Hochgiftige Kobra in Kindergarten

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Hochgiftige Kobra in Kindergarten

Beitragvon Christoph » Sa Sep 06, 2003 17:54

ORF ON Kärnten: In einem Klagenfurter Kinderhort entdeckten Kinder am Freitagnachmittag beim Spielen eine Giftschlange. Die Monokel-Kobra war zwar bereits tot, nach Angaben von Experten können die Giftzähne durch Berührung aber trotzdem noch aktiviert werden. [mehr]
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Re: Hochgiftige Kobra in Kindergarten

Beitragvon Gast » Sa Sep 06, 2003 18:30

Na ja! Sicher gehört eine Cobra - auch wenn es sich um ein totes Tier handelt - nicht in den Erreichbarkeitsbereich von Kindern. Und das mit den Giftzähnen stimmt schon! Die sind selbst nach 100 Jahren Aufenthalt in Museumsalkohol noch funktionsfähig. Nur sind Cobras Trugnattern und tragen ihre Giftzähne weit hinten im Maul. Und einer toten Schlange ins Maul greifen wird man auch nicht so leicht. Also war die unmittelbare Gefahr eher als gering anzusehen!
Aber kein gelungener Scherz, wenn das einer gewesen sein soll!

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Re: Hochgiftige Kobra in Kindergarten

Beitragvon Franz » Mo Sep 08, 2003 16:58

Liebe Leute!

Die Gefahr von einer toten Kobra "gebissen zu werden", ist wirklich als ziemlich gering anzusehen. Ein Hantieren mit einem toten Tier, bei dem man diesem in den Rachen greift, sollte eigentlich auch kleinen Kindern schon "abgewöhnt" sein...
Prinzipiell ist natürlich die Gefahr, die verantwortungslose Terrarianer mit Gifttieren anstellen können, besonders wenn sie das nächste Mal lebendige Individuen "entsorgen", nicht zu unterschätzen, wobei hier absichtliche Gemeingefährdung von Leib und Leben vorliegt.
Ich hoffe, dass der "Ex-Besitzer" der toten Kobra bald ausgeforscht und entsprechend bestraft wird.
Grüße aus dem Weinviertel
Franz

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Re: Hochgiftige Kobra in Kindergarten

Beitragvon Mamba » Di Jan 13, 2004 20:06

Hallo
Bin neu hier und als Betreiber eines Reptilienzoos vielleicht nicht ganz so prädestiniert, um bei diesem Forum mitzumachen. Dennoch ist es mir ein Anliegen, zum Thema "Tote Kobra im Kindergarten" und den Beiträgen dazu Stellung zu nehmen. Zum Einen muss gesagt werden, dass Kobras nicht zu den Trugnattern(Opistoglyphen) gehören, sondern Giftnattern oder Elapiden sind und mit ihren mittelgrossen, gefurchten, starren und vorn sitzenden Giftzähnen zu den Proteroglyphen gehören. Im Weiteren möchte ich keinesfalls einer toten Kobra ihre potenzielle Gefährlichkeit absprechen, jedoch ist die zitierte Aussage der Expertin aus Klagenfurt schon sehr abenteuerlich und dilettantisch und verlangt eine Richtigstellung. Wie um Himmels Willen sollen die Giftzähne einer toten Kobra bei einer Berührung aktiviert werden, da sie schon beim lebenden Tier keinerlei Aktivitäten ausüben. Die einzigen Aktivitäten beim Biss werden von der Mund- und Giftdrüsenmuskulatur gesetzt. Im Gegensatz dazu stehen die
Solenoglyphen, zu denen auch unsere einheimischen Giftschlangen gehören, sie besitzen durch Muskelzug bewegliche Giftzähne. Es ist zwar bekannt und verbürgt, dass frisch getötete Giftschlangen noch einige Zeit reflexartig zubeissen können, auf keinen Fall funktioniert das jedoch bei Erreichen der Totenstarre und in gar keinem Fall nach Abklingen derselben. Auch die Bemerkung mit der 100-jährigen Schlange aus dem Sprit ist etwas gewagt, wenngleich natürlich Schlangengifte im Alkohol mehr oder weniger konserviert werden. Die sich an den Zähnen evt. befindlichen Giftreste reichen nach meinen Erfahrungen und denen vieler Präparatoren für eine ernsthafte Vergiftung nicht aus.
Also bitte, liebe Experten und Expertinnen, auf dem Teppich bleiben, denn wenn wir bei exotischen Giftschlangen übertreiben, kriegen unsere einheimischen Tiere immer etwas davon ab, die Angst steigt und Akzeptanz und Verständnis nehmen ab, und wenn ich die Philosophie dieser Site richtig verstanden habe, ist dies zweckfremd.
Nix für ungut, war mir aber ein Bedürfnis.

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