Saisonstart in Breitenfurt

Beobachtungen zur Paarungszeit

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Saisonstart in Breitenfurt

Beitragvon Richard » So Apr 05, 2009 17:56

Hallo zusammen,

Nachdem letzte Woche die Erdkröten und Kammmolche ihre Wanderung begonnen haben, ist nun bei den Grasfröschen Hochsaison.

An diesem kleinen Bach konnte ich gestern früh genau 2 Frösche beobachten:

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Heute tummelten sich allein in dem abgebildeten Stückchen Wasser sicher 50 (!) Tiere:

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Einige Männchen suchten noch ein Mädel:

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Die meisten waren aber schon in inniger Umarmung:

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Auch die Feuersalamander sind schon unterwegs. Während wir am Bach ein großes Weibchen beobachten konnten, fanden wir an Land dieses Jungtier mit gerade 7 cm Gesamtlänge:

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Und jetzt etwas Sonderbares. In diesen Radspuren laichen jedes Jahr Gelbbauchunken ab. Die Lacken trocknen im Herbst oft aus:

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Heuer fanden wir hier erstmals Laich von Braunfröschen (9 Ballen). Vermutlich auch Grasfrösche - die sind hier mit Abstand am häufigsten, es kommt aber auch der Springfrosch vor.

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Habt ihr so ein Laichgewässer für Braunfrösche schon einmal gesehen? Erscheint mir eher untypisch :?:

Liebe Grüße,
Richard.

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Beitragvon pleurodeles » Mo Apr 06, 2009 0:00

Hallo Richard,

vor Jahren hatten wir hinter unserem Haus in OÖ auch ähnliche Fahrspurrinnen - in denen haben Springfrösche abgelaicht (neben Gelbbauchunken und möglicherweise auch Teichmolchen). Inzwischen sind die natürlich zugeschüttet...
Ich glaube durchaus, dass die Tiere im Falle des Falles so flexibel und zur Not imstande sind, völlig untypische Laichgewässer für die Eiablage zu verwenden.
Auf jeden Fall eine sehr interessante Beobachtung!

LG,
Günther

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Beitragvon Cornelia » Mo Apr 06, 2009 12:22

Hallo Richard!

Meine Springfrösche haben in der Not ebenfalls in (noch kleineren) Gewässern gelaicht (allerdings fließend). Aber zutrauen tät ich es beiden Arten. Aufgrund der Ballen trau ich mir keine Diagnose zu.
Ansonsten: Neid!!! :wink: bes. die Feuersalamander ...
Cornelia

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Beitragvon cleeb » Di Apr 07, 2009 22:12

Bezüglich der Laichballen von Braunfröschen - hab sowas auch schon öfters gesehen. Erst heute hab ich in der Nähe von Gruberau (Wienerwald) 5 Laichballen in einer nur ca. 10cm tiefen Lache gefunden. Einzige Wasserversorgung dieses Gewässers ist Schmelzwasser einer der letzten Schneehaufen gleich daneben. Ob sich der in anbetracht der Temperaturen lang genug für die Entwicklung hält ist fraglich.

Habe auch in einer Senke nur einen halben Meter neben einem idealem Laichgewässer unzählige Laichballen gefunden, im Teich jedoch kaum einen. Diese Senke dürfte vor kurzer Zeit (durch Schmelzwasser?) noch mit dem Teich verbunden gewesen sein, ist jetzt jedoch fast vollständig ausgetrocknet. Die sich entwickelnden Kaulquappen haben sich zum Teil noch bewegt. Habe dann vorsichtig probiert den Großteil der Laichballen in den Teich umzusiedeln, da ich keine Überlebenschancen außerhalb sah (einige Laichballen waren schon kompett hinüber). Im Teich haben sich dann leider gleich die vorkommenden Molche (cristatus, vulgaris und alpestris) dafür interessiert.
Wie seht ihr das? Sollte man in solchen Fällen der Natur ihren Lauf lassen und die Laichballen austrocknen lassen, oder sie eben übersiedeln?

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Beitragvon Cornelia » Mi Apr 08, 2009 8:45

Ich bin fürs Übersiedeln!
Das Paradies gibt es nicht mehr, bei uns gibt es keine "unberührten" Landschaften mehr, alles wurde bereits von Menschen gestaltet - also finde ich, dass der Mensch auch das Überleben von Tieren / Natur gestalten darf!
Den Molchen wünsch ich jedenfalls: Guten Appetit!
Cornelia

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Beitragvon Sabine » Mi Apr 08, 2009 10:21

Ich bin auch fürs Übersiedeln, so haben vielleicht doch einige wenige eine Chance zu überleben - ein Versuch ist es allemal wert.
Ich zumindest könnts nicht übers Herz bringen, das einfach zu ignorieren.
Liebe Grüße aus dem Wienerwald
Sabine
Mein Kater und ich beobachten gern und oft die Teichtiere - ich habe allerdings den Verdacht, bei ihm hat das eher "leibliche" Gründe...

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