Ibmner Moor

Herpetologische Beobachtungen in Österreich

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Ibmner Moor

Beitragvon Vipersgarden » Mi Jul 29, 2009 13:22

Schönen Mittwoch wünsch´ ich!

Heute war ich wieder mal im Ibmner Moor (Grenzgebiet Salzburg - Oberösterreich).
Wie bei meinem ersten Besuch heuer, am 1. Juli konnte ich wieder "mein" trächtiges Kreuzotterweibchen sichten. Und auch ein Männchen.
Die vielen Berg-, Wald- oder Mooreidechsen (hier müssen es wohl Mooreidechsen sein), Zootoca vivipara, wollten einfach nicht fotografiert werden und entzogen sich sehr schnell meinen Blicken durch Davonhuschen in die dichte Vegetation. Es waren bereits Neugeborene, Halbwüchsige und Adulti.

Bilder beider Begehungen gibt´s hier:
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Beitragvon JimKornnatter » Do Jul 30, 2009 14:02

So schön das Tier auch ist...aber ist es denn wirklich nötig ein hochträchtiges Weibchen auch noch wissentlich zum wiederholten Male nur für ein Foto einzufangen? Es scheint ja gängige Praxis zu sein wenn man den Bericht liest. Weder vor vollgefressenen Tieren, die anschließend ihre Nahrung auswürgen noch vor trächtigen Reptilien wird offenbar halt gemacht. Warum?

Naturdokumente, sprich Tiere in situ, sind reizvolle Aufnahmen, solche gekünstelten und in Pose gestubsten Bilder nehmen dem Bild jeden Glanz.

Nicht falsch verstehen, aber wenn man sich doch schon Gedanken um den Naturschutz und die Tiere macht, sollte man das dann nicht auch seriös und ganz durchziehen ohne sich für sich selber Sonderregeln herrauszunehmen? Und wenn man das tut sollte man es doch nicht unbedingt ins Forum stellen, hier lesen viele Leute mit die sich dieses "schlechte" Benehmen abschauen und gepaart mit dem Fehlen der fachlichen Gundlagen wirds möglicherweise kriminell :?

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Beitragvon kohli » Do Jul 30, 2009 21:30

Seh ich genauso.
Was soll das?

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Beitragvon JimKornnatter » Fr Jul 31, 2009 9:20

Ich finds schade dass man bei so einem berechtigtem Einwand einfach ignoriert wird und nicht Stellung genommen wird :(

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Beitragvon Srutl » Fr Jul 31, 2009 9:36

Der Einwand ist mit Sicherheit berechtigt und es gibt auch Gesetze, die das Fangen dieser Tiere verbietet, wenn ich auch zugeben muss, dass wohl jeder von uns schon (oft) Tiere gefangen hat - wohl meist zum Zweck, Fotos zu machen. Ich registriere aber in letzter Zeit (zumindest in unserer Gruppe) den stark positiven Trend hin zu in situ Fotos, die oft eine deutlich bessere Aussagekraft haben.
Ich denke auch, dass man bei trächtigen Tieren besonders sensibel sein sollte und diese möglichst in Ruhe lassen soll.

Anmerkung: Das Herpetofauna Team ist in Besitz von Fanggenehmigungen in bestimmten Teilen Österreichs. Diese sind zeitlich begrenzt und zweckgebunden.
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Beitragvon Vipersgarden » Fr Jul 31, 2009 9:40

So schön das Tier auch ist...aber ist es denn wirklich nötig ein hochträchtiges Weibchen auch noch wissentlich zum wiederholten Male nur für ein Foto einzufangen?


Wo steht das?
Ja, das Tier wurde Anfang Juli hantiert. Aber wenn man es vorsichtig, sprich langsam und mit Ruhe macht, regt es die Viper wohl nicht all zu sehr auf. Kein Zischen, kein Beißen.
"Agressiv" wurden sie erst beim Fotografieren. Vielleicht durch den Blitz?

Und ich stimme Dir zu, "in situ" Bilder sind was schönes - nur leider bei Schlangen nur schwer zu machen, da sie auch beim "Sonnen" oft (zumindest teilweise) in deckender Vegetation liegen.

Und schon wieder!! Gestern Nachmittag musste ich schon wieder ein trächtiges Weibchen "hantieren".

Bild

Es lag auf dem Besucherweg (hier in situ) und wurde nach ein paar Bildern etwa 10 Meter weit weg "in Sicherheit" gebracht, da leider immer noch jährlich einige Tiere erschlagen werden.

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Beitragvon pewter » Fr Jul 31, 2009 13:09

Man gewöhnt sich ja daran, daß immer wieder schlangen tot geschlagen werden. Machts der bauer auf sizilien weil er bei seiner arbeit schon mehrfach gebissen wurde kann man das nachvollziehen. Wenns hier in mitteleuropa passiert weil z.b. rentner rudolf angst um seinen teuren rassehund hat schon deutlich weniger. Aber wie jemand in einem nsg auf die idee kommt die tiere tot zu schlagen, spätestens das ist ja der oberhammer.

Übrigens, wenn die tiere dort auf den wegen liegen dann mangelt es ihnen offenbar an geeigneten sonnenplätzen. Wie wär es denn wenn die zuständigen behörden mal versuchen durch pflegemaßnamen die situation für die kreuzottern insofern zu verändern daß sie nicht mehr direkt auf dem weg liegen wolle. Man könnte mal probieren ob platten, kleine reisighaufen oder das mähen kleiner teilbereiche abhilfe schafft. alternativ könnte man auch den weg im hochsommer sperren - je nach wegenetz. bei vögeln ist es nicht ungewöhnlich wenn bestimmte bereiche im nsg nur zeitlich gegrenzt begehbar sind.

Die lösung die tiere wegzuräumen ist ja keine zufriedenstellende da die trächtigen weibchen ihr umfeld recht gut kennen und dementsprechend a zurückkommen und b den weg nicht ohne grund als sonnenplatz gewählt haben.

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Beitragvon reseptor » Sa Aug 01, 2009 11:18

..ich denke das Vipersgarden sicher die Situation richtig einschätzen kann und er auch darum bedacht ist das kein Tier zu schaden kommt!!

wenn ich Fotos mache, dann werden die Tiere in Ihrer natürlichen Umgebung fotografiert und nicht durchs Gelände gejagd (under jeden Stein könnte ja noch ein weiteres Tier sitzen und beim draufsteigen verletzt werden)!!

Bei meiner letzten Kreuzotter (Erdbeeren und Kreuzotter) hatte ich Glück das das Tier direkt auf einer Lichtung war, meist sind die Tiere schneller weg als die Kamera das Objektiv ausfährt, das sind echte Glückstreffer!!

Angreifen würde ich eine Kreuz oder Hornotter auf gar keinen Fall, ich denke das die hälfte aller Bisse auf solche Aktionen zurückzuführen sind!!

Also Finger weg :!: :!:

Aber ich denke auch das manches Tier um gute Bilder zu bekommen quer durch die Botank gejagd werden und der Stress für die Tiere extrem hoch ist und davon sollten wir hier ALLE Abstand nehmen, es ist so schon genug Schaden an der Natur entstanden!!

Jeder sollte für sich abwägen wie weit ein Bild das ganze Wert ist!!

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