Nachzuchtversuche bzw. Schutz beim heranwachsen von Lurche

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Nachzuchtversuche bzw. Schutz beim heranwachsen von Lurche

Beitragvon jds.vienna » Do Feb 09, 2006 20:52

Mich würde interessieren ob es in Österreich jemanden gibt der gezielt Nachwuchs von Lurchen aufzieht und diese dann in Gebieten wieder aussetzt wo der natürliche Bestand dezimiert ist?

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Beitragvon Hannes » Fr Feb 10, 2006 10:27

Meines Wissens nach gibt es in Österreich keine Nachzuchtprojekte.
Dies hat auch mehrere Gründe:
-) Die Hauptursache für den Rückgang von Amphibienpopulationen ist die Lebensraumzerstörung. Solange die Habitate nicht wieder revitalisiert werden bzw. wieder hergestellt werden, würde auch das Aussetzen von Individuen nichts bringen. Wiederansiedelung würde nur dann einen Sinn machen, wenn die Ursachen des Rückganges beseitigt wurden.
-) Tiere für solche Wiederansiedelungsprojekte müssten aus den nächstgelegenen Population stammen. In vielen Fällen wäre ein Entnahme nicht zu verantworten, zumal der Erfolg einer Etablierung an dem ursprünglichen Standort nicht vorhergesagt werden kann.

Kurz gesagt: Lebensraum aufwerten, dann kommen die Tiere wieder!
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Beitragvon Srutl » Mo Feb 13, 2006 20:45

Es gibt ein Nachzuchtprojekt für Kreuzkröten aus dem Lechtal im Alpenzoo. Es werden dort ca. 200 Kröten gehalten, die heuer wieder "ausgesetzt" werden.
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Beitragvon Rainer » So Feb 26, 2006 17:21

Es gibt da schon ein paar einfache Schutzbemühungen.
Das Nachahmen temporärer Gewässer gibt den meisten schon vorhandenen Amphibien sehr große "Startvorteile".
Denn wenn das Gewässer erst kurz vor der Laichabgabe gefüllt wird, existieren für diesen Amphibiennachwuchs nur wenige Freßfeinde.
Das kann man bei der großen Anzahl von Nachkommen sogar sehr gezielt und einfach nützen.
Je nach Anlage dieser "temporären" Gewässer würde ich sehr wohl von "Züchten" sprechen.
Schöne Grüße aus Bad Ischl

Rainer

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Beitragvon Richard » Di Feb 28, 2006 12:29

Hallo Rainer

Kann das bei einigen Braunfröschen nicht kontraproduktiv sein? Ich habe gelesen, dass die manchmal im Bodenschlamm überwintern. Sind die nicht enttäuscht, wenn man das Wasser über Winter ablässt?

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Beitragvon MD » Di Feb 28, 2006 21:12

Natürlich eine berechtigte Frage, dazu aber folgendes:

1)Laich- und Überwinterungsplätze müssen nicht unbedingt ident sein; Hannes und ich haben z.B beim Elektrofischen im Spätherbst schon Braunfrösche in kleineren Flüssen beobachtet, welche definitiv nicht als Laichgewässer geeignet waren.

2)Man darf sich das natürlich nicht so vorstellen, das in der größten Winterkälte radikal das Wasser abgelassen wird; zumeist ist es bei geeigneten temporären Gewässern so, dass diese schon im Spätsommer nach der Metamorphose der Jungtiere trockengefallen sind. Auf diese Art kommen die Braunfrösche gar nicht auf die Idee, dort zu überwintern 8)

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Beitragvon Rainer » Mi Mär 01, 2006 18:41

Dürfte überall anders sein.
Bei uns kommen die Grasfrösche mit den Erdkröten angewandert - auch in großen Gewässern - und in den Gewässern dürften dann eigentlich keine oder nur wenige Überwintern. (Nach den Laichballen zu schließen.)
Wenn man temporäre Gewässer nachahmen will, kommt man aber tatsächlich eher schon auf ein Ablassen im Spätsommer.
Rainer
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