Wanderverhalten bei B. bufo

Beobachtungen zur Paarungszeit

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Wanderverhalten bei B. bufo

Beitragvon Günther » Sa Apr 07, 2007 21:37

Hallo zusammen!

Ich beobachte schon mehrere Jahre div. Amphibienarten bei ihrem Laichwanderungsverhalten und dgl.
Bei den Erdkröten ist mir aber schon öfters folgendes aufgefallen:

Immer in jenen Frühjahrszeiten (März/April), wo die Witterung eher trocken ist und die Nächte eher klar und somit kalt sind, wandern die Erdkröten nicht so ´explosiv´ wie sie es bei feucht-warmer Witterung tun.

Das klingt ja soweit noch plausibel, aber man sieht die Kröten komischerweise auch nichts tagsüber bei Temp. über 15 Grad plus oder mehr wandern. :?:
Der erfreuliche Umstand dabei ist, dass es durch die nicht sehr wanderfreudigen Kröten zu deutlich weniger ´Ausfällen´ durch den Straßentod kommt. :)
An einem längeren Straßenabschnitt zwischen zwei Ortschaften (eigentl. wenig frequentierter Verkehr), wo sonst nach lauen Regennächten im März oder April viele überfahrene Kröten aufzufinden waren :( , habe ich heuer noch keine 5 Opfer sehen können. Das Laichgewässer ist eine größere Teichanlage zwischen den beiden Ortschaften, welcher früher eine Karpfenzuchtteich war.
Auch in meinem Gartenteich, wo sich im Frühjahr sonst immer duzende Kröten zum Laichen einfinden, habe ich heuer noch keine einzige Kröte gesichtet. :shock:
Tagwanderungen in offener Landschaft habe ich heuer noch nicht beobachtet. Nach dem milden Winter konnten ja die Kröten bereits im Januar oder Februar wandern. :?:
Für mich wird es immer mehr zum Rätsel, wie die Kröten zum Zielgewässer kommen. :?: :?:
Einzelne männliche Exemplare habe ich an einigen laueren Abenden sichten können, jedoch zum Teil über einen Kilometer (!) vom Laichgewässer entfernt. Und auch noch keine Weibchen oder Pärchen. :?

Wandern die Kröten etwa tagsüber versteckt und fließend bzw. nicht so explosiv im Dickicht? :? :?:

Wer von euch hätte eine Erklärung zu diesem Phänomen?


Lieben Gruß aus dem Weinviertel

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Beitragvon Cornelia » So Apr 08, 2007 22:28

Hi Günther!
Was Du schreibst, kann ich bestätigen. Ich "versteh" die Erdkröten auch nicht.
Seit ich sie beobachte, haben sie eine Vorliebe für Ostersonntag ... :) :wink: Heute hab ich noch nicht geschaut. :?:
Eine kleine Gruppe mit laichenden Paaren hab ich am 2.4. beobachtet.
(Warmer) Regen scheint sehr wichtig zu sein!
Ich könnte mir vorstellen, dass bei "zweifelhafter" Witterung einfach jede Kröte (w) loszieht, sobald in ihrem Quartier das "Wetter" passt (oder wenn ihr die Warterei zu blöd wird :) :mrgreen: :twisted: :) ).
Cornelia

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Beitragvon Srutl » Mo Apr 09, 2007 12:57

Hallo

Ich war gerade am Frauensee (Conny - den kennst Du schon). Dort habe gerade mindestens 15.000 Erdkröten abgelaicht. Verhältnis M:W etwa 50:1.
Die scheren sich weder um Wetter noch um sonst etwas - man muss aufpassen wo man hintritt. So etwas sieht man wirklich selten. Ein Konzert ist ebenfalls enorm. Eine Kröte hat eine Forelle geklammert und die armen Weibchen werden teilweise von 5 oder mehr Männchen geklammert. Vielleicht mach ich noch ein paar Fotos (hatte die Kamera nicht dabei)
======================


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Beitragvon MD » Mo Apr 09, 2007 18:55

@Pleurodeles: Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Frühjahre 2003- 2006 relativ kühl waren und davor der Winter recht lange gedauert hat, dh dass die Amphibien offenbar schon so "gamsig" drauf waren, endlich loslegen zu können. Heuer hat es zumindest in den flachen bzw. hügeligen Teilen des Ostens gar keinen richtigen Winter gegeben. Meine persönliche Theorie ist, dass es die Viecher heuer ruhiger bzw. zeitlich ausgedehnter angehen.

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Beitragvon wogi » Di Apr 10, 2007 20:36

mahlzeit zusammen

vielleicht ist meine Theorie Unsinn und zu verwerfen, dennoch bring ich sie mal in die Diskussion. Die Wanderungen sind ja vielen Faktoren unterworfen, wobei die einflußfreichsten sicher immer noch die allgemeinen Klimabedingungen sind, und lokal --> südseitig früher, nordseitig später usw.. Aber auch menschliche Einflüsse, welche manchmal 3-5 Jahre zurückliegen lassen eine Frühjahrswanderung oft ziemlich einbrechen. Änderungen in der Bewirtschaftung von Flächen zum Beispiel. Holzarbeiten im Wald waren heuer ohne Bodenfrost sehr schlecht für den Boden und alle darin überwinternden Tiere. Kulturmaßnahmen auf Feldern zur Zeit der Massenabwanderung der kleinen Hüpferlinge im Juni oder Juli. Durch milde Winter ist oft eine frühere Bewirtschaftung von Feldern möglich, leider zur Wanderzeit von Amphibien.
Mir kommt vor die Folgen sind nicht im Jahr darauf, sondern erst verzögert mit der Rückkehr des damaligen Geburtsjahrganges bemerkbar.
nur so ein Gedanke... :roll:

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Beitragvon MD » Mi Apr 11, 2007 20:46

Wahrscheinlich haben alle hier geäußerten Theorien einen Teil der Wahrheit; genaueres könnten wahrscheinlich nur die Kröten selber sagen.

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Beitragvon Cornelia » Do Apr 12, 2007 12:15

Hallo wogi!

An Deinen Theorien ist sicher was dran. Da unser Gedächnis bestenfalls (zumindest meines) das letzte Jahr noch richtig erinnern kann, sind solche Zusammenhänge nicht "offensichtlich".
Wäre interessant da mal Aufzeichnungen zu machen ... wenn man viel Zeit hätte ... :roll:
Cornelia

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