Gibt es "Kupferstutzen"

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Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Christoph » Di Apr 06, 2004 19:59

Anfrage vom 29. März 2004:

In Ebensee am Traunsee wird immer wieder berichtet, dass es eine Schlange gibt mit dem Namen "Kupferstutzen".

Sie ist ca. 20 - 40 cm lang und springt angeblich Leute an und wurde von den Amerikaner während des Krieges abgeworfen.
Gibt es eine Schlange namens "Kupferstutzen"?
Beste Grüße

Christoph

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Mamba » Mi Apr 07, 2004 9:14

Ich hoffe nicht, dass die Frage vom Administrator einer solchen Site im Ernst gestellt wurde. Bitte Lieber Gott, mach dass es ein verspäteter Aprilscherz ist! Vielleicht ist "Kupferstutzen" ein lokaler Ausdruck für rotbraune Kreuzottern, falls es diese in der Gegend gibt. Der ganze Rest ist Nonsens pur, weder springen Schlangen Leute an, noch wurden Schlangen von Amerikanern abgeworfen.Von dieser Art biologischer Kriegsführung hörte ich noch nie, ist aber irgendwie amüsant.

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Christoph » Mi Apr 07, 2004 9:36

Hallo Peter,

Die Frage kam nicht von mir. Sie kam per mail und ich habs sie ins Board weiter geleitet.
Beste Grüße

Christoph

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon MD » Do Apr 08, 2004 11:11

Ich würde das ganze in die Rubrik "Sagen der Neuzeit" stellen- obwohl ich die Geschichte vom künstlerisch-kreativen Wert her durchaus ansprechend finde :D :P :) :D :P :)
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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Franz » Fr Apr 09, 2004 11:39

Liebe Leute!

"Kupferstutzen" deutet auf eine rötliche Färbung hin, wodurch sowohl Kreuzotter als auch Schlingnatter als heimische Arten in Frage kommen. (Die US-Bomber werden wohl kaum "Kupferköpfe", also amerikanische Klapperschlangen, als biologische Kriegsführung eingesetzt haben; es wird den Amerikanern auch nachgesagt, dass sie kistenweise "Erdäpfel"- oder "Kartoffelkäfer" <Coloradokäfer = Leptinotarsa decemlineata> abgeworfen hätten, dabei war diese Art schon vor dem 2.WK auf Vormarsch von Westeuropa aus...).
Zu den "springenden Schlangen" - immer wieder taucht dieses Gerücht auf und findet seinen Höhepunkt im "Tatzelwurm", der jeden den er antrifft, sofort anspringt und vergiftet (Literatur gibt's dazu im Buch: "Fabeltiere" - Autor und Verlag schau ich daheim noch nach). Nach den alten Sagen von seiner Giftigkeit (aber auch der Feuersalamander soll imstande sein, ganze Völker auszurotten...) ist Plutonium ein harmloses Mailüfterl dagegen.
Immer wieder werden solche Fragen wie nach dem "Kupferstutzen" auftauchen; diese Wesen entbehren jeglicher naturwissenschaftlichen Grundlage, sind aber kulturhistorisch (und somit auch "lokalfaunistisch") von hohem Interesse... ;) :cool:
Grüße aus dem Weinviertel
Franz

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Mamba » Di Apr 13, 2004 9:03

Hallo zusammen
Zum Thema "Kupferstutzen" habr ich noch folgendes gefunden :
Schimenz (1985) erwähnt den Namen "Bergstutzen" als österreichische Bezeichnung für die Kreuzotter. Im Zusammenhang mit all den vielen älteren Trivialnamen, die mit Kupfer beginnen, ist es nun sehr naheliegend, dass mit "Kupferstutzen" tatsächlich Vipera berus gemeint ist.
Übrigens sind "Kupferköpfe", die ich zuerst auch in meine Überlegungen mit einbezogen habe, keine Klapperschlangen, sondern Angehörige der Gattung Agkistrodon (Dreieckskopfottern). Ihr Verwandtschaftsverhältnis zu Klapperschlangen beschränkt sich auf die gemeinsame Zugehörigkeit zur Familie der Grubenottern (Crotalidae).
Gruss
Mamba

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Gast » So Aug 01, 2004 10:59

Hallo Leute1
Ich hab heute Euer Forum entdeckt - als Einstieg eines "Neuen" mein verspäteter Beitrag zum Thema "Kupferstutzen":
Hier im Steyrtal (Molln, St. Pankraz, Windischgarsten) im Oberösterreichischen nennen Jäger und Bergbauern immer noch die Kreuzotter "Bergstutzen" - und manchmal hört man auch vom "Hö'stutzen" (=Höllenstutzen). Wobei damit die schwarze "Höllenotter" gemeint ist! Der Ausdruck "Kupferstutzen" wär somit nur eine logische Abwandlung für die "Kupfernadern", wie die rotbraune Färbung wiederum hier genannt wird. Beachtenswert: "Otter" wird hierbei zur "Natter", was auch bei "Hö'nadern" passiert!
Sobald ich wieder auf meinem eigenen PC bin stell ich Euch ein Foto von der "Hö'nadern" zur Verfügung!
Liebe Grüße aus der Nationalpark-Region
Norbert n.stw@gmx.at

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Microhf » Do Feb 10, 2011 11:41

cerambyx hat geschrieben:Hallo Leute1
Ich hab heute Euer Forum entdeckt - als Einstieg eines "Neuen" mein verspäteter Beitrag zum Thema "Kupferstutzen":
Hier im Steyrtal (Molln, St. Pankraz, Windischgarsten) im Oberösterreichischen nennen Jäger und Bergbauern immer noch die Kreuzotter "Bergstutzen" - und manchmal hört man auch vom "Hö'stutzen" (=Höllenstutzen). Wobei damit die schwarze "Höllenotter" gemeint ist! Der Ausdruck "Kupferstutzen" wär somit nur eine logische Abwandlung für die "Kupfernadern", wie die rotbraune Färbung wiederum hier genannt wird. Beachtenswert: "Otter" wird hierbei zur "Natter", was auch bei "Hö'nadern" passiert! Poker
Sobald ich wieder auf meinem eigenen PC bin stell ich Euch ein Foto von der "Hö'nadern" zur Verfügung!
Liebe Grüße aus der Nationalpark-Region
Norbert n.stw@gmx.at


Hallo! finde das recht interessant, komme quasi aus der Nähe und beschäftige mich eher zufällig mit dem Thema, seitdem ich letztes Jahr so eine Schlange gesehen habe.
Habe nun selbst schon gegooglet, aber wenig gefunden, zumindest nicht die Schlange die ich gesehen hab (rötliche Färbung) und da dachte mir, ich frag einfach mal hier nach dem Bild, auch wenn der thread schon ein paar Jahre alt ist. Wäre auf jeden Fall dankbar für einene entsprechenden link

Gruß Manuel
Zuletzt geändert von Microhf am Mo Jun 27, 2011 13:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Weana » Fr Feb 18, 2011 13:16

Als echter Salzkammergutler kann ich nur bestätigen: "Kupferstutzen" ist hierzulande eine Bezeichnung für rötlichbraun gefärbte (nicht zwingend einfärbige) Kreuzottern, insbesondere Bezug nehmend auf die sehr massigen reproduktiven Weibchen. Eine weitere Bezeichnung ist "Bergstutzen" für die schwarz gefärbten, massigen Weibchen. Anzumerken ist auch, dass teilweise Kreuzotter, Kupferstutzen, Höllenotter und Bergstutzen aufgrund der unterschiedlichen Färbung und vor allem Dicke häufig von der lokalen Bevölkerung als unterschiedliche Arten anesprochen werden (Bsp.: "Ja da oben gibts Kreuzottern, Höllenottern und a Bergstutzn!"). Dass besonders Kupferstutzn und Bergstutzn bis zu fünf Meter springen und äusserst aggressiv sind ist jedoch natürlich ein Gerücht, das sich allerdings hartnäckig hält. Auch bezüglich des Abwurfs durch die Amerikaner (die Geschichte hab ich persönlich noch nicht gekannt) gibt es ja reichlich Geschichten hier, so etwa auch, dass in der Gegend des Erlakogls irgendwo noch ein abgestürzter Jagdbomber liegen soll.

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Beitragvon Microhf » Do Sep 01, 2011 20:32

Kupferstutzen sind mir auch nur rötlich gefärbte Kreuzottern bekannt. Alles andere ist nur an den Haaren herbeigezogen.

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Beitragvon Hans-Peter » Do Sep 01, 2011 22:12

Die mundartlichen Begriffe Berg- und Kupferstutzn gibt es in Österreich bestimmt schon seit vielen Generationen. Ganz besonders gefällt mir die Bezeichnung "Höinoudan" (hoffe, dass ich es richtig geschrieben habe).

Von besagter Legende habe ich mal auf einer Almhüttn in einer Jagatee-Runde die umgekehrte Version gehört: Kreuzottern sollen Amerikaner aus einem Flugzeug abgeworfen haben. Als die mit ihrem Jabo einen österreichischen Gipfel in knapper Höhe überflogen, hätten die dort sonnenden Bergstutzen schlagartig ihre Hälse hochgereckt und die Amerikaner seien vor Schreck aus dem Flugzeug gesprungen ;-)

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Sorimo » Di Dez 27, 2011 21:14

Ich denke, dass dieser Begriff mittlerweile weit verbreitet ist und in vielen Orten gibt es einfach die unterschiedlichsten Namen dafür. Der Begriff Kupferstutzen ist mir auch schon seit Jahren bekannt.

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Re: Gibt es "Kupferstutzen"

Beitragvon Christoph » Di Dez 27, 2011 21:18

Soll ich jetzt Kupfer kaufen? :lol:
Beste Grüße

Christoph

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