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Berichtigung

Beitragvon Mamba » So Mär 28, 2004 10:46

Bei der Beschreibung der heimischen Hornotter (Vipera a. ammodytes), resp. je nach Ansicht Vipera a. gregorwallneri,
fallen folgende falsche resp. "problematische" Angaben auf :
1. Der Längenrekord bewegt sich um 110 cm, und zwar für männliche Tiere, diese, und nicht die Weibchen, werden grösser.
2. Das Rückenband ist bei Männchen dunkler(schwarz) als bei Weibchen.
3. Bei der Angabe der Schwanzfarbe sollte differenzierter vorgegangen werden, da "rötliche" Schwanzunterseiten in vielen Nuancierungen auch bei weiter südlich lebenden Populationen vorkommen, der Schwanz unserer heimischen Hornotter ist von dunklem Ziegelrot.
4. Ein klar abgesetzter Schwanz kann höchstens bei trächtigen Weibchen oder Sandottern nach extremer Nahrungsaufnahme festgestellt werden, als Bestimmungsmerkmal ist dies nicht verwendbar.
5. Bezüglich der "unbedingten" Serumgabe ist festzustellen, dass bei einem derart heiklen und komplexen Thema mehr Zurückhaltung und Vorsicht angebracht wäre. Der Biss der Sandotter zeitigt in der Mehrzahl aller Fälle überwiegend lokale Auswirkungen wie Schmerzen, Schwellungen, Ödeme oder im Extremfall Nekrosen, kein Serum der Welt wird diese Lokalsymptome verhindern oder deren schnellere Abheilung bewirken. Gelegentlich treten Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Schwindel, Erbrechen usw. auf, und in sehr seltenen Fällen erfolgen signifikante Veränderungen des Blutbildes und lebensbedrohende Beeinträchtigungen der Vitalfunktionen. Im letzteren Fall spielen vielfach allergische Komponenten eine Rolle und erschweren die Anwendung eines Antivenins enorm. Giftschlangenbissbehandlung ist eine Wissenschaft für sich, und Serumgaben sind nur ein Teil der Behandlungsmöglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen. In manchen Fällen wird es ohne Antiveningabe nicht gehen, diese bleiben bei unseren einheimischen Ottern aber weiterhin auf ein Minimum beschränkt, als bitte nicht bedenkenlos die Anwendung eines nicht ungefährlichen Arzneimittels propagieren, das unter Umständen mehr Schaden als Nutzen bringen kann !

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Re: Berichtigung

Beitragvon Gerald » So Mär 28, 2004 18:57

Hallo,
hab mich da kurz in das Thema eingelesen (Die Sandotter - Biella bzw zwei allgemeine "Bücherln" ) und kann dir lt. den (wenigen) Quellen in Sachen Schwanzspitzenfärbung, Längenrekord(& Längenverhältnis M - W ) bzw Rückenband nur zustimmen
(im Fall gregorwallneri)

Wegen der Giftwirkung: Die Symtome Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, schnellerer Puls sind fast immer Begleiterscheinungen. (sei es jetzt durch die Histaminausschüttung(Reaktion auf das Gift), Panik oder durch das Gift selber)


Wäre noch interessant, was andere Personen dazu sagen (da das Buch vom Biella doch schon älter ist)!

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