Spätes Echslein

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Spätes Echslein

Beitragvon Muralis » Sa Nov 01, 2008 21:12

Hallo,

am Henzing (Hügel nördlich vom DoKW Melk) waren bis vor einer Woche immer wieder einzelne junge Smaragdeidechsen anzutreffen. Das sollte es dann eigentlich gewesen sein...

Aber heute am 1. November beim Winterlibellen-Suchen raschelte es wieder im Eichenlaub - ein besonders kleines Echslein war noch aktiv und mir ist wenigstens ein Belegfoto gelungen.

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Beitragvon Max Pöchhacker » So Nov 09, 2008 18:37

Hallo Muralis

Ich habe die Tage einen Herbstzügler entdeckt.
Ein Grasfrosch war vorgestern um Mitternacht im Regen auf Wanderschaft
zu seinem Winterruheplatz, wie Ich mal vermute.

Es entstanden leider keinerlei brauchbare Fotozeugnisse von der Begegnung.

Max

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Beitragvon Muralis » Di Nov 11, 2008 21:31

Die Freilandsaison ist noch nicht zu Ende 8)

Heute am SW-Hang des Henzing bei knapp 10 Grad und Nebelwolken (die Sonne war kurz zuvor noch da) fanden sich beim Heuschreckensuchen noch 3 juvenile Smaragdeidechsen! Eine konnte ich belegmäßig ablichten.

Einen Ö-Rekord für Oedipoda caerulescens (noch 2 Weibchen) konnte ich dort auch an Land ziehen...

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Beitragvon rennfahrersepp » Mi Nov 12, 2008 8:26

Muralis hat geschrieben:Die Freilandsaison ist noch nicht zu Ende 8)


Wie man an den Fundmeldungen erkennen kann, waren im november noch immer einige Viecherl unterwegs. Feuersalamander konnte ich an schönen Novembertagen im Wienerwald noch Mitte November beobachten und auch die Pelophylax Fraktion macht im November noch nicht schlapp....

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Beitragvon Muralis » Sa Nov 15, 2008 14:15

Gut, von den Amphibien kann man einiges erwarten. Aber über die Smaragdeidechse lese ich im Herpeto-Atlas, dass die Phänologie bis September reicht.
Und hier im Artensteckbrief steht, dass Jungtiere bis in den Oktober gefunden werden können.

Ich komm jetzt grad vom Henzing zurück, und dort wollte heute nach einigen Waschküchetagen und aktuell 9 Grad und heftigem Westwind zumindest 1 Echslein noch immer nicht schlafengehen...

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Übrigens flogen dort am SW-Hang noch 9 Postillione, 1 Kleiner Perlmuttfalter und 1 Admiral. Es zirpten verbreitet Verkannte Grashüpfer (Chorthippus mollis) und es gab einen neuen Österreich-Phänologie-Rekord für die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens).
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Beitragvon Leif » Sa Nov 15, 2008 18:27

Postillione sind bei uns auch noch vereinzelt unterwegs.

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Beitragvon Hannes » So Nov 16, 2008 11:01

Die Angaben im Verbreitungsatlas und unserem Artkapitel beziehen sich auf die Aktivitätsperiode des überwiegenden Teils der Population. Bei entsprechend warmen Wetter können aber durchaus, so wie z.B. bei dir, auch noch später Tiere im Freien angetroffen werden. Doch sind das immer Ausnahmen. Ich hatte mal vor einigen Jahren 2 juv. Smaragdeidechsen am 15. Jänner bei einer Lufttemperatur von 12 Grad beobachtet.
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Beitragvon Muralis » So Nov 16, 2008 18:05

Ich glaube eben, dass es in dem Fall eher keine Ausnahme ist. Die Phänologie von Tagfaltern und Heuschrecken untersuche ich hier schon ein paar Jahre und der sommerliche Falterflug im Oktober (um die 15 Arten Mitte Oktober) ist ein alljährliches Schauspiel. Immerhin 2 Heuschreckenarten haben hier am Henzing den phänologischen Ö-Rekord hinsichtlich Letztfundes.

Ursache ist die SW-Lage, die extensive Bewirtschaftung der Wiesenhänge unterm Eichenwald sowie die Höhenlage von über 300 Metern und die offene Lage, sodass die Kaltluft zur Donau abfließen kann.

Die jungen Smaragdeidechsen waren hier bis gestern durchgehend anzutreffen und ich denke mal, dass das auch in anderen Jahren so sein könnte. Werde in den nächsten Jahren auch auf die Eidechsen ein Augenmerk richten.
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Beitragvon Muralis » Di Nov 18, 2008 15:07

Auch wenn´s vielleicht schon langweilig wird: Ich war heute am Henzing, weniger wegen der Eidechsen...

Nach leichtem Nachtfrost waren alle Ödlandschrecken gestorben, aber Chorthippus mollis (einige stridulierten sogar), Ch. biguttulus, Gomphocerippus rufus und Pholidoptera griseoaptera waren noch teils zahlreich präsent.
Postillione oder andere Falter erhoben sich bei 4°C Lufttemperatur nicht mehr in die Lüfte.

Aber: am bewussten Platz tummelten sich gleich 5 junge Smaragdeidechsen!
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Beitragvon Cornelia » Di Nov 18, 2008 15:40

Diese Jugend ...! Weiß auch nicht, was sich gehört! Bei solchen Temperaturen noch draußen? Die werden sich noch verkühlen! ;)
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Beitragvon Leif » Di Nov 18, 2008 18:06

Bei uns war´s gestern noch etwa ein Dutzend Postillione bei 12°C und Sonne. Die Wiesen, die eigentlich schon braun waren, werden wieder grün, Knospen an den Bäumen, einige Pflanzen blühen neu auf, kein Schnee in Sicht, Tauwetter selbst in den Gebirgslagen - Frühling???

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Beitragvon Muralis » Mi Dez 03, 2008 16:07

Ich war heut nach längerem wieder mal am Henzing. Und am bewussten Platz sonnten sich bei 7°C in der Tat sechs juvenile Smaragdeidechsen...

Unglaublich, wenn man bedenkt, dass wir doch einen echten Wintereinbruch mit Minusgraden und tagelanger Schneelage hinter uns gebracht haben.

Zu fressen gibt´s allerdings auch noch immer was: Die Postillione und all die anderen Falter sind zwar ins Land der ewigen Träume übersiedelt, aber es waren z.B. noch ca. 25 Heuschrecken (Gomphocerippus rufus, Chorthippus mollis und Ch. biguttulus) anzutreffen!
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Beitragvon Werner » Do Dez 04, 2008 15:18

überrascht mich gar nicht so sehr. Die kontinentalen Arten Z. vivipara und L. agilis sind klassische Winterschläfer, da wirst ka Chance haben. Aber die mediterranen P. muralis und L. viridis kommen bei "warmem Wetter eben immer heraus!

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Beitragvon Muralis » Mi Apr 01, 2009 20:34

Den weiteren Winter über werden sie kaum mehr Möglichkeiten zum Sonnen gefunden haben :cry:

Aber heute hatte ich endlich wieder mal die Gelegenheit, am Henzing nachzuschauen. Sehr schwach heuer mit den überwinternden Faltern. Aber am viridis-Platz wurlte es nur so von Jungechsen, gezählt hab ich schlussendlich 17.

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Und am Südhang, genau dort, wo die Bauern im Vorjahr zum Feld hin entbuscht haben, sonnte sich auch ein recht großes Exemplar. Sicher erst kurz heraußen, wie man an den Hautfalten und dem Dreck am Rücken und am Schwanz erkennt.

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Musste also gar nicht in die Wachau, um die ersten viridis zu sehen. :wink:
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