Bei Geburtshelfern und Co.

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Bei Geburtshelfern und Co.

Beitragvon Alexander » Do Aug 26, 2010 18:09

Ein kleiner, kurzer Tripp führte mich bei eher bescheidenem Sommerwetter (Regenschauer, 22 ° C) in einen recht interessanten Amphibienlebensraum bei uns in Nordrhein-Westfalen.

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Hier gibt´s eine stabile Population der lokal als "Glockenfrosch" oder "Steinklinke" bezeichneten Geburtshelferkröte (Alytes obstretricans):

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Obwohl die Kröte selbst nur recht klein ist (etwa 4 cm) werden die Larven
außerordentlich groß und überwintern häufig; manche sogar zweimal.
Auch in diesem Jahr haben bereits einige Tiere die Metamorphose durchlaufen:

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Geburtshelferkröten sind schwer zu unterscheiden; eine Möglichkeit bestünde (zur individuellen Erfassbarkeit) über die Augenaderung:
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Zum Abschluss das mit Abstand seltenste Amphib (neben Kamm-, Teich- und Bergmolch, Springfrosch und Gelbbauchunke) in diesem Habitat (auf der rechten Bildseite!) in eigentümlicher "Wohngemeinschaft":

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Schöne Grüße
Alexander

Kennt sich schon aus
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Beitragvon Bufo viridis » Do Aug 26, 2010 21:53

Hallo Alexander,

mich packt jedes mal aufs neue der blanke Neid. :shock: Solche Lebensräume müsste es hier bei mir viel häufiger geben.

Hast du Quappen beobachten können? Meine Tiere sind jetzt alle metamorphosiert, hatte allerdings auch zwei Nachzügler, die erst vor einigen Tagen "fertig" geworden sind. In der Natur konnte ich diese Art noch nie beobachten. :(

Wirklich toll!!

Beste Grüße
Michi

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Beitragvon Alexander » Fr Aug 27, 2010 10:20

Hallo Michi,

"...solche Lebensräume müsste es hier bei mir viel häufiger geben..."

Bei uns auch!
Leider ist die Geburtshelferkröte auch in NRW auf dem Rückzug und meines Wissens jetzt hier in die Vorwarnliste aufgenommen.

Regelrecht häufig (hins. Abundanz) ist sie hier an nicht mehr vielen Stellen, es gibt aber noch einige kleinere Populationen, besonders im südlichen Ruhrgebiet, im Ebbegebirge, im Oberbergischen Land und im Raum Aachen.

Sie zu finden ist recht schwierig! Zwar rufen beide Geschlechter, aber nur kurz und innerhalb ihrer heute typischen Sekundärlebensräume (mit mehr oder weniger steilen Schüttungen) gelingt die Ortung kaum.
Gestern hatte ich das Glück, 30 cm neben einem Versteck zu stehen, aus dem ein kurzes "Ping" kam...

Manchmal sieht man die Tiere aber auch tagsüber außerhalb ihrer Verstecke; so konnte ich gestern mehr als 10 Alytes o. finden.

Larven waren auch noch da und es ist unwahrscheinlich, dass sie, obwohl sehr groß (6-7 cm) noch in diesem Jahr metamorphisieren. Das wird bis mindestens Mai 2011 dauern, vielleicht sogar noch ein Jahr länger.

Solltest vielleicht doch ´mal auf eine Feldherpetologietour in unser schönes Bundesland kommen, dann klappt´s auch mit den Wechselkröten, Deinen "Favoriten"... :D

Viele Grüße
Alexander

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