Mann ignorierte Schlangenbiss

Herpetologie und die Medien

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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon Vipersgarden » Di Jun 26, 2012 14:50

Mamba hat geschrieben:Diese Mühe könnt Ihr euch sparen.


Glaub' ich auch!
Leserbriefe werden wohl sehr selektiv behandelt.
Und wenn gegen eine (angebliche) Institution, dann ...........................

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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon Mamba » Di Jun 26, 2012 18:29

Zu früh gefreut - nun ist auch der ORF dabei:
http://kaernten.orf.at/news/stories/2538850/

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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon Vipersgarden » Di Jun 26, 2012 18:44

...und Gulliver gibt es doch!
Denn wenn die angeblichen Bissmarken einen Abstand von 2 cm haben, dann muss der Daumen von einem Riesen stammen.
Jeder weitere Kommentar ist überflüssig.
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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon pleurodeles » Di Jun 26, 2012 21:03

Vipersgarden hat geschrieben:
Mamba hat geschrieben:Diese Mühe könnt Ihr euch sparen.


Glaub' ich auch!


Wie oft habt Ihr´s denn schon probiert?
Und kommt mir jetzt nicht mit solchen Sachen wie "Das zahlt sich ja gar nicht aus, die Presse ist ja nur auf Sensationen aus, die ignorieren sowieso sachliche Kommentare dazu" etc. etc.. Mag ja vielleicht prinzipiell stimmen (und tut´s wahrscheinlich auch), mich würden aber ausgeführte Gegenversuche wirklich interessieren!

LG,
Günther

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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon pewter » Mi Jun 27, 2012 7:18

Das Foto mit dem Daumen ist nicht schlecht, den Verletzungen nach zu urteilen hat ihn da ein mini Röschenbusch gepiekst :mrgreen:
Sowas lächerliches hab ich also lange nicht mehr gesehen!

Oder wars es möglicherweise gar eine Giftnatter :mrgreen:

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Re: Mann ignorierte Schlangenbiss

Beitragvon Mamba » Mi Jun 27, 2012 8:40

Ich versuch‘ mal, sachlich zu bleiben, auch wenn’s bei dieser Art Berichterstattung, die in Kärnten schon lange Methode hat, sehr schwer fällt.

Gerade Bisse von Macrovipera-Arten sind für ihre enorme Gewebetoxizität und sehr ausgeprägte Lokalreaktionen bekannt. Schmerzhafte Schwellungen mit Ausdehnung über die ganze gebissene Extremität , die in einigen Fällen eine Faszienspaltung indizieren, sowie Blasen- und Nekrosenbildung
sind zu erwarten. An den angeblichen „Bissmarken“ (die die zuerst genannte „Grösse“ bei weitem nicht erfüllen), ist nicht die kleinste Verfärbung zu erkennen, was angesichts des späteren angeblich „lebensbedrohenden“ Verlaufs mehr als seltsam sein dürfte.
Nebenbei sei bemerkt, dass die abgebildeten Punktierungen sicher nicht die einzigen sein und zuhauf gefunden werden dürften, wenn man sich mehrmals täglich ungeschützt in Dornenbüsche schlägt.

Die wichtigsten weiteren Auswirkungen bei Bissen dieser Gattung sind Hypotonie (verringerter Blutdruck) bis hin zum hypovolämischen Schock, sowie signifikante Gerinnungsstörungen (heftige Blutgerinnung und später Übergang zur Ungerinnbarkeit durch Verbrauchskoagulopathie), sowie von Fall zu Fall Schädigung verschiedener Organe (Nieren).

Der Patient wurde erst Stunden nach dem „Vorfall“, am Abend des „Unglückstags“, mit „Unwohlsein und Krämpfen am ganzen Körper“ im Krankenhaus vorstellig. Krämpfe gehören jedoch definitiv nicht zum Vergiftungsbild, das hier bemüht werden soll, passen aber, genauso wie Kreislaufprobleme, zur Symptomatik eines Hitzekrampfs nach schwerer Arbeit in grosser Hitze, verbunden mit Flüssigkeits- und Salzverlust.

Nach einer angeblichen Antivenintherapie, die laut Zeitung durch Vermutungen und Zusammenzählen völlig ungesicherter Annahmen in Beratung mit einem medizinischen Laien als indiziert angenommen wurde, besserte sich der lebensbedrohliche Zustand des „Gebissenen“ angeblich derart schnell, dass er zwar nicht am selben, wie zuerst gemeldet, jedoch bereits am nächsten Tag entlassen werden konnte.
Noch einmal, weils so schön ist: Donnerstag abends Einlieferung, Zustand durch Biss einer Schlangenart mit 40%iger Letalität absolut lebensbedrohlich, man gibt eben mal schnell ein wenig „Serum“ und entlässt den so wundersam schnell Genesenen anderntags.
Das ist genau das, was Otto Normalverbraucher lesen und abends am Stammtisch besprechen will, jedem, der nur ansatzweise über Giftwirkungen, Bissbehandlungen und Wirkungsweise, aber auch Problematik von Antiveninen informiert ist, dreht’s da ganz einfach den Magen um.

Die angegebene Letalität bei lebetina-Bissen von 40 % ist ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten. Meier & White (1995) geben eine geographisch unterschiedlich bedingte Rate von 30 – 50 % an – allerdings
für unbehandelte Bisse. In unseren Breitengraden mit medizinisch guter Versorgung dürfte der Wert nur knapp über Null liegen.

Helfen wird das leider gar nicht – die Zeitung muss ihre Auflage festigen , und die Expertin ihren „Titel“ rechtfertigen – auf der Strecke bleibt die seriöse Berichterstattung, die gerade bei dieser Thematik so wichtig wäre.

Zitat ORF: "dass noch zwei weitere Tiere frei sind.Diese sollen nun gefunden werden"

Gibt's schon einen Termin, und wird der ORF live dabei sein?





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