Reisebericht I/A/CH

reports, pictures,....

Moderatoren: Vipersgarden, Herpetofauna.at-Team

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Reisebericht I/A/CH

Beitragvon Leif » Di Jul 31, 2007 17:42

Hallo alle zusammen!
„Nach insgesamt 11 Tagen Reise, herpetologischer Exkursion sowie „Umzugsvorbereitungen“ bin ich nun wieder im leider sehr verregneten N-Deutschland bevor in gut 2 Wochen der Umzugswagen Richtung Süden rollt! :D ", so schrieb ich Anfang Juli als ich diesen Beitrag begann, jedoch aufgrund des Umzuges nicht fertig wurde. Nun heißt es „bin ich endlich sonnigen und warmen Osttirol“. (Ich komme erst jetzt dazu meinen „Reisebericht“ fertig zu stellen, da der Umzug verständlicherweise wichtiger war :wink: ):

Eines vorab: Bei allen abgebildeten Exemplaren von L. bilineata und P. muralis bitte ich (wenn möglich) um eine Geschlechtsbestimmung!

21.06. Anfahrt und Ankunft im Vinschgau abends
22.06. „kultureller Tag“ – an der Churburg sahen wir einige muralis
Bei diesem Tier sind wir uns nicht sicher bei der Geschlechtsbestimmung, da die Rückenfleckung nicht sehr stark ist, die Unterseite aber kupferrot und gelb gefärbt ist:

Bild

Bild

Könnt ihr mir sagen ob Männchen oder Weibchen?

23.06. herpetologische Exkursion – viele weghuschende Eidechsen (wahrscheinlich bilineata, einige der Tiere hielten noch mal an und dann sah man, dass es „bilis“ waren), aber kaum je zu sehen. Einige muralis. Knapp 10 Mantis religiosa ( Gottesanbeterin )
Ferner: Taubenschwänzchen ( Macroglossum stellatarum ) und Schwalbenschwanz ( Papilio machaon ) sowie Postillion ( Colias croceus )
24.06. Wanderung in Pedertal – schöne Natur, eine muralis
Ferner: Hochalpenapollo ( Parnassius phoebus ) und Alpenbraunelle ( Prunella collaris )
25.06. Erledigungen in Lienz wegen unseres Unzuges – dabei haben wir vormittags noch einen mir aus dem letzten Jahr bekannten Fundort von Coronella austriaca und P. muralis „mitgenommen“. Und wirklich fanden wir 1 austriaca, einige muralis und sogar 1 N. n. natrix. Ferner Grasfrosch-Kaulquappen in einem kleinen Tümpel. Nach den Erledigungen fuhren wir abends nochmals hin und fanden 2 weitere austriaca und eine Schlange, von der wir nur noch die Schwanzspitze g´sehn haben und natürlich wieder muralis (ich werde die Funde noch melden).
Ferner: Taubenschwänzchen-Raupe, Weißfleckwidderchen ( Amata phegea/kruegeri ), Großer (?) Schillerfalter ( Apatura iris )
Dies war unerwartet der „beste“ Tag! :D )

C.austriaca (Männchen)
Bild

C.austriaca (anderes Tier; „trotzdem“ Männchen)
Bild

C.austriaca (Weibchen, sehr dunkel, züngelnd)
Bild
N.n.natrix (züngelnd)
Bild

Wie schaut es mit der Anzahl der Subcaudalia für die Geschlechtsbestimmung bei natrix aus?


26.06. Einige kleinere herpetologische „Sehenswürdigkeiten“ im Vischgau (u.a. ein kleiner Trockenhang direkt an der Etsch). Das Ergebnis waren ein halbes Dutzend muralis (davon eine nigriventris-Ähnliche) sowie ebenso viele bilineata (Adulti/Subadulti/Juvenile(?)).
27.06. Besuch des Trockenhanges den wir bereits im April erkundet hatten. 1 bilineata sowie einige muralis, teils mit interessanter gelber Bauchfärbung.
(Jeweils links bzw. rechts befindet sich dasselbe Tier – also kräftig gezeichnete Unterseite gehört zu kräftig gezeichneter Oberseite und schwache Zeichnung zu schwache Zeichnung!
Ich bitte um Geschlechtsbestimmung der beiden Tiere):
Oberseiten:
Bild

Unterseiten
Bild

bilineata (Als wir sie fanden, war es noch sehr früh am morgen. Daher war sie noch nicht auf „Betriebstemperatur“ und ließ sich beinahe widerstandslos aufnehmen!):
Kopfoberseite:
Bild

Kopfunterseite:
Bild

Liege ich mit der Einordnung in „Männchen“ richtig?

Und noch mal muralis… (selbes Tier, wie das Linke auf den Fotos oben):
Bild

28.06. Abfahren von Stilfser Joch und Umbrail-Pass; Wanderung auf Schweizer Seite. Dort fanden wir zwar nichts Herpetologisches, dafür entschädigte die wunderschöne Landschaft und u.a. 1 Birkhahn.
29.06. Nochmals Etsch-Hang: einige muralis, einige bilineata; unter anderem diese hier:
Kopfoberseite:
Bild

Kopfseite:
Bild

Kopfunterseite:
Bild


und noch mal von oben:
Bild

Meine Beschreibung des Tieres: ganz leichter Anflug von Blau an der Kehle, schwache helle Fleckung auf teils grüner, teils dunkler Kopfoberseite.

Ist das ein Männchen oder ein Weibchen oder kann man sich da nicht sicher sein? – ich bin ratlos! :?

Übrigens: Der Großteil der Nahrung der Smaragdeidechsen dort schien aus der Gemeinen Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) zu bestehen.

Außerdem fanden wir ein Natternhemd; wohl von H. viridiflavus.

Ferner: 3 Mantis religiosa

30.06. Rückfahrt nach dem Frühstück
31.06. Rückfahrt und Ankunft auf Fehmarn


Die Artenliste:
Mauereidechse (Podarcis muralis)
Westl. Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
Schlingnatter (Coronella austriaca)
Ringelnatter (N. n. natrix)
Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) (?) als Natternhemd

Fazit: Die großflächigen Trockengebiete des Vinschgau „verlängern das Sommerloch" (soll heißen, dass sich aufgrund der jetzt besonders hohen Temperaturen und des geringen Niederschlags nur wenige Arten gezeigt haben).
Es war eine Fahrt, die zwar herpetologisch nicht überwältigend war, jedoch andere interessante Dinge zu bieten hatte. Auch war der Schlangen-Anteil hoch. Festzuhalten ist jedoch, dass wir mit der Einstufung des Vinschgau in „herpetologisch sehr interessant“ auf unserer Frühjahrs-Fahrt ein wenig danebengelegen haben. Wir haben dort in 6 Tagen nicht viel mehr gefunden als in wenigen Stunden in Österreich. Im Frühjahr hat uns wohl die dort häufige Smaragdeidechse ein wenig zu euphorisch gestimmt. :roll:

Viele Grüße, Leif

Moderator
Benutzeravatar
Beiträge: 531
Registriert: Mi Mär 20, 2002 2:00
Wohnort: Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Hannes » Di Jul 31, 2007 20:20

Subcaudalia bei Ringelnattern: Weibchen haben (zu 95%) bis ca. 65; Mänchen ab 68-70. Das waren die Werte unserer Ringelnatter Untersuchung damals in den 90er Jahren auf der Wiener Donauinsel.

Allgemein kann gesagt werden, dass eine 100% Geschlechterbestimmung nur mittels Sonde in die Kloake erfolgen kann, da es immer Abweichungen (zwar selten, aber doch hin und wieder) geben kann. Auch bei den anderen heimischen Nattern (und den mediterranen) haben Männchen stets einen längeren Schwanz, also höhere Subcaudalia-Werte.
Hannes

Kennt sich schon aus
Beiträge: 174
Registriert: Fr Mai 11, 2007 8:19

Beitragvon Werner » Mi Aug 01, 2007 7:44

Lieber Leif,
betrifft muralis:
die Geschlechtsbestimmung von Lacertiden geht am besten anhand der Schwanzwurzel. Diese ist bei den Männchen durch die Hemipenistaschen verdickt. Du solltest bei den Fotos also nicht gerade dort deine Finger draufhaben.
In Südtirol und Nordtirol lebt ausschließlich die Unterart maculiventris. Schließlich sind sie ja nach der Eiszeit aus Norditalien, dem Areal von maculiventris, in dieses Gebiet eingewandert! Von dieser Unterart gibt es 2 Formen, eine östliche (maculiventris im engsten Sinne - terra typica Triest!), die unterseits fast immer ohne rot oder gelb ist, und eine westliche, zu welcher auch die Tiroler Tiere gehören, die unten (zumindest an der Kehle) meist gelb bis orange ist. Insofern stellen deine Fotos typische Podarcis muralis maculiventris - Westform dar.
Werner

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » Mi Aug 01, 2007 14:22

Hallo!
@ Hannes: Vielen Dank!

@ Werner: So gelbe Bäuche hatte ich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen. Aber gut, was dazugelernt!

Werner hat geschrieben:betrifft muralis:
die Geschlechtsbestimmung von Lacertiden geht am besten anhand der Schwanzwurzel. Diese ist bei den Männchen durch die Hemipenistaschen verdickt. Du solltest bei den Fotos also nicht gerade dort deine Finger draufhaben.


Ich hab´ (teilweise) auch Schwanzwurzel-Fotos gemacht (weil ich wusste, dass man die zur Geschlechtsbestimmt brauchen kann. Ich dachte aber, dass das nicht die beste Methode wär´ (so kann man sich irren! :oops: ) und darum hab´ ich es nicht gepostet.
So, jetzt kommen Aufnahmen von den Schwanzwurzeln:

P. muralis
Churburg
22.06
Bild

P. muralis
27.06.
linkes Tier (Schwanz-Regenerat?!)
Bild

P. muralis
27.06
rechtes Tier (zwei Ansichten)
Bild
Bild

Von der bilineata vom 27.06. habe ich kein entsprechendes Bild. Kann man da anhand der bereits geposteten Fotos was machen (die Kehle ist schon ziemlich blau…)?

L. bilineata
29.06
Etsch-Hang
Bild
die Schwanzwurzel dieses Tieres kann man auch auf dem letzten Bild in meinem 1. Betrag zu diesem Thema sehen!

Hoffe, dass dies nun die Geschlechtsbestimmung (zumist teilweise) ermöglicht. :roll:

Schöne Grüße, Leif

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » Sa Aug 04, 2007 16:32

Hallo nochmal!
Wie schaut´s denn jetzt mit den Geschlechtern und ihrer Bestimmung aus, nachdem ich das nötige Bildmaterial geliefert habe?
Viele Grüße, Leif

Kennt sich schon aus
Beiträge: 174
Registriert: Fr Mai 11, 2007 8:19

Beitragvon Werner » Sa Aug 04, 2007 17:29

muralis: "linkes Tier" Weibchen, "rechtes Tier" Männchen.
viridis (pardon bilineata): Männchen

viele Grüße
Werner

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » Sa Aug 04, 2007 19:43

Hallo Werner!

Zunächst einmal vielen Dank!

Werner hat geschrieben:muralis: "linkes Tier" Weibchen, "rechtes Tier" Männchen.
viridis (pardon bilineata): Männchen


Welche der beiden Smaragdeidechsen meinst du - die vom 27.06. oder die vom 29.06. ?
Und wie schaut´s mit der ersten muralis von der Churburg aus (22.06.)?

Schöne Grüße, Leif

Kennt sich schon aus
Beiträge: 174
Registriert: Fr Mai 11, 2007 8:19

Beitragvon Werner » So Aug 05, 2007 8:36

Lieber Leif,
bei der ersten Smaragdeidechse tippe ich auch auf eine Männchen, bin mir aber nicht ganz sicher.
Die erste Mauereidechse ist fast sicher ein Weibchen. Die Männchen sind meist stärker gezeichnet.

Werner

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » So Aug 05, 2007 11:30

Hallo Werner!
Ich glaube, ich werde langsam mal wieder nervig mit meiner ewigen Fragerei, aber ich bin nun aber doch ein bisserl verwirrt:
Bei der Smaragdeidechse mit einigermaßen kräftig blauer Kehle bist du dir nicht ganz sicher, ob Männchen, bei der mit sehr heller Kehle (eher untypisch für Männchen) bist du dir ganz sicher, dass ein ein Männchen ist - wo ist da die Logik? Also an der Kehlfärbung scheint man die Geschlechter nun wohl doch nicht unterscheiden zu können, oder wie seh´ ich das jetzt? Ist dann wohl die Schwanzwurzel; aber ob die Kehle dann völlig unwichtig ist...?:roll:
Nun ja, ich denke, dass die Spezialisten mich diesbezüglich "aufklären" können!
Schöne Grüße, Leif

Kennt sich schon aus
Beiträge: 174
Registriert: Fr Mai 11, 2007 8:19

Beitragvon Werner » Mo Aug 06, 2007 8:09

Lieber Leif,
Deine Smaragdeidechsen sind nicht so einfach. Ende Juni geht die Fortpflanzungszeit schon langsam dem Ende entgegen, da wird das Blau der Männchen schon schwächer. Aber gibt es gibt auch (riesige!) Männchen, die sogar im Mai keine Spur von Blau haben, sodass man sie für L. trilineata halten könnte (auf der Insel Cres). Andererseits wieder können sehr alte Weibchen Männchenfärbung annehmen.
Das zweite Tier (29. 6.) zeigte eine deutlich verdickte Schwanzwurzel, ist also ein Männchen. Beim ersten Tier gibt es keine Aufnahme dieser Region, nach der Färbung ist es wahrscheinlich ein Männchen.

liebe Grüße Werner

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » Mo Aug 06, 2007 11:41

Hallo Werner!
Vielen Dank, jetzt hab ich es verstanden! Dann hat das Männchen mit der hellen Kehle die blau-Färbung also schon wieder verloren.
Übrigens: Das erste Tier (27.06.) war im Vergleich zu anderen Exemplaren relativ klein (9,5cm KRL; 29cm Ges.-Länge). Damit war es nicht gerade "sehr alt". Somit kann man dann ein Weibchen ausschließen - was zur Folge hat, dass es dann wohl wirklich ein Männchen ist, :wink: da du ja schriebst, dass wohl nur sehr alte Weibchen Männchen-Färbung annehmen können.
Nochmals vielen Dank für deine Hilfe & viele Grüße,
Leif

Kennt sich schon aus
Benutzeravatar
Beiträge: 143
Registriert: Mi Jul 08, 2009 21:35

Beitragvon Lobatis » Di Jan 26, 2010 19:09

Ich weiss der Thread ist nicht mehr der jüngste aber, wie hast du die Eidechsen gefangen?! :shock:
Lg. Lobatis

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 304
Registriert: Di Feb 20, 2007 13:57

Beitragvon Leif » Do Jan 28, 2010 12:24

Lobatis hat geschrieben:Ich weiss der Thread ist nicht mehr der jüngste aber, wie hast du die Eidechsen gefangen?! :shock:
Lg. Lobatis


Da gibt´s im Wesentlichen 2 Möglichkeiten:
1.) mit einer Schlinge aus z.B. Zwirn
2.) mit der Hand (vor allem, wenn die Eidechsen noch klamm sind).

Bei beiden Methoden muss man allerdings vorsichtig sein, um die Eidechsen nicht zu verletzen. :!:

Moderator
Benutzeravatar
Beiträge: 531
Registriert: Mi Mär 20, 2002 2:00
Wohnort: Wolkersdorf im Weinviertel

Beitragvon Hannes » Do Jan 28, 2010 13:05

Bei dieser Gelegenheit sollt man erwähnen, dass es ohne behördliche Genehmigung verboten ist, Tiere zu fangen.
Ich hoffe, das ist jedem hier klar!
Hannes

Zurück zu International herping

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste