Giftiger als gedacht

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Giftiger als gedacht

Beitragvon Christoph » Do Aug 28, 2003 9:41

"Giftschlangen sind viel weiter verbreitet als bislang angenommen. Weltweit gibt es nicht nur um die 250, sondern tatsächlich eher an die 2700 giftige Schlangenarten. Das berichtet eine internationale Forschergruppe in der Fachzeitschrift "Rapid Communications in Mass Spectrometry". Nach Angaben der Wissenschaftler produzieren möglicherweise auch viele bisher als vollkommen ungiftig eingestufte Schlangenarten, die unter anderem als Haustiere in Terrarien leben, mehr oder minder viel Gift.

Schlangen "erfanden" in der Evolution das Gift viel früher als gedacht, fanden Bryan Grieg Fry von der Universität Melbourne und seine Kollegen in ihrer Untersuchung tausender Reptilien heraus. Das Schlangengift entstand dabei nur ein einziges Mal - vor ungefähr hundert Millionen Jahren. "Die ersten Giftschlangen entwickelten sich wahrscheinlich aus riesigen im Sumpf lebenden Wesen, die den heutigen Anakondas ähneln", vermutet Fry. "Sie brauchten eine ganz neue Methode zum Töten ihrer Beute, als sie ihre schweren Muskeln aufgaben, um bei der Jagd schneller und athletischer zu werden."

Der Ursprung des Schlangengiftes liegt den Studien zufolge viel länger zurück als das Auftauchen heute als ungiftig eingestufter Schlangen. Daher vermutete Fry, dass auch diese als harmlos geltenden Schlangen noch Gift produzieren. Tatsächlich isolierten die Forscher während ihrer Untersuchungen beispielsweise bei als absolut ungiftig eingestuften Nattern ein Gift, das dem der Kobra ähnelt. "Dies zeigt, dass eine große Anzahl von Schlangen, die üblicherweise als Haustiere gehalten werden, in der Tat giftig sind", sagt Fry. Doch gefährlich müssen diese Reptilien nicht unbedingt sein - wenn sie kaum aggressiv sind oder ein nur leichtes Gift haben, stellen sie keine große Bedrohung dar. ddp"

gefunden in der http://www.thueringer-allgemeine.de
Beste Grüße

Christoph

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Re: Giftiger als gedacht

Beitragvon Franz » Do Aug 28, 2003 15:52

Liebe Leute!

Dass auch unsere Nattern (Ringelnatter & Co.) Gift produzieren, darauf hat schon lange Gerald Benyr hingewiesen (Vizepräs. d. ÖGH und Leiter d. Terraristik am NHMW). Allerdings fehlen diesen als ungiftig eingestuften Schlangen entsprechende Ausfuhrgänge, die dem Gift einen Zutritt zum eventuellen Opfer ermöglichen.
Übrigens muss dazu gesagt werden, dass auch der Mensch, bei Erregung, mit den Nebennieren durchaus Sekrete produziert, die hunderte andere Menschen, bei direkter intravenöser Injektion, töten können...
Jedes hochpolymere Protein kann sich - an der falschen Stelle eingesetzt - als Gift für den eigenen oder einen fremden Organismus erweisen...
Wie sagt man: alles ist relativ.
Grüße aus dem Weinviertel
Franz

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