Kröten werden immer weniger

Beobachtungen zur Paarungszeit

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Kröten werden immer weniger

Beitragvon Argu36 » Sa Apr 08, 2006 19:33

Wir haben seit 12 Jahren Krötenschutzaktionen zur Laichwanderung laufen. Zu Beginn (1994) gabs eine wahre Invasion von Kröten und wir dachten, dass sich die Zahl durch unsere Aktion noch erhöhen müsste. Leider ist es aber so, dass die Zahl immer mehr abnahm und jetzt gerade noch ein paar Dutzend wandern. Wir können nicht erkennen, dass sich an den Laichgewässern oder in der Umgebung etwas gravierend verändert hätte. Außerdem betrifft es drei verschiedene Gebiete im südl. NÖ. Hat jemand eine Ahnung woran das liegen kann? Gibt es bei Kröten ähnlich wie bei Mäusen besonders starke Jahre? Kann die Anzahl natürlicherweise um 90 % abnehmen? Ist dieses Virus/Pilz-Problem schon bei uns angelangt und könnte es auch daran liegen?
Würd mich freuen, wenn jemand was dazu weiß, denn unsere Motivation die Aktion weiterzumachen ist ziemlich geschrumpft, da es ein großer Aufwand mit sehr wenig Erfolg ist...

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Beitragvon Stephan » So Apr 09, 2006 11:17

Hallo,

es gibt immer stärkere und schwächere Jahre. Aber eine solch starke Abnahme wie bei euch muss andere Gründe haben.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei euch um Erdkröten handelt. Bei der Erdkröte gehen die Bestände oft zurück, wenn sich die Laichgewässer negativ verändern. Es kann z. B. sein, dass sich in den Laichgewässern Libellen, Gelbrandkäfer, Molche usw. sehr stark vermehrt haben. Das kann z. B. passieren, wenn die Gewässer eher klein sind und älter werden. Bei Weihern kann das auch passieren, wenn die Nutzung zur Fischmast aufgegeben wird. Das hört sich merkwürdig an, ist aber so. Vor allem Forellen fressen gerne Insekten- und Molchlarven. Auch Kaulquappen werden gefressen, allerdings kaum Erdkrötenlarven. Die schmecken den Fischen nicht. Wenn nun das Gewässer nicht mehr genutzt wird, verlandet es zunehmend und die Feinde der Erdkrötenquappen nehmen stark zu.
Auch der Einfluss von Dünger aus der Landwirtschaft kann Probleme machen.

Beobachtet im Sommer die Laichgewässer um herauszufinden, ob sich dort Kaulquappen erfolgreich umwandeln. An guten Erdkrötengewässern wandeln sich die Tiere zu tausenden um und sind nicht zu übersehen.

Viele Grüße

Stephan

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tote Laichschnüre

Beitragvon Argu36 » Fr Apr 14, 2006 11:01

Ich hab mir jetzt noch einmal das Laichgewässer angesehen- es sind zwar Laichschnüre drinnen, die sind aber alle kaputt, also zerfallen, die Hüllen sind schon irgendwie ganz braun und der Inhalt sieht sehr tot aus - woran kann das liegen?
Worauf könnte man das Wasser untersuchen lassen?

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Beitragvon Cornelia » Fr Apr 14, 2006 12:22

Ich kann Dir zwar keine definitive Antwort auf Deine Frage geben, aber Du könntest jedenfalls jetzt einmal Wasserproben nehmen und ev. auch kaputten Laich aufsammeln und einmal kurzfristig sehr kühl lagern. Davon könnte man dann eine bakteriologisch / mykologische Untersuchung machen lassen. Ich weiß allerdings auch nicht auf welche Keime man da schauen könnte. Die Wasserproben kann man wahrscheinlich ein bisschen länger aufheben, bevor man damit sinnvolle Analysen anstellt. Vermutlich muss man diesbezüglich mit dedektivischem Spürsinn zuerst nach möglichen Störfaktoren in der Umgebung der Gewässer suchen (Pestizide, Dünger, Müll, ...) und dann kann man versuchen den Stoff / die Stoffgruppe im Wasser nachzuweisen.
Auch Fotos vom Laich würden sicher bei der weiteren Spurensuche helfen.
Cornelia

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