Schlange beim Haus

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Schlange beim Haus

Beitragvon gitta » Fr Jun 10, 2011 8:27

Guten Morgen!
Bei einem Bauernhof in meiner Nähe gibts Probleme mit Schlangen und da ich ziemlich stark gehbehindert bin, kann ich leider nicht selber nachschauen, welche Tiere und kann auch sonst nix unternehmen.
Nach den Fotos, die der junge Mann aufgenommen hat, müssten es Glattnattern sein, er meint, es seien Kreuzottern......Bitte gibt es einen von euch, der in nächster Zeit in die Nähe von Murau kommt und etwas Zeit aufbringen kann?

LG Gitta

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Re: Schlange beim Haus

Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Jun 10, 2011 16:07

Hallo Gitta
gitta hat geschrieben:Guten Morgen!
Bei einem Bauernhof in meiner Nähe gibts Probleme mit Schlangen und da ich ziemlich stark gehbehindert bin, kann ich leider nicht selber nachschauen, welche Tiere und kann auch sonst nix unternehmen.
Nach den Fotos, die der junge Mann aufgenommen hat, müssten es Glattnattern sein, er meint, es seien Kreuzottern......Bitte gibt es einen von euch, der in nächster Zeit in die Nähe von Murau kommt und etwas Zeit aufbringen kann?

LG Gitta

Murau ist leider ziemlich außerhalb meiner Reichweite.

Aber vielleicht kann Ich Dir trotzdem Hilfe anbieten.
Ich kenn mich mit Glattnattern ein bisserl aus
und leider werden sie nur allzuoft mit Kreuzottern verwechselt.

Um Dir nun ganz sicher zu werden
müßte man eine in die Hand nehmen und
einen Blick ins Auge riskieren.

( Ich weis daß Ich mit dieser Aussage bei einigen Mitgliedern hier vermutlich pathologische Schnapp-Atmung herrufe - Aber Ich riskier's )

Glattnattern haben eine Ringpupille und Kreuzottern haben eine Schlitzpupille.
Und Glattnattern sind definitiv ungiftig, Ich wurde selber in vergangenen Jahren mehrfach von ihnen herzhaft in die Finger gebissen.

Hier siehst Du die Ringpupille einer Schlingnatter = Glattnatter kurz bevor sie sich eine Blindschleiche reinschiebt.
Bild

Und hier kannst Du die Schlitzpupille einer Kreuzotter sehen.
Bild
Soviel für jetzt

M.P.
Zuletzt geändert von Max Pöchhacker am Fr Jun 10, 2011 19:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon gitta » Fr Jun 10, 2011 19:22

Hallo, Max- Danke für Deine Hilfe. Ich hab mit dem jungen Mann ( er ging mal bei mir zur Schule, Mathe und Physik, und war naja, mäßig) noch mal telefoniert und konnte ihn überzeugen, die nächste Schlange auch nicht zu erschlagen, sondern sie wenigstens in einen Kübel zu befördern und mir zu bringen. Dann ist eine Bestimmung natürlich möglich und Kübel ist immerhin besser als Haue. Ich hoffe, etwaige "Fänge" überstehens einigermaßen und habe vor, sie an passender Stelle sofort wieder auszusetzen.
Soweit der neue Stand der Dinge, bin neugierig, was kommt. LG Gitta

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Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Jun 10, 2011 19:49

Nochmals hallo !
gitta hat geschrieben:Hallo, Max- Danke für Deine Hilfe. Ich hab mit dem jungen Mann ( er ging mal bei mir zur Schule, Mathe und Physik, und war naja, mäßig) noch mal telefoniert [...]

<seufzer>
:->
Das kommt mir sehr vertraut vor.
Ich " litt " seinerzeit auch an soetwas wie einer " omni-Legasthenie "
zumindest was die Hauptfächer betraf.
:->
und konnte ihn überzeugen, die nächste Schlange auch nicht zu erschlagen, sondern sie wenigstens in einen Kübel zu befördern und mir zu bringen.

Gute Idee das !
Mach dann bitte Fotos, müssen auch keine Augen-Makro-Fotos sein.
Normale, halbwegs scharfe Bilder hier reichen vollkommen aus.
Kübeldiagnosen wurden hier schon des öfteren erstellt. :->
Dann ist eine Bestimmung natürlich möglich und Kübel ist immerhin besser als Haue. Ich hoffe, etwaige "Fänge" überstehens einigermaßen und habe vor, sie an passender Stelle sofort wieder auszusetzen.
Soweit der neue Stand der Dinge, bin neugierig, was kommt. LG Gitta

Sollte das mit den Fotos dann gelingen können wir sicher alle Zweifel ausräumen.

M.P.

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Was man nicht kennt, erst mal totschlagen ...

Beitragvon Hans-Peter » Fr Jun 10, 2011 20:05

Ich dachte immer, die breite Mehrheit der Österreicher ist an Schlangen gewöhnt, weil dort relativ viele Reptilien vorkommen und würde mit ihnen in friedlicher Koexistenz leben.

Überrascht mich. dass es auch da Leute gibt, die beim Anblick einer Schlange hysterisch reagieren. So, wie ich es von Deutschland kenne.

Was sind das für entsetzliche Barbaren, die alles, was sie nicht kennen, "vorsorglich" totschlagen?

Und sich höchstenfalls noch erkundigen, was sie da eigentlich ums Leben gebracht haben.

Oder ist das ein allgemeines, europäisches Phänomen?

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Re: Was man nicht kennt, erst mal totschlagen ...

Beitragvon Max Pöchhacker » Sa Jun 11, 2011 14:10

Hallo
Hans-Peter hat geschrieben:Ich dachte immer, die breite Mehrheit der Österreicher ist an Schlangen gewöhnt, weil dort relativ viele Reptilien vorkommen und würde mit ihnen in friedlicher Koexistenz leben.

:->
Äääähhh .. .

. .. nein.
Überrascht mich. dass es auch da Leute gibt, die beim Anblick einer Schlange hysterisch reagieren. So, wie ich es von Deutschland kenne.

Das ist schon ein weiter verbreitetes Problem denk Ich mal.
Alleine die ganzen Arachnophobiker (-innen ) die es bei uns gibt zeichnen schon ein deutliches Bild.
Die einzige wirklich gefährliche Giftspinne in Österreich, die Dornfingerspinne lebt soviel ich weis im Gras verborgen,
und ihre Bisse werden fast immer mit Schlangenbissen verwechselt.
Dort aber gehen die ganzen Leute mit Spinnenangst bedenkenlos bloßfüssig spazieren.
Dann sind da noch die regelmäßigen Feuerwehreinsätze wegen diverser Äskulaps am Dachboden oder im Keller die von teils panischen Anrufern gerufen worden sind.

Was sind das für entsetzliche Barbaren, die alles, was sie nicht kennen, "vorsorglich" totschlagen?

Klingt barbarisch, ist aber manchmal ziemlich sinnvoll wenn es um Haus & Familie geht wie zb. in Australien.
( Hab einen Spezi dort, außerhalb von Brisbane )
Denn die in Australien, mann die haben vielleicht Giftschlangen !
Dem haben die Biester schon 5 oder 6 Hunde gekillt.
Oder ist das ein allgemeines, europäisches Phänomen?

Ich denke solch ein Verhalten findest Du überall auf der Welt, ganz besonders dort wo es gefährliche Schlangen gibt. ( Indien zb. )
Oder bin Ich da im Irrtum ?

M.P.

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Re: Was man nicht kennt, erst mal totschlagen ...

Beitragvon Hans-Peter » Fr Jun 24, 2011 20:18

Hallo Max,

teilweise war es etwas ironisch gemeint.

Mir ist schon klar, dass es auch in Österreich Schlangenphobiker gibt. Wie in vielen Ländern der Welt.

Zum Kommentar (entsetzliche Barbaren, die alles, was sie nicht kennen, "vorsorglich" totschlagen?) dein

Klingt barbarisch, ist aber manchmal ziemlich sinnvoll wenn es um Haus & Familie geht wie zb. in Australien.
( Hab einen Spezi dort, außerhalb von Brisbane )
Denn die in Australien, mann die haben vielleicht Giftschlangen !
Dem haben die Biester schon 5 oder 6 Hunde gekillt.



Zwar denke ich, dass auch Taipane, Tigerottern, Braunschlangen usw. den Mensch nur beißen, wenn sie von ihm angegriffen werden, aber wer möchte schon Bett und Tisch mit ihnen teilen? Auf welche Art sie dein australischer Spezi von sich hält, wundert mich trotzdem. Er opfert ja seine Hunde, wenn er sie auf Schlangen abrichtet. Wenn die Vierbeiner Reptilien erschnüffeln, aggressiv auf sie zustürmen und zerfleischen wollen, stanzen die wiederum den Angreifern ihre todsichere Biowaffe rein. Wenns ums eigene Überleben geht, absolut verzeihlich.

Wirkliche und wahre Helden sind für mich die Aborigines: Sie wohnten dort schon vor 50.000 bis 60.000 Jahren in einfachen Hütten, mitten unter den giftigsten Schlangen der Welt und zogen sogar barfuß durch die Landschaft.

Trotzdem genießt bei ihnen die Schlange ein hohes Ansehen. Besser kann man seinen Respekt vor der Natur nicht ausdrücken. Leben und leben lassen. Wirklich beispielhaft und höchst bewundernswert. Und es ist nicht die einzige derartige Kultur.

LG Hans-Peter

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Re: Was man nicht kennt, erst mal totschlagen ...

Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Jun 24, 2011 23:23

Hans-Peter hat geschrieben:[...]
Zwar denke ich, dass auch Taipane, Tigerottern, Braunschlangen usw. den Mensch nur beißen, wenn sie von ihm angegriffen werden, aber wer möchte schon Bett und Tisch mit ihnen teilen? Auf welche Art sie dein australischer Spezi von sich hält, wundert mich trotzdem. Er opfert ja seine Hunde, wenn er sie auf Schlangen abrichtet. Wenn die Vierbeiner Reptilien erschnüffeln, aggressiv auf sie zustürmen und zerfleischen wollen, stanzen die wiederum den Angreifern ihre todsichere Biowaffe rein. Wenns ums eigene Überleben geht, absolut verzeihlich.

Naja.
Ich denke da spielt zu einem guten Teil der Ursprung der weissen Siedlerschaft welche ja entlassene Sträflinge waren, eine Rolle.
Die waren alle irgendwie soziologische und ökologische Grobmotoriker.
Ich muß da immer an Nick Dundee und seine Kumpels denken.

Die Schlangen sind nach seinen Schilderungen immer zum Haus, zu den Hunden gekommen und nicht umgekehrt. Und auch nur, wenn er sie nicht zuvor entdeckt und mit dem Spaten unschädlich gemacht hatte.
Wirkliche und wahre Helden sind für mich die Aborigines: Sie wohnten dort schon vor 50.000 bis 60.000 Jahren in einfachen Hütten, mitten unter den giftigsten Schlangen der Welt und zogen sogar barfuß durch die Landschaft.

Ja.
->
Und die haben auch keine Hunde.
Trotzdem genießt bei ihnen die Schlange ein hohes Ansehen. Besser kann man seinen Respekt vor der Natur nicht ausdrücken. Leben und leben lassen. Wirklich beispielhaft und höchst bewundernswert. Und es ist nicht die einzige derartige Kultur.

LG Hans-Peter

Deine Bewunderung in allen Ehren.
Die könnte ein paar Schrammen bekommen sobald Du einmal eine Weile mit denen verbracht hast. - Hat mein Spezi getan.
In ihren Siedlungen leben die wie in einer völlig anderen Welt aus Mystik und Symbolik und ohne Zahlen. ( soferne sie nicht Zivilisationsverlockungen wie Schnaps & Coca Cola anheim gefallen sind )
Ich würde mich darin sicher nicht wohl fühlen. - Schon garnicht mit deren eigentlichem Speiseplan.
Was mich betrifft: Respekt : ja ! - Bewunderung : nein !

M.P.

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Beitragvon Max Pöchhacker » Mi Jun 29, 2011 7:29

Weil ja oberhalb die Giftschlangen in .au ein Thema waren,
aktuell diese Zeitungsmeldung dazu - Ein ungeahnt hohe Zahl von Giftbissen !

Standard.at

'n Tag .. .

M.P.

Kennt sich schon aus
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Beitragvon bogi » Mi Jun 29, 2011 11:41

Cool da habens ja zwei Artikel gechrieben.
Der eine ist noch ein bisserl unterhaltsamer wenn man hört das in Österreich jährlich 40 Schlangenbisse auf Kreuzotter, Wiesenotter und Sandviper zurückgehen.
Naja trotzdem eine gute Sache das mit der Salbe wenns funktioniert.
http://derstandard.at/1308679816356/Mit ... langenbiss

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