Frage zur kroatischen Gebirgseidechse

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Frage zur kroatischen Gebirgseidechse

Beitragvon Snake23 » Sa Mai 29, 2010 19:42

Hab jetzt einige Zeit damit verbracht, meine Bilder zumindest von diesem Jahr durchzuschauen, und mein Auge zu schulen, damit ich endlich die kroatische Gebirgseidechse von der Mauereidechse schnell und sicher unterscheiden kann. Schön langsam gehts (mit der unter "Reptilien" eingestellten Unterscheidungshilfe).
Soweit sinds alles Mauereidechsen, und ich muß es mir wohl angewöhnen anders zu Fotografieren (von oben).
Bei dieser bin ich mir aber nicht so sicher, weil es so scheint, daß die Präfontale, wo sie in der mitte zusammenkommen, eben länger verlaufen ?
Grüße
Snake23

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Beitragvon Vipersgarden » So Mai 30, 2010 9:43

Auf ein wichtiges und sehr leicht zu erkennendes Unterscheidungsmerkmal wurde bei der Artbeschreibung vergessen!
Die Schwanzwirtel:
Bei der Mauereidechse alle in etwa gleich breit.
Bei horvathi: immer deutlich alternierend - 1x breit, 1x schmal.
Daher: Podarcis muralis!

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Beitragvon Snake23 » So Mai 30, 2010 10:59

Danke, das machts jetzt für mich doch etwas leichter, und es ist (wenn mans weiß) leicht zu erkennen. Obwohl ich jetzt meine Bilder nochmal durchschauen muß (zumindest diejenigen, wo ich die Tiere nur seitlich draufhabe), aber das Wetter passt heute (wiedereinmal) eh für sowas.
Grüße
Snake23

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Beitragvon Gerald » So Mai 30, 2010 12:00

Weitere wichtige Merkmale wären noch, dass die Unterseite sowie die Kehle von horvathi nie rot, gelb und/oder gefleckt ist und die Hinterbeine ebenfalls ohne der weißen Fleckung sind.

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Beitragvon Snake23 » Mo Mai 31, 2010 0:47

Ist ja eine interessante neue, bzw. zugewanderte Art, und jetzt fällt es mir doch etwas leichter die zwei Arten unterscheiden zu können.
Also (fast) Schwerpunkt für mich in dieser Saison-horvati. Wär doch blöd, wenn ich Mauereidechse eintrage, und doch eine kroatische hab.
Auch möchte ich hoffentlich in diesem Jahr wieder einmal einen Apollo sehen. Ich hab drei Gebiete, wo die vorgekommen sind, in zwei hab ich vergeblich gesucht, ein Platz ist noch übrig, und dann ist wohl leider wirklich nichts mehr da.
Dieser Apollo-Falter ist ein präpariertes Erbstück vom Großvater, und eben leider selten bis gar nicht mehr in der Schütt zu finden!
Grüße
Snake23

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Beitragvon Gerald » Mo Mai 31, 2010 9:15

Hier ist noch hinzuzufügen, dass die Kroatische Gebirgseidechse in Österreich keine kürzlich zugewanderte Art ist, sondern bis zu ihrer Entdeckung einfach übersehen und/oder mit der Mauereidechse verwechselt wurde.

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Beitragvon reseptor » Mo Mai 31, 2010 10:12

@Snake23

Fahr doch mal wenn du ins Defereggen fährst rechts nach Oberpeischlach da kannst du die Apollos von den sonnigen Felsen vom Auto aus "einfangen", oder du kommst mal im Rosental vorbei und ich zeig dir wo ich den Schwarzen Apollo gefunden habe!!

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lg. reseptor
PS: zur Gebirgseidechse kann ich leider nichts sagen, hab noch keine gesehen(vermutlich nicht)

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Beitragvon Snake23 » Mo Mai 31, 2010 19:59

Hi, reseptor, ich weiß daß es die schwarzen Apollos im Rosental gibt, aber auch doch noch im Dobratschgebiet, wo ich eben die "schwarzen" auch noch finde. Aber der "Apollo" ist eben eine Rarität. Die orangen Punkte bei meinem Tier waren ja einmal rot, aber nach 45 Jahren darf er schon ein bißchen schwächeln.
Danke auch für den Tipp in Osttirol, (Kartitsch ist aber auch top!).
Das Fangen, mit Äther töten, und anschließendem Präparieren, ist seit vielen, vielen Jahren total verpönt, und wird auch von niemandem mehr akzeptiert, bzw. als toll empfunden, wenn ein schöner Falter in irgendeinem Kasten zur schau geststellt wird. Man beschränkt sich gott sei Dank auf das fotografieren unserer heimischen Schmetterlinge!
Grüße
Snake23

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Beitragvon reseptor » Mo Mai 31, 2010 22:23

@ Snake23

Hab das Datum schon gesehen und das Tier ist auch schon ein wenig abgeschienen, hab mich am WE in den Hohen Tauern mit den Schmetterlingswutzis auch ein bischen unterhalten, und das mit dem Äther ist immer noch voll aktuell.
Die haben mir sogar von Tauschbörsen und Versteigerungen für manche Arten erzählt --- ECHT!!

...aber sie reden sich dann wieder raus, das jedes Auto bei einer Autobahnfahrt mehr Windschutzscheibenaufpraller hat und das an der Strassenlaternen(Hochdrucklampe) mehr Tiere verbrutzeln als durch ihre Sammelleidenschaft!!! Diese Art von Wissenschaftlern ist in meinen Augen total krank, wird eine neue Art entdeckt dann muß sie gleich jeder in seinem Setzkasten haben!!

Aber bei dir bin ich mir sicher das du nur eine SD Karte damit füllst, das Gebiet bei der Schleuse dort wo die Gelbbauchunken und die jungen Ringelnattern waren, dort bei den Felsen das wäre ein toller sonniger Ort!!
Such zuerst nach der Futterpflanze "Fetthenne" und du wirst dann sicher bald die ersten Tiere entdecken.
Das Tier soweit ich das an deinem Bild erkennen kann ist aber der "normale" Apollo(Parnassius apollo) siehe Fühler, nicht der Alpenapollo

lg. reseptor
PS: ich weiß --jetzt kommt bald der Spruch LEPI-Forum

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Beitragvon pleurodeles » Di Jun 01, 2010 0:33

@ Snake23:
Soviel ich weiß, wurde bisher noch nie eine horvathi in der Schütt nachgewiesen. Das Gebiet ist ein ziemlich xerothermer Standort, und die Art eher ein Bewohner feuchter Felsen-Habitate.
Aber wer weiß, bleib einfach dran..!

LG,
Günther

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Beitragvon Snake23 » Di Jun 01, 2010 21:22

@reseptor
Ja, ich weiß, es gibt eben leider immer noch die ewig "gestrigen". Ich selbst hab das präparieren, wie ich 11 Jahre war gelernt, und mit 15 wieder aufgehört - und nicht nur weil in diesem Alter andere Interessen vorhanden waren. Heute ist's eben das fotografieren, und auch teilweise das Schützen. Vorrangig Pfauenaugen, da die großen Brennesseln hinter meiner Garage am Komposthaufen hervorragend wachsen, und wenn man das Ganze großflächig mit einem Netz abdecken kann, freuts zwar nicht die Vögel, dafür aber die Raupen (und auch die Blindschleichen) :D .
@ Günther
Klar bleib ich da jetzt dran. Auch weil es ja auch die eher feuchten, steinigen Habitate in der Schütt gibt. Anbei noch ein Bild von einer heutigen "Springerin". Anscheinend gibts die in der Schütt doch häufiger als gedacht.
Grüße
Snake23

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Beitragvon Snake23 » Do Jun 03, 2010 20:43

Trotz der jetzt vielen Bestimmungshilfen ist es wirklich nicht einfach !
Bei dieser schauts nicht eindeutig gleichmäßig aus, aber auch nicht so deutlich 1x breit, 1x schmal.

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Kennt sich schon aus
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Beitragvon Werner » Mo Jun 07, 2010 9:50

Weitere wichtige Merkmale wären noch, dass die Unterseite sowie die Kehle von horvathi nie rot, gelb und/oder gefleckt ist und die Hinterbeine ebenfalls ohne der weißen Fleckung sind.
NEIN! Eine gelbe Unterseite ist für I. horvathi geradezu typisch. Allerdings ist richtig, dass die Unterseite niemals rot oder gefleckt ist wie bei den meisten P. muralis in Südösterreich. Hier ist P. muralis unten niemals gelb. Bestimmungsprobleme gibts also nur bei manchen unten einfärbig weißen Weibchen wie sie bei beiden Arten vorkommen können. Jungtiere von horvathi haben einen blaugrünen Schwanz, was bei muralis niemals vorkommt. Zudem zeigen horvathi einen auffälligen Seidenglanz, muralis ist matt. Dies hängt mit der unterschiedlichen Schuppenstruktur zusammen: horvathi hat glatte, muralis deutlich gekielte Schuppen. Das oft zitierte Unterscheidungsmerkmal 'Schwanzwirtel' ist in Wahrheit selten eindeutig.

Werner

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