Grasfroschlaich in/unter Eisschicht

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Grasfroschlaich in/unter Eisschicht

Beitragvon Koni » So Mai 29, 2011 21:10

Liebe herpetologischen Kollegen,

ich hatte am 19. April 2011 in den Seckauer Alpen einen Fund von ca. 30 Laichballen vom Grasfrosch (ca. 1650m NN). Seichter Graben neben Forststraße. Das Szenario inkl. zwei W. unter einer ca. 5mm dicken Eisschicht.

Nun meine Frage: Können ad. bzw. die Larven im Laich solche Ereignisse überleben?

Leider hab´ ich´s nicht geschafft, Bilder davon hochzuladen.

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LG,

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Beitragvon Gerald » So Mai 29, 2011 21:50

Einen schönen Abend!
Ich hab' die Bilder aus der Fundmeldung angehängt - möglicherweise waren die Originale zu groß für den Upload.

LG
Gerald

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Beitragvon Weana » Di Mai 31, 2011 14:13

Wenn ich mich richtig erinnere, hat Walter Hödl mal von einer Erdkröte berichtet, die im Frühjahr in einem alpinen Gewässer über Nacht eingefroren wurde, dass sie am nächsten Tag qietschlebendig war. Also dann sollte es für den extremen Frühlaicher Grasfrosch erst recht zutreffen. Ist ja keine Seltenheit, dass Grasfrösche bereits an noch teilweise zugefrorenen Gewässern auftauchen. Da kann das Einfrieren schon gelegentlich vorkommen, denke ich.

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Beitragvon reseptor » Di Mai 31, 2011 18:47

Hi Leute

Dem Weana halte ich dagegen, nahe Obertilliach (Osttirol) gab es vor 2-3 Jahren einen plötzlichen Kälteeinbruch im Frühjahr, und da ging das Gerücht um, ein Frochmörder wäre am Werk gewesen, dabei sind die Lacken über Nacht zugefrohren und die Tiere erfroren!!!

Aber ich habe auch schon an noch großteils zugefrorenen Tümpeln Grasfrösche bei der Paarung beobachtet, dabei kommt es sicher darauf an wie stark und schnell die Temperaturen sinken.

Beim Froschlaich bin ich mir sicher das der Widerstandfähiger ist, den kann man z.B. wenn er oberflächlich schon ausgetrocknet ist auch noch retten(teilweise), denke das der auch Kälte ganz gut aushalten kann!!

lg. reseptor

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Beitragvon Lobatis » Di Mai 31, 2011 19:38

Zu diesem Thema habe ich auch noch ein paar Bilder. Sie stammen aus dem letzten Jahr als ebenfalls die Temperaturen schlagartig wieder auf unter 0° fielen. Bei diesem Grasfroschlaich bin ich mir jedoch sicher das er es nicht überstand.

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Schöne Grüsse Lobatis

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Beitragvon bogi » Di Mai 31, 2011 20:10

Ich denk mir das der Froschlaich das recht gut aushalten kann. Auch wenn die obersten Eierabsterben wirken sie wie eine Isolierungsschicht für die darunterliegenden.
Besonders früh Explosivlaicher müssen gerade im alpinen Raum damit zurechtkommen das sie einfriern.
lg

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Beitragvon Weana » Mi Jun 01, 2011 9:30

Muss Reseptor natürlich recht geben: Es kommt sicher auf die Dauer des Temperatureinbruchs an und wie schnell die Temperatur sinkt. Dass sie es einige Zeit aushalten, wenn sie über Nacht unter(!) der Eisdecke eingeschlossen sind, bin ich mir aber relativ sicher. Hab leider nicht mehr im Kopf, ob die von Walter Hödl angesprochene Erdkröte damals unter oder in der Eisschicht war.
Wenigstens vom nordamerikanischen Waldfrosch (Rana sylvatica) http://de.wikipedia.org/wiki/Waldfrosch ist ja bekannt, dass er sehr tolerant gegenüber Einfrieren ist und dabei ein körpereigenes Frostschutzmittel aus Glukose und Harnstoff freisetzt.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es ähnliche Mechanismen beim Frühlaicher Grasfrosch gibt, auch wenn der Waldfrosch sicherlich ein Extrembeispiel ist.
Wie bereits angesprochen, kommt es sicher auf die Intensität und Dauer des Einfrierens an, bei über einem Drittel gefrorener Körperflüssigkeit ist ja selbst beim Waldfrosch Schluss.

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