Schlangenbiss

Kreuzotter, Sandotter, Wiesenotter

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Beitragvon Gast » Fr Sep 09, 2005 9:17

Find ich fein, dass ich es mit meinem eigenen Unwissen nun zumindest geschafft habe, die Diskussion zu vertiefen! Bin sehr froh, dass die Wissenden sich geäußert haben, denn zu denen gehöre ich sicher in diesem Fall nicht.
Bücher zum Thema, die es, wie ich nun weiß, gibt, zu lesen ist jedem zu empfehlen, der mehr wissen will! Vielleicht kann hier noch das eine oder andere empfohlen werden ... und vielleicht ist es ja doch möglich, allgemeine und spezielle Tipps zusammenzuschreiben (zumindest für Österreich), auch wenn sich diese widersprechen.

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Beitragvon Habichtskauz » Fr Sep 09, 2005 9:17


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Beitragvon Christoph » Mi Nov 16, 2005 22:43

So, der Beitrag der angesprochen war ist wieder aufgetaucht.
Beste Grüße

Christoph

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Biss Kreuzotter

Beitragvon yvonne » Mo Aug 20, 2007 14:27

Hier ist ja nun sehr viel über dieses Thema diskutiert worden, ohne dass jemand Erfahrungswerte hatte. Ich habe diese Erfahrung gerade gemacht und ich weiß letztlich noch nicht um die Konsequenzen. Es ist alles nicht so gelaufen, wie es wünschenswert wäre und nun geht es mir einfach nur schlecht. Aber ich will kurz berichten: ich komme aus Deutschland, Schleswig-Holstein, und hier ist die Kreuzotter auch wieder häufiger an zu treffen.

Ich züchte nebenberuflich Pferde und erhielt morgens einen Anruf, dass einer meiner Junghengste ausgebrochen wäre und beim Nachbarn die Stute "belästigen" würde. Wie das so ist in so einer Situation: schnell los aus der Firma, viel Adrenalin und vor allem das Wissen, er stand nicht alleine auf der Koppel und wo ist der andere Hengst. Einen Hengst eingefangen, nach Hause gebracht und dann auf die Suche gemacht nach dem anderen. Von der Koppel über einige Wege ist es etwa 2 Kilometer bis zur stark befahrenen Bundesstraße. Also Angst und Adrenalin. Mit dem Auto fuhr ich alles ab, nichts, dann blieb mir nur noch das Trekkingrad für die anderen Feldwege. Nichts. Das ging etwa 2 Stunden so. Dann völlig erschöpft nach Hause, und wieder losfahren und suchen ...

In dieser Situation fahre ich über eine Feldweg, auf dem etwas rotes längliches lag ... etwa die Farbe einer Nacktschnecke, aber länger. Ich fuhr zunächst darüber weg und hielt dann an mit dem Gedanken "man, werden diese Nacktschnecken jetzt schon sooo groß?" Und wie ich an das Tier heran trete sehe ich, dass es eine Schlange ist. Alles war vergessen, nur noch diese Faszination. Und sie floh auch nicht, so dass ich vermutete sie wäre vielleicht verletzt ..

Keine Ahnung welcher Teufel mich ritt, als ich sie hinter dem Kopf (wohl zu viel fern gesehen) aufnehmen wollte. Dazu kam ich auch gar nicht mehr, da sie sehr sehr wütend zubiss und auch noch nachbiss ..

Der sofort eintretende heftige Schmerz verriet mir, dass ich gerade einen großen Fehler begangen hatte und zum arzt mußte. Mit Schlange. Also Behältnis aus dem Auto geholt, Schlange eingefangen und los. Achso, vorher band ich mir noch den Finger ab (falsch). Mit Handy beim Arzt angerufen - aber der sagte gleich, er könne nichts machen, ich solle direkt ins Krankenhaus fahren. Also im Affenzahn, mit immernoch sehr viel Adrenalin ins Krankenhaus. Als ich dort ankam hatte ich bereits stechende Schmerzen in der Schulter (gebissen wurde ich in den Zeigefinger).

Ach ja, und während der Fahrt war das behältnis mit der Schlange umgekippt und sie unter den Teppich gehuscht.

Die Damen und Herren im Krankenhaus (man kümmerte sich zu fünft um mich) waren wegen fehlender Praxisfälle völlig überfordert. Ich bat im Internet zu schauen, was zu machen wäre, ob evtl. Serum oder oder oder - ich wollte schließlich wieder los, den anderen Hengst suchen. Nichts. Anrufe bei Giftzentralen und schließlich eine Stunde später die Gabe von Kortison. Inzwischen war die Schwellung schon deutlich voran geschritten. Ich habe Bilder mit meinem Handy gemacht um das zu dokumentieren - für wen und warum auch immer.

Letztlich lief ich mit einem jungen Arzt die Treppen herunter und suchte im Auto nach der Schlange. Ohne Erfolg. Dann Treppen wieder hoch und endlich sollte ich mich hinlegen. Ich fragte, ob sie denn nicht mal meine Hand reinigen wollten ... wurde gemacht - und dann wurde ein Verband um den Unterarm gelegt, um die Blutzirkulation zu verlangsamen

Zu der Zeit stand ich immernoch völlig unter Strom, da ich ja unbedingt wieder los wollte ... die äazte sagten es gäbe eine diskrepanz zwischen dem biss und dem, wie es mir ging - aber vielleicht kann man verstehen, was mich so bewegte und nicht zuließ, dass es mir schlecht ging ...
Letztlich wurde ich dort behalten (gegen Abend erhielt ich dann auch die Nachricht von meinem Mann, dass der 2. Hengst wohl behalten eingefangen war) und irgendwann in der Nacht kam das dicke ende:

die Hand war so sehr aufgedunsen, dass die Schwester bei dem Anblick sofort einen Arzt rief, der Arm war bis zur Schulter und am Hals hoch bis zum Kinn stark geschwollen, auf dem Arm war eine breite rote Linie (Entzündung der Vene sagte der Arzt) und die Schmerzen waren einfach nur noch heftig ..

Das ist jetzt 6 Tage her. Die Schwellung ist zwar zurück gegangen, aber direkt an der Bissstelle war das Gewebe tot (schwarz), die Schmerzen bis zum Hals hoch sind immernoch da, den Finger kann ich nicht bewegen, er ist auch immer noch geschwollen, ich habe massive Kreislaufprobleme, Bauchschmerzen, Durchfall und wünsche wiklich jedem, dass ihm soetwas erspart bleibt.

Dennoch, die schöne Schlange habe ich inzwischen gefangen, werde nun noch ein paar schöne Bilder von ihr machen und sie dann wieder aussetzen. Vielleicht soll ich die Bilder mal veröffentlichen?

So, das war eine Menge Text - es hat sehr lange gebraucht, das mit einer Hand zu schreiben. Ich kann nur empfehlen es so zu machen, wie es eigentlich auch vorgesehen ist (hinterher ist man immer schlauer): nach dem Biss hinlegen, mit dem Handy Hilfe herbei holen und so wenig wie möglich bewegen. Dann ist das ganze wohl einigermaßen leicht zu überstehen :D
Manchmal müssen wir Menschen uns für das Wohl des Tieres ein wenig zurück nehmen

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Beitragvon Mamba » Mo Aug 20, 2007 23:34

Hallo Yvonne
Es tut mir zuerst einmal sehr leid, dass Du, noch dazu als herpetologischer Laie, zu einem Schlangenbiss wie die Jungfrau zum Kind gekommen bist und diese schmerzhafte Erfahrung machen musst.
Dass Du die Schuld bei Dir allein suchst und die Schlange immer noch schön findest, bewundere ich sehr.
Dass das Ganze "einigermassen leicht" zu überstehen gewesen wäre, wenn Du Dich hingelegt und auf Hilfe gewartet hättest, wage ich allerdings zu bezweifeln. Die Schwellung wäre so um kein bisschen kleiner ausgefallen, sie hätte sich unter Umständen nur langsamer ausgedehnt, gleiches gilt für die Schmerzen. Zu den Bauchschmerzen, Durchfall und Kreislaufproblemen kann ich nichts sagen, solche Auswirkungen sind mir bei meinen Bissunfällen immer erspart geblieben
Dass Du nach 6 Tagen immer noch Schmerzen bis zum Hals hast und den Finger nicht bewegen kannst, war wohl zu erwarten, bei meinem letzten Biss dauerte es 5 Wochen bis zur völligen Bewegungsfähigkeit des Arms. Hast Du die Schmerzen dauernd? Irgendwann lassen sie nämlich nach und treten nur beim Bewegen resp. gewissen Stellungen des Arms heftig auf: Dies ist dann, nach meinen Erfahrungen, bereits die Heilphase, in der sich die in Mitleidenschaft gezogenen Lymphbahnen und Kapillargefässe regenerieren. Trotzdem sollte der Arm, dies rät mir mein Arzt immer, bewegt werden, um die sicherlich vorhandenen Hämatome schneller aufzulösen und abzuführen.
Wurde Dir eigentlich kein Antivenin (Serum) angeboten? Die Kortisongabe war gut (schwellungshemmend und -abbauend). Antiveningaben hätten Dir bezüglich Schwellung und Schmerzen nichts gebracht, evt. aber Deine übrigen Symptome gelindert. Allerdings hätten dabei, wie Du in früheren Stellen dieses Thread's nachlesen kannst, auch andere ernsthafte Probleme auftreten können.
Ich wünsche Dir baldige und vollständige Genesung von Deinen inneren Beschwerden; die Schmerzen im Arm und die Schwellung des Fingers werden sich von selbst erledigen.
Ich freu mich auf Bilder des schönen Attentäters, interessieren würden mich auch Bilder Deines Arms sowie detailliertere Angaben zum Krankheitsverlauf (Blutbildveränderung), wenn Du dazu bereit bist.
Zum Schluss nochmals für Deine Einstellung dem Tier gegenüber meine Hochachtung.
Schöne Grüsse

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