Woran erkenne ich Giftschlangen ?

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Woran erkenne ich Giftschlangen ?

Beitragvon leguan2 » Fr Apr 20, 2007 16:38

Hi !
Ich denke der Threadname sagt bereits alles. Wie erkenne ich Giftschlangen (typische Merkmale) ?
Mfg
leguan2

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Re: Woran erkenne ich Giftschlangen ?

Beitragvon Gerri » Fr Apr 20, 2007 16:50

leguan2 hat geschrieben:Hi !
Ich denke der Threadname sagt bereits alles. Wie erkenne ich Giftschlangen (typische Merkmale) ?


Die europäischen Vipern zeichnen sich durch ein mehr oder weniger einheitliches Erscheinungsbild aus. Der Körper ist plumper als von Nattern, der Kopf in der Regel stark vom Körper abgesetzt (bei der Kreuzotter nicht so markant), das Schwanzende ist plumper, die Iris der Pupillen sind, weil es sich um nachtaktive Tiere handelt, ein lotrechter schmaler Schlitz und nicht wie bei den Nattern rund. Auch die Bewegung ist anders, die Nattern schlängeln sich graziler während die Vipern langsamer in der Fortbewegung sind. Viele der europäischen Vipern haben zudem ein unterschiedlich gefärbtes Zickzackband auf der Körperoberseite, welches in der Regel bei Nattern fehlt. Bei außereuropäischen Giftschlangen ist die Sache in der Regel komplizierter. Giftnattern oder Arten in Südostasien wie der Krai oder Taipane in Australien sind nicht immer leicht mit Ihren ungiftigen Artgenossen zu unterscheiden. So, ich hoffe, ich habe Dir geholfen. :)

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Beitragvon pleurodeles » Fr Apr 20, 2007 20:15

die Iris der Pupillen sind, weil es sich um nachtaktive Tiere handelt, ein lotrechter schmaler Schlitz


Also das würd ich jetzt fast nicht unbedingt so sagen... Eigentlich sind die europäischen Vipern in der Regel tagaktiv... und selbst, wenn sie nachtaktiv wären, hätten sie keinen engen Schlitz, sondern weitere Pupillen, damit das spärlich vorhandene Licht besser ausgenutzt werden und mehr Licht ins Auge gelangen würde.

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Beitragvon Cornelia » Mo Apr 23, 2007 10:10

Der Schlitz spricht schon für "Nachtaktivität"! Nachaktive Tiere haben eine empfindlichere Netzhaut und vor allem eine starke Reflexionsschicht dahinter (Tapetum lucidum) um das spärliche Nachtlicht zu nützen. Tagsüber schützen sie sich daher durch eine starke (schlitzförmige) Verengung der Pupille vor zu viel Licht.
Außerdem ist es ein Merkmal der Räuber, die durch ein starkes zentrales Sehen (durch den Schlitz) besonders zum Abschätzen von Entfernungen befähig sind (binokular). (Im Gegensatz zu den Gejagten, die auf 360 Grad den Räuber rechtseitig erkennen können müssen.)
Wo fängt die Kreuzotter denn ihre Maus? Tut sie das nicht im Mäuseloch?
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Beitragvon pleurodeles » Mo Apr 23, 2007 12:04

Hallo Cornelia,

da bin ich vielleicht nicht ganz richtig verstanden worden (bzw. hab mich falsch ausgedrückt).
Mit



selbst, wenn sie nachtaktiv wären, hätten sie keinen engen Schlitz, sondern weitere Pupillen, damit das spärlich vorhandene Licht besser ausgenutzt werden und mehr Licht ins Auge gelangen würde


bin ich vom Zustand in der Nacht ausgegangen (denn da trifft man ja nachtaktive Tiere hauptsächlich). Und bei Dunkelheit schaut selbst eine Kreuzotter fast so lieb und nett drein wie eine Ringelnatter :wink:
Mir ging es nur darum, dass man nicht generell einfach sagen kann, unsere europäischen Vipern seien nachtaktiv. Denn das sind sie nur in seltenen Fällen.

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Beitragvon Cornelia » Mo Apr 23, 2007 12:45

@Pleurodeles:
Schon ok! Wollte auch nicht sagen, dass die Vipern nachtaktiv sind.

Hast mich aber auf eine interessante Idee gebracht: Das Mäuseloch!
Verfolgt die Viper ihre Beute im dunklen Loch?
Sucht sie sie nicht ohnehin gleich dort auf?
Jagt sie wirklich nur bei Tag? Oder ist nur Sonnen (zur Verdauung) nächtens nicht so gut möglich?
Cornelia

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