Rotwangenschildkröte

Ausgesetzte Arten

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Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gast » Mi Sep 11, 2002 12:22

Das Thema ist ohnenhin schon ein alter Hut. Früher gabs die Rotwangenschildkröten als Babies fast in jeder Zoohandlung zu kaufen, nach ein paar Jahren haben sie sich im Aquarium zu ordentlichen Schweindln entwickelt und keiner wollte sie mehr haben. In der Nähe von St. Pantaleon (Zusammenfluss Enns-Donau) hat jemand welche in der Au ausgesetzt. Als ich sie das erste mal von weitem sah, freute ich mich über meine vermeindliche Beobachtung von Emys. Beim zweiten mal (diesmal mit Feldstecher) kam die Ernüchterung...Die Viecher sind wirklich zäh, sogar einen Winter mit -20 Grad haben die beiden überlebt. Nach dem Hochwasser war ich nicht mehr unten. Vielleicht hat es sie weggeschwemmt.....

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Hannes » Fr Sep 20, 2002 10:32

Eine erfolgreiche Reproduktion der Rotwangenschmuckschildkröte konnte für Österrich noch nicht nachgewiesen werden, sind aber für südeuropäische Länder (z. B. Italien) bereits belegt. Dort stellt auch der amerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) ein zunehmend größer werdendes ökologische Problem dar.
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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Habichtskauz » Di Feb 04, 2003 23:00

Die Viecher gibts seit ein paar Jahren am Linzer Uniteich auch - scheinen wirklich ziemlich zäh zu sein, da sie scheinbar regelmäßig den Winter überstehen. Obwohl da richten sie wohl kaum Schaden an - vielmehr sind sie ganz nett anzuschaun.

Prinzipiell besteht das Problem wohl in einer Verdrängung der heimischen Sumpfschildkröte.
Diesbezüglich finde ich es eigentlich bemerkenswert, dass derartige eingebürgterte Tier (auch Pflanzen- ) arten sich zum Teil zu solchen Problemen entwickeln, indem sie sich als konkurrenzfähiger als die heimischen Arten erweisen.
Eigentlich würde man naiverweise vielleicht erwarten, dass die heimische Art schon besser angepasst ist, aber mit nichten: Ein gutes Beispiel scheinen Bachforelle-Regenbogenforelle zu sein: Bei uns verdrängt die Regenbogenforelle die Bachforelle, in Nordamerika verdrängt die dort eingebürgerte Bachforelle (sofern ich mich jetzt richtig erinnere) die dort ansässige Regenbogenforelle.

Prinzipiell scheint es 3 (mir bekannte) Probleme bei Faunenverfälschungen zu geben:

1.) Neuer Beutegreifer, der heimische Fauna schädigt
(z.B. Waschbär, Marderhund bei uns; Wildhunde in Australien)
2.) Direkte Nahrungs-/lebensraumkonkurrenz
3.) Einschleppung von Krankheiten gegen die die neue Art imun ist (z.B. Krebspest bei Amerikanischen Signalkrebsen)

Was ist eigentlich bei den Schildkröten das Hauptproblem - wie oben schon angesprochen, die direkte Konkurrenz zur Europäischen Sumpfschildkröte? Gibt es DADURCH eventuell schon einen Bestandsrückgang?

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gast » Mi Mär 26, 2003 18:52

Auf der Wiener Donauinsel von "Tierliebhabern" ausgesetzt: Trachemys scripta elegans (Rotwangenschmuckschildkröte).
.Bild
Dieses riesige Exemplar ist bestimmt älter als 10 Jahre und überwintert im Toten Grund wahrscheinlich seit Jahren. Der Panzer ist noch voll Schlamm. Dies weist darauf hin, daß das Tier erst frisch aus dem Winterschlaf (im Bodenschlamm des Gewässers) erwacht ist und die ersten Sonnenstahlen tankt.

H.

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gast » Mo Jun 02, 2003 19:57

Hallo

Ich habe in den Donauauen mal 2 Rotwangenschildkröten gefunden ,die sind wohl 10 min. vorher ausgesetzt worden :rolleyes:

MfG
Markus

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Erpi » Mo Apr 26, 2004 9:59

In meiner Siedlung (Wien Süd) hatte ich im Rinnstein eine Rotwangenschildkröte mit deformiertem Panzer und sehr geschwächt gefunden.

Damit sie in Würde sterben und nicht im Rinnstein verrecken muss, hatte ich sie in meinen Ziegelteich (12.000 m²) gesetzt. Dort lebt sie aber, erstaunlicher Weise, seit 4 Jahren!

Ich hatte eigentlich keine Faunenverfälschung vor!
Wovon ernährt sie sich? Der Bewuchs ist eher gering.

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon biene » Fr Okt 01, 2004 20:19

Ich melde mich zum ersten mal.
Warum reagieren all so negativ die Tiere setzen sich nicht aus Spaß aus die Besitzer sind verantwortungslose Unmenschen. Wenn ich ein Tier aus irgend welchen Gr
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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gerald » Fr Okt 01, 2004 21:21

Ich kann mich der Meinung, dass die Tiere an ihrem Aussetzen nichts dafür können nur anschließen (und ich glaube das bin nicht nur ich [weil ist ja irgendwie Logisch])

Sprich "Schuld" sind die Menschen die die Rotwangenschildkröten aussetzen - aber das Problem in der Natur sind dann wieder die Schildkröten.

Deswegen sagt man einfachheitshalber "deppate Rotwangen" (und meint damit im Endeffekt ja eigentlich diejenigen, die diese Tiere ausgesetzt haben).

Bzgl. generelles Halteverbot - dem kann ich nichts abgewinnen, die "logische" Schlussfolgerung der Leute ist leider "Was - Schlange? Hilfe - Alles was irgendwie so ein Tier ist gehört verboten"

Sie vergessen dabei, dass man eher im Lotto gewinnt, als von einer Kobra eines Verrückten gebissen zu werden. (Der Gebissene sieht das anders - liegt in der Natur der Sache)

@Hannes anno 2002: Ich bilde mir ein, dass sich Rotwangen schon in unseren Breiten fortgepflanzt haben - kann mir das jemand bestätigen?

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gast » Fr Okt 01, 2004 23:04

Hallo,

natürlich schliesse ich mich Eurer Meinung an, der Rotwange kann keinerlei Schuld für seine ohnehin schon traurige Situation gegeben werden

1. ev. keine Artgenossen
2. Futterbeschaffung
3. klimatische Veränderungen im Gegensatz zum Aquarium
u.s.w.

eine wirklich beachtliche Wiederstandsfähigkeit :P

Dennoch sind diese aber faunenfremd und wenn's dann eventuell zu einem ökologischen Problem kommt z.B. Verdrängung der eh schon in dezimierten Sückzahlen vorkommenden "Einheimischen" so ärgert mich dies schon.:mad:

Das mit den Negativschlagzeilen der Medien wobei wir wieder beim alten Thema Nachfrage bestimmt Angebot wären, ist die andere Geschichte.
Ist es nicht immer so, dass diese Themen ausgeschlachtet werden und z. B. auch gleich alle Hunderassen wie Terrier, Dobermann u.d.g. mit dem Namen Kampfhund betitelt werden? Hier ist auch immer der Tierhalter schuld (jüngster Vorfall diese Woche leider in Wien).
Ich finde ein jeder Mensch sollte es sich wirklich eingehenst überlegen und Auskünfte einholen ob er, und wenn ja, welches "Tierchen" er sich anschafft (oder sogar verschenkt :( - leider jedes Jahr und mit Sicherheit heuer nach Weihnachten wieder ein Thema).

Auch mit dem Gedanken das Tier dann eventuell in ein eh schon überfülltes Tierheim zu stecken sollte nicht schon im Vorfeld gespielt werden!
Ausnahmefälle punkto Entschluss Tierheim bestätigen natürlich wie immer die Regel, aber lt. Zahlen ist hier eher und leider von Leichtsinn und Bequemlichkeit im Umgang mit Tieren, welcher Art auch immer, die Rede.

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Gast » Sa Okt 02, 2004 0:39

War mir ein Anliegen dies auch mal zu erwähnen, obwohl wir uns hier meistens der schönen Natur fröhnen!!!;)

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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Srutl » Sa Okt 02, 2004 9:51

Liebe Jacky!

Durch einen Editierungsfehler wurde aus Versehen Dein Profil gelöscht - wir werden es im Lauf des Tages versuchen, wieder herzustellen

bitte entschuldige!!
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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Christoph » Sa Okt 02, 2004 13:45

Lässt sich leider nicht mehr richten :(

Jacky, du müsstest dich wieder neu registrieren, werd versuchen deine Beiträge mit der neuen Registrierung zu verknüpfen.
lg
Beste Grüße

Christoph

Kennt sich schon aus
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Re: Rotwangenschildkröte

Beitragvon Jacky » Sa Okt 02, 2004 19:41

@srutl
kein Problem, hab mich bereits neu registriert, bin fast so hartnäckig wie die Rotwange *grins*!:P
(Natur)freundliche Grüße
Gabi

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