Wiedermal Amphibienzaun...

Beobachtungen zur Paarungszeit

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Wiedermal Amphibienzaun...

Beitragvon pleurodeles » Mo Mär 19, 2007 3:02

Hallöchen,

heute Abend waren wir wiedermal am Exelberg unterwegs. Insgesamt hatten wir 163 lebende Exemplare, davon 108 Grasfrösche, 42 Erdkröten und 13 Springfrösche. Die Molche dürften ihre Hinwanderung schon weitestgehend erledigt haben...
Hier noch ein paar Eindrücke:

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Grasfrosch, Männchen

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Erdkröte, Männchen

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Grasfroschpaar im Amplexus

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Grasfrosch

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Erdkrötenpaar im Amplexus

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Springfrosch, Weibchen

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Grasfroschpaar im Amplexus

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Re: Wiedermal Amphibienzaun...

Beitragvon Leif-Erik Jonas » Mo Mär 19, 2007 15:35

Hallo!

Die Molche dürften ihre Hinwanderung schon weitestgehend erledigt haben...


Das kann ich auch bei uns beobachten. Zuerst gab´s (fast) nur (Teich-)Molche, dann kamen R. temporaria und R. arvalis. Und jetzt sind vor allen adulte Molche Mangelware.
Leider wird´s jetzt wieder kälter. Das dürfte erst mal zu ein paar Tagen Wanderpause führen.

Viele Grüße, Leif

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Beitragvon pleurodeles » Di Mär 20, 2007 12:37

Die Amphibien scheinen mit dem Kälteeinbruch kaum Probleme zu haben. Angeblich waren heute früh ca. 60 Tiere in den Kübeln, teilweise sogar unter einer dünnen Schneedecke. Ist eigentlich ein Indiz dafür, dass Feuchtigkeit und Temperatur zu etwa gleichen Teilen Ausschlaggeber für die Laichwanderung sind. Ist es warm und feucht, ist am meisten los, bei Wärme und Trockenheit auch einiges, aber nicht so viel; ebenso bei Kälte und Feuchtigkeit. Nur wenn es kalt UND trocken ist, wandern sie nicht.

Den Hochgebirgstieren macht es ja auch nichts aus, bei niedrigeren Temperaturen zu wandern. Das würde bedeuten, dass die alpinen Amphibien gegenüber den Tieflandformen keine physiologischen Spezialanpassungen an die tiefen Temperaturen dort entwickelt haben (oder irre ich mich da?)... Sehr interessant auf jeden Fall...

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Beitragvon Leif-Erik Jonas » Sa Mär 24, 2007 14:15

Hallo!
Ich muss jetzt doch feststellen, dass ich mich bezüglich der kältebedingten Wanderpause geirrt habe, denn ich habe gestern in einem Siel 2 arvalis-Männchen gefunden, die, nachdem sie wahrscheinlich nachts hineingefallen waren, keine Chance hatten ohne Hilfe aus dem sehr kalten und leicht salzigen Wasser wieder herauszukommen. Mit einem sehr langen Arm habe ich sie da wieder herausbekommen; nach kurzer Zeit waren sie wieder fit. Dass einige überfahrene Frösche auf der Straße waren, zeigt auch, dass Amphibien unterwegs waren. Ferner fand ich unter Holz 1 juvenilen arvalis und 93 (!) Teichmolche (ich habe sie wirklich gezählt).
Allerdings kein einziger adulter Molch war zu finden (das war an der Größe leicht zu erkennen; 4cm waren viel). Frage dazu: Gibt´s eigentlich noch etwas, das adulte Teichmolche von juvenilen Tieren unterscheidet?
Dann gab´s leider auch noch einen toten Moorfrosch mit, wie es aussah, Blutungen im Bauchraum. Vielleicht sind durch den Frost Blutgefäße geplatzt?
Einer der Teichmolche hatte ein verletztes (wahrscheinlich gebrochenes) Bein. Jedenfalls schleifte es unbrauchbar auf dem Boden. Ist das für ihn ein großer Nachteil oder ist er im Großen und Ganzen lebensfähig?

Vielen Dank im Voraus für Antworten auf meine Fragen und
Viele Grüße,
Leif

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Beitragvon Cornelia » Mo Mär 26, 2007 9:44

Was den verletzten Teichmolch betrifft, würde ich meinen: Amphibien sind zum Teil auch bei solchen Behinderungen noch überlebensfähig und wenn nicht, so sind sie wiederum die Beute von jenen, die sich von ihnen ernähren. Außerdem kann man solchen Tieren medizinisch nur schwer weiterhelfen (zu klein, Haltung während der Behandlung schwierig, Arzneimittelverträglichkeit unzureichend bekannt, ...). Also halt ich persönlich es für das Beste, solche Tier dort zu belassen, wo man sie findet oder, wenn man Mitleid hat, sie vor Ort zu euthanasieren (schmerzlos (-arm) zu töten).
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Beitragvon pleurodeles » Di Mai 08, 2007 1:21

Hallo,

gestern war ich mit ein paar Kollegen wiedermal seit längerem am Neuwaldegger Amphibienzaun (Exelberg) unterwegs. Es war bedeutend weniger los als vermutet. Vorgestern hat es ja, wie wahrscheinlich den meisten bekannt ist, seit langem wiedermal geregnet - dementsprechend waren da sehr viele Tiere unterwegs (die genauen Zahlen kenn ich leider noch nicht). Aber auch gestern war es feucht, insgesamt konnten wir jedoch nur ca. 25 Tiere über die Straße bringen (wider Erwarten). Es schaut wohl so aus, als ob die meisten alle vorgestern beim ersten Regen zurückgewandert sind.

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Grasfrosch, Männchen


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Springfrosch, Männchen


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Grasfrosch, Weibchen


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Erdkröte, juvenil (vermutlich 1jährig)


Mal was Entomologisches; Larve des Lederlaufkäfers (Carabus coriaceus)
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Und zu guter Letzt: Ein Säugetierzaun müsste schon bedeutend höher sein als es bei Amphibien der Fall ist :)
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Ich tipp mal auf die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)...


Und zum Schluss möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Studienkollegin Veronika Uhlik bedanken! Seit Jahren organisiert sie den Zaun am Exelberg - unter enormen privaten Entbehrungen und psychischen wie auch physischen Belastungen! Solche enthusiastischen und selbstaufopfernden Leute gibt es leider immer noch viel zu wenige!!

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Beitragvon Cornelia » Di Mai 08, 2007 9:05

Bin zwar kein Experte, aber:
Für Gelbhalsmaus scheint sie mir zu klein und der gelbe Hals fehlt?
Waldmaus?

Jedenfalls tolle Bilder!
Cornelia

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Beitragvon pleurodeles » Di Mai 08, 2007 11:29

Hallo Cornelia,

die Maus war eigentlich nicht klein, das schaut vielleicht nur auf dem Bild so aus. Der gelbe Hals ist bei der Gelbhalsmaus nicht knallgelb, man sieht den eigentlich nur so richtig bei einer Großaufnahme oder wenn man das Tier in der Hand hat. Aber Waldmaus könnt natürlich auch sein, da hast du schon recht. Eine von beiden ist es auf jeden Fall.

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Beitragvon Cornelia » Di Mai 08, 2007 13:04

Habe die Gelbhals mal gezüchtet, drum glaub ich sie zu kennen, aber sicher bin ich mir auch nicht! Könnte ja ein Männchen sein und ist sicher nicht so wohlgenährt, wie meine es waren. ;)
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Beitragvon MD » Di Mai 08, 2007 20:03

Obacht!
Die Waldmaus zeichnet sich in ihrer Lebensraumwahl bei uns gewöhnlich dadurch aus, dass sie nicht in Wäldern vorkommt :) - Linné oder wer auch immer, hat die beiden Arten bei der Erstbeschreibung verwechselt. Klarheit schafft angeblich nur eine Blutuntersuchung- hat mir zumindest ein Säugetierexperte erklärt. Derselbe hat mir auch eine Gelbhalsmaus ohne gelben Hals (Wildfang) gezeigt.

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Beitragvon pleurodeles » Mi Mai 09, 2007 12:45

Danke für eure Meinungen!

Jetzt ist es aber amtlich: Es ist definitiv eine Gelbhalsmaus, und zwar ein Männchen im besten Alter. Das hat mir ein echter Kleinsäugerspezialist gesagt. Dafür spricht erstens das sehr kontrastreiche Fell, die scharfe Abgrenzung der Färbung zwischen Ober- und Unterseite, sowie der Lebensraum (Buchenwald).

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Beitragvon Habichtskauz » So Mai 13, 2007 10:49

Da passen gleich die beiden Bilder dazu:
http://www.tphys.jku.at/pics0/fenz/Reis ... 9356z.html

http://www.tphys.jku.at/pics0/fenz/Reis ... 9390z.html


Waldmaus oder Gelbhalsmaus?

Mit Dank im voraus!

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Beitragvon pleurodeles » Sa Sep 29, 2007 19:46

Hab mal wieder in alten Beiträgen gewühlt :oops:
Mein Tipp: Gelbhalsmaus :wink:

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