Zur Kreuzotter...

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Zur Kreuzotter...

Beitragvon Joey Santiago » Di Mär 15, 2011 19:59

Moin zusammen,

hier Auszüge aus einer Mail, die mich vorgestern erreichte. Der Absender berichtet darin von einer Exkursion ins Oppenweher Moor (Westfalen), wo er in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts zusammen mit den anderen Teilnehmern einer kletternden Kreuzotter begegnete:

"Kreuzottern habe ich im LK OS niemals gesehen, nur Coronella austriaca (im Gehn und im Venner Moor). Vor vielen Jahren führte ich jedoch eine Exkursion des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück u. a. ins Oppenweher Moor nördlich der Stemmer Berge. Ich war vorher schon dort gewesen und hatte Kreuzottern gesehen, so dass ich die Teilnehmer darauf hinwies. Viele gingen vorsichtig und achteten darauf, wohin sie ihren Fuß setzten. Wir gingen querfeldein (damals war das noch kein NSG), und ich wollte mich gerade unter einem Birkenbaum mit Ästen hindurch ducken, als man über mir eine Kreuzotter sah und mich warnte. Die Schlange (wirklich eine Vipera berus) hing wie eine Tropenschlange mit ihrem Vorderteil mit züngeldem Maul vom Ast herab. Das wurde von vielen Teilnehmern, die Kameras hatten, fotografiert. Die größte
Kreuzotterdichte gab es einst im Ipweger Moor bei OL. Wir wollten die
Moltebeere dort suchen und zählten auf 10 m bereits 7 Kreuzottern, die sich alle aus dem umliegenden und gerade in Abtorfung befindlichen Flächen in dieses kleine NSG geflüchtet hatten."

Da das Gift europäischer Vipern oft unterschätzt wird, hier noch eine andere Passage aus derselben Mail (der Name des Gebissenen ist mir bekannt, wird hier aber nicht genannt):

"xy war ein echter Schlangenfan. Vor seiner Hochzeitsreise (bescheidenerweise nur zum Steinhuder Meer) erkundigte sich seine Frau, wo sich in der Nähe eine Klinik mit Schlangenserum befände, eine für Hochzeitsreisen innerhalb Deutschlands eher seltene Vorsorge. Aber es kam, wie es kommen musste: Im Neustädter Moor entdeckte xy eine Kreuzotter. Er hatte gelesen, dass man sie schnell am Schwanz fassen und hochheben könne. Die Schlange sei nicht in der Lage, sich dann soweit umzudrehen, um in die Hand zu beißen. Leider hatte die Kreuzotter das Buch nicht gelesen und biss ihn in den Daumen. Folge: 1 Nacht Intensivstation mit sofortiger Gabe von Antiserum, 6 (!) Wochen Arbeitsunfähigkeit, und danach hatte er, wie ich sah, noch längere Zeit ein blau angelaufenen Arm. Also die Übung bitte nicht wiederholen!"

Beste Grüße von Frank

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Berus confidential

Beitragvon Max Pöchhacker » Do Mär 17, 2011 11:02

Hallo Frank

Danke für deinen Hinweis mit der dyslexischen Berus.
Das dürfte ein eher weit verbreitetes Problem dieser Spezies sein.

Vielleicht schaffe Ich heuer mal ein Makro-Video

D'Ehre

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Beitragvon pleurodeles » Fr Mär 18, 2011 2:28

Hallo ihr beiden,

also wie Dyslexie mit Kreuzottern zusammenhängt, ist mir jetzt ein Rätsel, Max :wink:. Wie meinstn das?
Für mich klingt das nach einer Allergie..

LG,
Günther

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dyslektisch oder häretisch

Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Mär 18, 2011 16:02

Hallo Günther

pleurodeles hat geschrieben:Hallo ihr beiden,

also wie Dyslexie mit Kreuzottern zusammenhängt, ist mir jetzt ein Rätsel, Max :wink:. Wie meinstn das?
Für mich klingt das nach einer Allergie..


Dyslexie ist ein Fachausdruck für Leseschwäche.
Quasi eine Allergie auf geschriebene Worte - wenn es Dir so lieber ist.
Ich darf in dem Kontext mal kurz den Frank zitieren :
Frank hat geschrieben:Er hatte gelesen, dass man sie schnell am Schwanz fassen und hochheben könne. Die Schlange sei nicht in der Lage, sich dann soweit umzudrehen, um in die Hand zu beißen. Leider hatte die Kreuzotter das Buch nicht gelesen und biss ihn in den Daumen

Man ist also mitunter gut beraten nicht alles zu glauben
was über V.Beri geschrieben steht, zumal nicht ausgeschlossen ist
daß eine Untermenge existiert die zwar nicht dyslektisch aber dafür häretischer Gesinnung ist.

Alle Klarheiten ausgeräumt ? 8)

N'Tagchen
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Beitragvon Joey Santiago » Fr Mär 18, 2011 18:57

Sinngemäß steht Folgendes im Duden: "Teilverlust der Lesefähigkeit durch Hirnverletzung oder Hirntrauma"

Ehrlich gesagt, ich hatte den Zusammenhang zunächst auch nicht verstanden, aber nach einer Weile ging mir dann ein Licht auf. Cornelia möchte ich an dieser Stelle etwas verspätet für die Bestimmung des Moorfrosches danken!

Soeben fand ich eine geplättete Erdkröte hier vor meiner Wohnung mitten in Aurich. Ich weiß zwar nicht, ob es hier in den Gärten hinter den Häusern Teiche gibt, aber erwartet hätte ich sie hier nicht wirklich...

Beste Grüße von Frank

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