Truppenübungsplatz Allensteig?

Herpetologische Beobachtungen in Österreich

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Truppenübungsplatz Allensteig?

Beitragvon rennfahrersepp » So Jun 18, 2006 21:40

Hallo!

Ich hatte gestern mal das Vergnügen, den Truppenübungsplatz Alleinsteig zu durchfahren. Leider hatten wir keine Möglichkeit stehenzubleiben. Trotzdem macht das gebiet einen guten Eindruck, was Habitate betrifft. Hat jemand eine Ahnung, wie frei man sich in dem Gelände bewegen kann, und wann und wo ein Zutritt möglich ist? Hat jemand dort schon mal gesucht?

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Beitragvon Gerald » So Jun 18, 2006 22:26

Gesucht hat dort schon mal jemand und zwar eine ganze Menge Leute vom NHM - das ist allerdings schein ein Zeitl her, wie lange genau kann ich nachsehen.

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Beitragvon Christoph » Di Jun 20, 2006 8:00

Es gibt aus dem Jahre 1995 die Publikation "Biotoperhebung Allensteig" (Mitautor ist übrigens Kollege Franz Rathbauer).

aus dem Inhalt:

Landschaft und Vegetation
Molluskenfauna
Herpetologische Bestandsherhebung
Ornitologische Kartierung
Fledermausfauna
Fischotterkartierung

herpetologische Nachweise:

T. alpestris, cristatus, vulgaris
S.salamandra
B. variegata
P. fuscus
B. bufo
H. arborea
R. arvalis, dalmatina, temporaria, lessonae, esculenta
A. fragilis
Z. vivipara
L. agilis
N. natrix
Beste Grüße

Christoph

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Beitragvon Franz » Mo Jun 26, 2006 22:16

Liebe Leute,
die Erhebungen auf dem TÜPL Allentsteig (Truppenübungsplatz) waren bereits in den Jahren 1990 und 1991; die Publikation der herpetologischen (rein faunistischen) Beobachtungen konnte erst 1996 in Herpetozoa 9, 3-18 erfolgen.
Da mehrere floristische und faunistische Untersuchungen erst koordiniert werden mußten, die Ergebnisse noch mit dem Auftraggeber abzusprechen waren (kritische Bemerkungen zu einem unter Hitler angelegten TÜPL, der eine Vertreibung und Absiedlung mehrerer tausend Bewohner verursachte, gab es ja von den verschiedensten Seiten: manche wollten eine Auflösung des TÜPL und damit mehr land- und forstwirtschaftl. Nutzung; andere eine stärkere touristische Erschließung - eventuell mit Nationalpark; wieder andere forderten eine Rückgabe an die Familien der ehemals Vertriebenen,...).
Somit war verständlich, dass der Betreiber des TÜPL sensibilisiert war und nicht wollte, dass noch mehr Öl - von welcher Seite auch immer - ins Feuer gegossen würde.
Die Angst vor etwaiger kritischer Berichterstattung war so groß, dass alle ehemaligen Zivildiener (obwohl eindeutig der Umfassenden Landesverteidigung - ULV unterstellt) nach einmaliger Besichtigung des TÜPL - wie zahlreiche Feldspieler bei der FIFA-WM - des Platzes verwiesen wurden: zur Sicherheit gleich die Rote statt einer Gelb-Roten Karte...
Ich glaub nicht, dass ich und auch die beiden anderen Betroffenen eine große Gefahr für den TÜPL dargestellt hätten, wiewohl uns eine Verbrüderung mit den zahlreichen Wildsauen, den paar Birkhühnern und den gar nicht allzu häufigen Lurchis und Kriecherln zuzutrauen gewesen wäre.
Prinzipiell war dadurch das Beobachtungsteam natürlich sehr eingeschränkt, die Wetterbedingungen auch suboptimal und die Funddichte etwas zu gering (pannonisch-pontische Formen, die am Südrand des TÜPL zu erwarten gewesen wären - B.viridis, L. viridis, N. tessellata, Z. long., aber auch die herzynischen Elemente V.berus und C. austr., hätten unter anderen Umständen, bei früher vorliegender Begehungs-Bewilligung und mehr "Personal" eher nachgewiesen werden können).
Prinzipiell kann die Tätigkeit des Bundesheeres auf dem TÜPL für seine Herpetofauna auch weiterhin als überwiegend positiv bewertet werden. :)
Grüße aus dem Weinviertel
Franz

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