ungeplante Schlangenjagd - mit der cam...

Herpetologische Beobachtungen in Österreich

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ungeplante Schlangenjagd - mit der cam...

Beitragvon Muralis » So Apr 23, 2006 15:09

Wie ich in einem anderen beitrag schon schrieb, bin ich heute Vormittag zur Yspermündung (südwestlichstes Waldviertel/NÖ) aufgebrochen, um mir die Situation der dortigen Smaragdeidechsenpopulation noch einmal genauer anzusehen.

Ich bin dabei dieses Stück Bahndamm westlich der Ysperbrücke abgegangen:

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Hier haben sich die Ereignisse überschlagen! Zuerst ein Stein mit einigen Löchern und hier hatten sich gleich 3 Würfelnattern zum Aufwärmen platziert:

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Ein paar Meter weiter lag noch eine und wieder ein paar Meter danach eine schöne Äskulap:

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Sie war ca. 1 Meter lang und am hinteren Ende merkwürdig hell lehmfarben. Erst später merkte ich, dass das gar nicht zur Äskulap gehörte, sondern ein großes tesselata-Weibchen war, das auf dem Hinterteil der Äskulap lag. Leider kroch die Würfelnatter in diesem Moment weg...
Ich konnte sie aber später noch einmal knipsen:

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Kurz darauf bemerkte ich in der Nähe noch 1 Männchen von N. natrix:

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Ein großes Männchen von anguis fragilis lag auch direkt neben den Schlangen:

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Nebenbei raschelten auf diesem Dammstück auch 1 große und 1 immature Smaragdeidechse in die Deckung. Das war es eigentlich, was ich herausfinden wollte: Dieser Bahndamm liegt bereits östlich einer Quadrantengrenze, womit ein "altes" Vorkommen (lt. Verbreitungskarte) zu einem aktuellen wurde. es sind somit alle Donautal-Quadranten vom Strudengau durch den Nibelungengau bis in die Wachau von L. viridis aktuell besetzt!

Auf dem ca. 50 m langen Bahndamm-Stück fand ich also 5 Würfelnattern, 2 Äskulap, 1 Ringelnatter, 1 Blindschleiche und 2 Smaragdeidechsen. So eine Konzentration von Herpetofauna hatte ich glaub ich überhaupt noch nie!

Am westlich anschließenden Teil der (fast nicht befahrenen) Bahntrasse hatte ich überdies noch ca. 8 adulte/immature Smaragdeidechsen, die man leider dort nicht knipsen kann (dichte Vegetation). Das Vorkommen ist sehr lokal und man kann dort gut studieren, was L. viridis mindestens für ein Vorkommen braucht.

Ich bitte noch, die teilweise nicht überragenden Bilder zu entschuldigen, aber sind alles - wie bei mir fast immer - in situ-Aufnahmen.
Das war´s!
Herzliche Grüße aus Niederösterreich!
Wolfgang

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Beitragvon Gerald » So Apr 23, 2006 17:26

Einfach nur super!! :D

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Beitragvon Muralis » So Apr 23, 2006 21:28

Was ich noch vergessen hab zu erwähnen: Natürlich sind diese tesselata-Funde weit außerhalb des bekannten Areals der Art!

Aber vor 2 Jahren hatte ich ja schon einmal ein junges Exemplar am Zusammenfluss der Großen und Kleinen Ysper gefunden. Auch die Ringelnatter ist für diesen Quadranten neu, nicht aber die Äskulap. Bei der Blindschleiche habe ich noch nicht nachgesehen.... :wink:

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Beitragvon Muralis » Sa Mai 06, 2006 23:26

Ich wollte heute dieses Erlebnis wiederholen, aber - das Biotop hatte sich stark verändert! Brennnessel und Clematis haben stark angetrieben, und so bekam ich nur 1 immature Smaragdeidechse, eine flüchtende Würfelnatter und 1 Hinterende einer Blindschleiche zu Gesicht :(

Ähnlich dann weiter im Norden: An mehreren Stellen, wo ich in den letzten Jahren Süd-Waldviertler Bergeidechsen gesehen hatte - nichts. An einer neuen Stelle aber immerhin 2 Jungtiere, die so scheu waren, dass keine Bilder möglich waren.

Man braucht eben bei der Herpetofauna immer auch ein bisschen Glück, um zur richtigen zeit am richtigen Ort zu sein. :wink:
Herzliche Grüße aus Niederösterreich!
Wolfgang

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