Geburt einer südlichen Hornotter

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Geburt einer südlichen Hornotter

Beitragvon Vipersgarden » Di Aug 22, 2006 13:49

Kali mera !

Heute, zwischen 10:40 und 12:20 hat eines meiner griechischen Hornotter Weibchen (Vipera ammodytes meridionalis aus der Umgebung von Elassona, Griechenland 8 lebende und 2 tote Jungtiere geboren.

Es ist das nun schon das 2. Weibchen heuer, dass Junge bekommen hat - und drei stehen noch aus.

Da man bei solch einem Ereignis aber selten dabei ist, war es für mich ein grosses Glück, die Geburt von 5 Jungtieren mitansehen zu dürfen.
Natürlich habe ich sofort meine DigiCam, mit der man auch filmen kann, geholt und die Geburten gefilmt.

Hier gibt´s nun einen Zusammenschnitt einer Geburt:
Dauer 2:11 Minuten - 5.053 KB:

http://vipersgarden.at/movies/BirthAmmo2b.wmv

Offiziell gibt´s den Film bei mir auf der Webseite erst am 1. September, aber für Herpetofauna.at .................................

viele Grüße

Mario
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Beitragvon Christoph » Di Aug 22, 2006 14:20

Super Filmchen!!!!

Windet sich das Jungtier in einer Eihülle?
Was macht das Muttertier nachdem es die Jungen abgesetzt hat, würdigt sie ihren Nachwuchs eines Blickes oder zieht sie weiter?
Was passiert mit den Jungtieren? Aufwärmen - Häuten - Fressen oder andere Reihenfolge?
Beste Grüße

Christoph

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Beitragvon Srutl » Di Aug 22, 2006 15:20

Wie schaut der Papa aus
Ist es üblich, dass einige Junge tot geboren werden (in der Natur?) - gibt es darüber was in der Literatur
======================


Srutl

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Beitragvon Vipersgarden » Di Aug 22, 2006 15:22

Obwohl man die europäischen Vipern (mit zwei Ausnahmen: Macrovipera schweizeri auf Milos und Macrovipera lebetina obtusa in Dagestan) als lebensgebärend (vivipar) bezeichnet ( Vipera kommt von Viviparie = lebendgebärend) wäre die richtige Bezeichnung ovovivipar. Das bedeudet, dass die Eier bis zum Schlupftermin im Muttertier zurückgehalten werden. Unsere Vipern legen daher Eier, nur ohne verkalkte Eischale, und die Jungen "schlüpfen" unmittelbar nach der Ablage.
Durch stossen mit dem Kopf wird die Eihülle zerrissen und das Junge kriecht ins Freie.

Für das Muttertier ist mit der Geburt der Fall erledigt. Die Jungen sind sofort auf sich selbst angewiesen.

Die meisten Vipern - auch Vipera ammodytes und z.B. Vipera berus, die Kreuzotter häuten sich sofort bis einige Stunden nach der Geburt. Einige Vipern, wie die vorher angesprochenen Mitglieder der Gattung Macrovipera und die Bergottern, (Unter)Gattung Montivipera häuten sich erst 8 bis 10 Tage nach der "Geburt".

Die erste Nahrungsaufnahme findet meistens nach 1 bis 2 Wochen statt, doch hatte ich schon junge Hornottern, die wenige Minuten nach der Häutung eine neugeborene Maus frassen. In der freien Natur fressen junge Vipera ammodytes bevorzugt (junge) Eidechsen, doch lassen sich praktisch alle Jungen an Mäuse gewöhnen. Die Verfütterung von Eidechsen - sind ja sowieso geschützt, und nicht nur deshalb - kommt für mich nicht in Frage.
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Beitragvon Christoph » Di Aug 22, 2006 15:46

Kannst du ab und zu ein Foto von den Jungen reinstellen um deren Entwicklung zu verfolgen (Färbung, Zeichnung,....) - ein Vipern Blog sozusagen.
Beste Grüße

Christoph

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Beitragvon Vipersgarden » Di Aug 22, 2006 16:14

@) Srutl:
Hier ist der Papa:

Bild

Bild

"Schnell" auf einer Wurzel am Fussboden fotographiert, da das Terrarium ausgeräumt ist, um die ganze "Sauerei" im Behälter zu beseitigen.

Mutter und Vater sind Geschwister und bei mir von einem trächtigen selbst gefangenen Weibchen im August 1980 geboren. Sie sind damit nun fast genau sechsundzwanzig Jahre alt.

Dass es Geschwister sind (Inzucht) hat aber nichts mit den Missbildungen zu tun. Dafür gibt es jede Menge anderer, auch äußerer Ursachen. Wie zum Beispiel die Hitzewelle im Juli. Obwohl mir diese aber für die Art der Missbildungen und der daraus folgenden Totgeburt fast schon zu spät war. Eines der beiden toten hatte einen "Mopskopf", das andere war in den Körperschlingen zusammengewachsen. Derartige Missbildungen müssen relativ früh in der Entwicklung entstehen.

Totgeburten und Missbildungen kommen auch in der freien Natur durchaus häufig vor. Nur wird man ja praktisch nie ein Totgeborenes finden und extreme Missbildungen führen auch schnell zum Tod. Es gibt einiges an Literatur darüber, nur habe ich momentan kein Zitat zur Hand.

@) Christoph:
Mach ich !!
So kann jeder im Forum die Entwicklung der Jungtiere mitverfolgen.
Die Färbung wird sich ändern: Von derzeit aschgrau zu Braun- und Rottönen. Die Zeichnung bleibt bis ins kleinste Detail ein Leben lang konstant.

Hier die Babies vor der ersten Häutung: 22. August 15:58

Bild

Schon jetzt kann man die Geschlechter an Hand der Färbung einwandfrei unterscheiden. Z.B.: links oben zwei Weibchen, rechts unten zwei Männchen.
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Beitragvon Vipersgarden » Fr Sep 22, 2006 9:25

Hier nun ein weiteres Beispiel von neugeborenen Vipera ammodytes.

Kamen bei mir während meiner Griechenlandreise zur Welt.

Die Mutter (der Vater auch) stammen von der Montenegrinischen Adriainsel Ada.

Bild

In dieser Population färben sich die Jungtiere von ihrer "kryptischen" Babyfärbung mit einer Länge von 40 - 45 cm zur Färbung der Alttiere um.
Jetzt sind sie winzig - so um die 13 - 14 cm.
Aber man kann schon eindeutig das Geschlecht erkennen: 2 Weibchen rechts, 3 Männchen links.

Meines Erachtens ist aber die Färbung der Alttiere auf dem dortigen Boden - brauner Sand, viel Falllaub und Geäst - viel kryptischer als die der Jungtiere.

Siehe folgende zwei Habitatbeispiele. Auf dem einen ist eine Lacerta trilineata [eventuell aber Lacerta viridis [bilineata] - DNA Tests stehen noch aus) zu sehen

Bild

Bild

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