Kreuzottern so weit das Auge reicht

Herpetologische Beobachtungen in Österreich

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon Mo » Mi Jun 27, 2012 22:59

Max Pöchhacker hat geschrieben:Klar muß sich hier niemand äußern.
Ein bischen Lob wenn sich schon jemand die Mühe macht und Bilder reinstellt
ist ein Ansporn und nicht schädlich.



Ist ja vlt lieb gemeint, aber zwanghaft nur möglichst viele "wow"'s zu posten/sammeln halte ich auch nicht für sinnvoll.
Soll nicht heißen dass ich mich nicht freu, dass die Bilder so gut ankommen, aber ich hatte ja schon den eigentlichen Spaß beim Knipsen :P

Abgesehen davon sind doch 150 Views in zwei Tagen (wenn ich mich richtig erinner) gar nicht schlecht :wink:

@DON.HISTER:
Suchst du eher an steinigen Stellen oder entlang der Büsche an den besonnten Hängen/Wiesen? (Oder schaust du "überall"? :P )
Wir waren diesmal an den Büschen erfolgreicher, die mittlerweile hohe Vegetation an den (zT felsig/steinigen) Hängen macht es einem dort recht schwer...

lg

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon DON.HISTER » Do Jun 28, 2012 10:13

Mein riesiges Interesse für die auf der Rax als wohnhaft gemeldeten Kreuzottern beruht darauf , dass ich mir vom Ausmaß der Bevölkerungsdichte nie eine Vorstellung gemacht habe . Früher ging ich immer die Wanderwege , ohne auf die Möglichkeit zu achten , vielleicht neben dem Weg eine Kreuzotter zu sehen . Wenn sie auf dem Weg liegt , wird sie ein geübter Wanderer ohnehin nicht übersehen weil er ja immer auf seinen Untergrund achten muss .
Heute suche ich mit den Augen die Umgebung des Weges ab und trage meine W&W - Kamera mit .
Da ich selbst fast nie die Wanderwege verlasse , weiss ich erst von Euch von dem Kreuzottern - Gewurl auf der Rax .
Die Kletteratoren erzählen ja schon immer diese und jene Sichtung , aber man weiss ja nie , ob solche Geschichten von heuer oder aus den dreissiger-Jahren sind .
Übrigens werde ich heute meinem Freund , dem Profi-Kletterator , ein selbstgefertigtes Kärtchen mit der Telefonnummer der Vergiftungs-Information in Wien geben ( das ist: 0043 1 406 43 43 ) . Dazu schrieb ich den Vermerk aus Ulrich Grubers Schlangenbuch , wo Arztbesuch und Antiserum angeraten wird . So ein Profi hat ja den professionell erforderlichen Mut , aber für irgendeine Person die irgendwann in der Zukunft von einem Biss in die Hand betroffen sein könnte , sollte er perfekt vorgesorgt haben . Ich denke dabei auch an mögliche Befragungen durch Behörden .
Ich werde ihm mein Schlangenbuch borgen und das Kärtchen wird als Lesezeichen auf Seite 205 sein: Kreuzotter .
Der Nebeneffekt wird sein , dass er die "unbekannte" Schlingnatter kennen wird um sie in seinen Kreisen weiter zu empfehlen .

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon Mo » Do Jun 28, 2012 11:01

DON.HISTER hat geschrieben:Übrigens werde ich heute meinem Freund , dem Profi-Kletterator , ein selbstgefertigtes Kärtchen mit der Telefonnummer der Vergiftungs-Information in Wien geben ( das ist: 0043 1 406 43 43 ) . Dazu schrieb ich den Vermerk aus Ulrich Grubers Schlangenbuch , wo Arztbesuch und Antiserum angeraten wird . So ein Profi hat ja den professionell erforderlichen Mut , aber für irgendeine Person die irgendwann in der Zukunft von einem Biss in die Hand betroffen sein könnte , sollte er perfekt vorgesorgt haben .


Halte ich für übertrieben!
Wenn er Klettergruppen führt sollte er vlt generell auf die Tiere hinweisen und betonen dass man sie nicht anfassen sollte.
Den Vergiftungs-notruf würd ich bei unfällen mit Tieren weglassen, ich weiß zwar nicht wie fit die bei einheimischen Tieren sind, aber bei einer Begebenheit mit nem afrikanischen Skorpion waren die Ratschläge ziemlich fürn ar... (Hat mich zum Glück nicht selber betroffen, war aber trotzdem sicher ungut...)

Wenn man nen Arzt kontaktiert, was im Fall der Fälle sicher nicht schlecht ist, sollte dieser schon mal einen solchen Biss gesehen haben.
Ich würd auch vorher abklären ob sich der Arzt den du empfehlen willst auch damit auskennt und ob/wie oft der Arzt Kreuzotternbisse behandelt...
Oder ins nächste Krankenhaus mit Toxikologischer Abteilung, wenn mans für nötig hält...
Schlimmer wäre da die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks (der ja auch durch nen Bienenstich ausgelöst werden kann), da der schneller ein Problem wird als das Kreuzotterngift...

Also ich kann mir nicht vorstellen, dass man gebissen wird, wenn man "vor den Tieren gewarnt ist" und mit offenen Augen und bissl Hirn dort unterwegs ist, sooo viele sinds auch wieder nicht :P

lg

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon chilly » Do Jun 28, 2012 16:24

Also für mich ist der Thread sehr hilfreich und interresant wusste gar nicht dass auf der Rax so viele Kreuzottern sind .Wie siehts denn da im Schneeberggebiet ist dort auch so viel los?da werd ich wohl eher aufpassen müssen beim spazieren gehn.und sehr sehr schöne beeindruckende Fotos danke und grüsse chiLLy
MFG---> chiLLy-~Angelo~

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon Cornelia » Do Jun 28, 2012 16:28

@Arzt: Nachdem die Gabe von Kreuzottern-Antiserum ohnehin wenig Sinn macht, kommt doch nur eine symptomatische Behandlung in Frage, und das sollte doch wohl jeder Arzt, zumindest ein Notarzt oder eine Ambulanz hinkriegen. Kreislauf stabilisieren, Infusion, Schmerzstillung, Ruhe. Das ist meine Meinung - was sagen die Experten.
Cornelia

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon pseudopus1 » Do Jun 28, 2012 22:36

Hello,

Schau, Mo, damit du nicht sagst, dass ich zu selten/spät meine Bilder hochlade ;-)

DSC_3002.JPG


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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon Weana » Fr Jun 29, 2012 9:59

Zur Problematik Kreuzotter und Klettern möchte ich folgendes sagen: Als Kletterer erachte ich die Möglichkeit in der Wand von einer Kreuzotter gebissen zu werden als äußerst gering- hier müsste schon ein ausgeprägtes Felsband verlaufen, entlang dessen die Schlange in steile Wandbereiche kommen könnte. Eher besteht die Gefahr eines Bisses beim Zu- oder Abstieg, da hier meistens aus Gewichtsgründen eher leichte, nicht knöchelhohe Schuhe getragen werden (wer möchte schon beim Klettern seine schweren Bergschuhe noch zusätzlich mitschleppen). Wie wir alle wissen, gilt die Kreuzotter aber ohnehin als nicht sehr aggressiv und beißt meist erst in Bedrängnis, meiner Erfahrung nach überhaupt erst, wenn man sie fixiert. Die Wahrscheinlichkeit eines Bisses ist daher als gering zu erachten.
Wie Cornelia bereits angemerkt hat, rät die Österreichische Vergiftungszentrale gar von einer Serumgabe ab, sondern empfiehlt bloß kreislaufstabilisierende Mittel, Schmerzmittel, Antihistaminica, etc., da es in der Vergangenheit durch schlecht gereinigtes Serum zu allergischen Reaktionen auf das Serum kam. Ich würde im Fall einer Behandlung übrigens auf die Gabe eines Antibiotikums bestehen. Ein guter Bekannter von mir wurde letztes Jahr gebissen, war in einem deutschen Krankenhaus in Behandlung und dort wurde ebendas verabsäumt. Daraufhin bekam er eine Blutvergiftung die wiederum einen Krankenhausaufenthalt nötig machte. Er meinte daraufhin, er verstehe nun die alten Berichte aus dem 19Jh, wo nach Kreuzotternbissen oft von wochenlangem Siechtum und Tod die Rede war.

Nochmals zu Klettern und Kreuzotter: Es ist in unseren Kreisen ja allgemein bekannt, dass ein Kreuzotternbiss nicht lebensgefährlich ist. Schwindel und Erbrechen bis zum kurzzeitigen Kreislaufkollaps gehören aber durchaus zu den beschriebenen Symptomen bei schwerem Verlauf. Ich persönlich würde daher im Falle eines Bisses im alpinen Gelände durchaus erwägen auch einen Hubschrauber zu rufen, falls der Abstieg ausgesetzt und absturzgefährlich ist, um eine Absturz als "Sekundärfolge" zu vermeiden. Vorausgesetzt natürlich ich spüre bereits, dass es überhaupt zu Vergiftungserscheinungen kommt- es könnte ja auch ein giftfreier Abwehrbiss gewesen sein.

Schöne Grüße
Werner

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Re: Kreuzottern so weit das Auge reicht

Beitragvon boatc19 » Mo Aug 06, 2012 16:25

Hammerfotos :)

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