zerwühlter Ameisenhaufen, zerflederte Baumleichen, Kratzspuren und natürlich die unverkennbare Losung. Fußabdrücke wird man im steinigen Gelände wohl kaum finden.

Gruß Viridis

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon pseudopus1 » Di Jul 01, 2014 20:56

Hallo!

Ich verstehe den Ärger, auch ich hasse es, wenn man überall umgedrehte Steine findet...allerdings finde ich es etwas voreilig zu behaupten, dass dies von uns (=alle Forumnutzer außer dir??) stammt. Ich kenne aus unseren Kreisen niemanden, der umgedrehte Steine nicht wieder so hinlegt, wie sie vorgefunden wurden - wenn überhaupt geflippt wurde. Ich denke, das ist das mindeste, was man tun kann. Ich muss aber auch sagen, dass ich selbst in solchen Gebieten Steine nicht nur beim Schlangensuchen umdrehe, sondern gerade auch bei Arachniden, die gerne ebenfalls unter Steine laufen (grad dein Beispiel, Phylaeus chrysops zb recht oft). Muss also nicht unbedingt eine Ammo-Suche gewesen sein, muss auch kein Mensch gewesen sein (es schaut zwar schon danach aus, aber wir könnens nicht sicher wissen).
Ich bezweifle auch, dass die Population dadurch verschwindet. Das Habitat wird durch das umdrehen von ein paar Steinen nicht zerstört, der Druck auf die Population ist praktisch nicht vorhanden und es sind mehr Tiere dort als man sieht (gilt für so ziemlich jede Population).
Ich kann also auch nur sagen, bitte Steine wieder richtig drehen, wenn schon herumgeflippt wird...aus welchem Grund auch immer.

Lg,
Attila

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Snake23 » Do Jul 03, 2014 11:36

pseudopus1 hat geschrieben:...allerdings finde ich es etwas voreilig zu behaupten, dass dies von uns (=alle Forumnutzer außer dir??) stammt.


War absolut nicht so gemeint, daß ich hier irgendwelche Forumsmitglieder angreife !!!!?
Nur ist das hier doch eine sehr hochfrequentierte Fachseite wo eben auch sehr viele stille Mitleser unterwegs sind.
Hätte das ganze vieleicht auch etwas anders formulieren sollen.

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Max Pöchhacker » Do Jul 03, 2014 18:26

Hallo Harry

Ich finde daß an der Bärentheorie vom Viridis was dran sein könnte.

Findest Du nicht ?

Max

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Mamba » Fr Jul 04, 2014 8:28

Da stellt sich dann die Frage, was denn Bären unter diesen Steinen suchen. Schlangen etwa?
Bild Nr. 5 zeigt genau eine Stelle, wo ich die letzen 2 Jahre bei jeder Begehung ein (trächtiges) Weibchen angetroffen habe. Heuer ist diese Stelle bislang unbesetzt.
Ich glaube nicht an Bären, und denke auch, dass diese Umdrehungen von Menschen verursacht wurden. Müssen aber nicht unbedingt an Schlangen Interessierte gewesen sein, die Schütt bietet Interessantes auch in anderen Sparten, auch in der "Skorpionszene" ist das Gebiet ein Begriff.

Generell ist es in diesem Gebiet sehr schwierig, die Stärke der Population abzuschätzen. Viele Exemplere sind versteckt, da sie schon im späteren Frühjahr ihre Vorzugstemperatur nach nur kurzer Sonneneinstrahlung unter Steinen halten können. Jahres- und tageszeitliche Unterschiede, Wetterentwicklung über längere Zeit und vor allem die Wetterlage beim Zeitpunkt der Begehung bringen sehr unterschiedliche Resultate mit Extremwerten in beide Richtungen.
Durchschnittlich sehe ich in diesem relativ kleinen Gebiet 2 - 3 Tiere, manchmal 4 oder 5, manchmal nur eines, selten bis nie keines.
Eine ungefähre Vorstellung von der Anzahl der Individuen erhält man bei der für diesen Zweck optimalen Wetterlage. Das ist eine Vor-Gewitterstimmung im Sommer - schwarzer Himmel, gespannte Luft, kurz bevor's niederprasselt. Mein persönlicher Rekord (vor wenigen Jahren) sind 14 Exemplare innerhalb einer Ausdehung von ca. 300 Metern. Einige der Funde waren an Stellen, wo ich noch nie Tiere gesehen habe, und wo ich bei "normalem" Wetter auch nie gesucht hätte.

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon Snake23 » Fr Jul 04, 2014 11:01

Mamba hat geschrieben:Bild Nr. 5 zeigt genau eine Stelle, wo ich die letzen 2 Jahre bei jeder Begehung ein (trächtiges) Weibchen angetroffen habe. Heuer ist diese Stelle bislang unbesetzt.


Zum Bild5 - vielleicht kommt Dir die Ammo bekannt vor. Eben 2013 genau an dieser Stelle fotografiert.

ammo1.JPG

ammo2.JPG


Nur halt auch von meiner Seite die Feststellung, daß dieser gute Platz (und auch andere) nicht mehr besetzt sind. Permanente Störungen in ihrem Lebensraum mögen die Ammos nicht unbedingt.
An irgendwelche in diesem Gebiet steineumdrehenden Bären glaube ich nicht. Es gibt ja in der Nähe den "Luderplatz", und da finden die genug und brauchen keine Steine umzudrehen. Auch wurde in diesem Jahr noch keiner gesichtet, und 2013 wars glaub ich einer im Frühjahr.
Auch die mehr oder weniger getarnten Fotofallen der Jägerschaft haben nicht dazu beigetragen die Bärenpopulation in die Höhe zu schrauben.
kastl1.JPG

Grüsse
Harald

P.S.: einen kleinen Bären hab ich in diesem Gebiet heuer doch schon fotografieren können.
20140616_schwarzerBär2.JPG

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon 7088maxi » Fr Jul 04, 2014 16:22

Hallo,
ich kann den Ärger verstehen, aber hat schon einmal jemand versucht die Steine wieder umzudrehen?
MfG

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon chris82 » Di Okt 06, 2015 20:08

Moin,

der Thread ist alt, aber locker der Rede wert.
Bei einem Besuch der Schütt im Mai diesen Jahres fielen mir auch einige verlorene dicke Lederhandschuhe auf.
Das deutet dann klar auf hemmungslosen Umgang mit den Tieren - egal ob Vammo oder Euskorpius.
9 Stunden habe ich bis zu meiner ersten Vammo gebraucht, dafür war das Erlebnis nachher unvergesslich.

Grüße

Chris82
MfG


Chris82

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon StoneyMaloney » Mo Okt 12, 2015 18:27

Kurze Frage: Um was für eine Spinne handelt es sich auf dem Foto? Lg

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Re: Europäische Hornottern ohne ENDE?

Beitragvon pleurodeles » Do Okt 15, 2015 13:57

..um die Goldaugenspringspinne Philaeus chrysops.

LG,
Günther

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